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    4.8.2024AQ 2445
    »Durch geschenkte Freiheit kommst du nicht in die Freiheit.«
    0:007:01
    Durch geschenkte Freiheit kommst du nicht in die Freiheit. Du kommst nur durch Unfreiheit in die Freiheit. Wenn dir Freiheit geschenkt wird, kannst du niemals erkennen, dass das Gefängnis, in dem du sitzt, von dir selbst gebaut wurde. Die meisten Menschen sind nicht bereit für Freiheit, weil sie nicht bereit sind für die Erkenntnis, dass sie in einem selbstgebauten Gefängnis sitzen. Deshalb glauben sie auch, dass äußere Umstände ihre Situation im Gefängnis verändern könnten. Und wenn sie dann die von ihnen gewünschten äußeren Umstände geschenkt bekommen, dann denken sie, sie seien nicht mehr im Gefängnis. Sie bekommen dann mehr Ausgang oder mehr Geld zum Ausgeben. Und am Anfang haben sie das Gefühl, als wären sie dadurch in der Freiheit angekommen. Sie würden sogar behaupten, dass sie jetzt frei sind, weil sie ja die äußeren Umstände bekommen haben, die sie mit Freiheit assoziiert haben. Sie verstehen nicht, dass das Gefängnis in ihnen existiert und dass die äußeren Umstände vollkommen unerheblich dafür sind. Sie sind maximal eine Folgeerscheinung ihrer inneren Umstände, aber ganz sicher nicht der Grund dafür, dass sie sich gefangen fühlen. Mithilfe einer äußeren Veränderung kann man so tun, als hätten sich die inneren Umstände geändert, obwohl das überhaupt nicht der Fall ist. Im Film Revolver gibt es ein schönes Zitat zu diesem Thema. Es lautet: "Du sitzt immer noch im Gefängnis. Genau genommen hast du es nie verlassen." Dieses Zitat kommt an einer Stelle, an der der Protagonist das Gefängnis längst verlassen hat. Zumindest das physische Gefängnis. Doch sein Gefängnis hat er eben überhaupt nicht verlassen. Er lebt zu diesem Zeitpunkt immer noch in seinem Verstand. Nur von dort kommen all die Unfreiheit und all der Mangel, die wir erleben. Wenn das nicht erkannt wird, bringt dir alle Manifestation dieser Welt rein gar nichts. Denn du kannst reich und frei sein und immer noch im Mangel und im Gefängnis leben. Das sieht dir keiner an und eine Zeit lang kannst du auch dir selbst vortäuschen, als wäre alles vollkommen in Ordnung. Doch irgendwann kommst du dir selbst auf die Schliche. Und du merkst, dass du eine Lüge gelebt hast. Wenn du verstehst, was ich meine, dann wird dir auch klar, dass du niemandem Freiheit schenken kannst. Es bringt auch nichts, wenn du jemanden von deiner Einstellung überzeugst, denn das geht genauso wenig. Menschen müssen es durch eigenes Erleben herausfinden. Dazu ist dieses Leben da: Eigene Erfahrungen machen. Vom Hörensagen ist noch keiner weise geworden. Aus Hörensagen ergeben sich nur Typen, die auf YouTube und Instagram alles nachplappern, was sie jemals gehört haben. Und dann versuchen sie so zu erscheinen, als hätten sie das alles bereits erreicht. Jeder, der nur einen Millimeter tiefer sehen kann als der Otto Normalbürger, weiß sofort, dass das alles nicht stimmt, was sie sagen. Aber wir lassen uns halt auch gerne verführen, weil es so schön wäre, wenn es so einfach ist und jeder alles erreichen kann. Auch das ist ein wunderbarer Traum des Egos. Du kannst alles erreichen, aber nur, was für dich bestimmt ist. Und da sich das Ego mit solchen Aussagen im Leben nicht anfreunden kann, versucht es lieber alles mögliche und unmögliche andere. Und es träumt weiter von Freiheit durch äußere Umstände.