»Gib dem Clown nicht Schuld dafür, dass er sich wie ein Clown verhält. Frag dich selbst, warum du immer noch in den Zirkus gehst.« Dan Nielsen Viele Menschen tun so, als könnten sie sich nicht entscheiden beziehungsweise als könnten sie nicht wählen, nicht mehr in den Zirkus zu gehen. Sie behaupten, dass sie dem Zirkus, in dem der Clown ist, der sie nervt, hilflos ausgeliefert sind. Das ist auf allen Ebenen von der kleinsten bis zur größten nicht die Wahrheit. Während es rein physisch manchmal vielleicht sogar stimmen mag, dass du dem Zirkus und dem Clown, der in diesem Zirkus auftritt, nicht davon kommst, dass du den Zirkus wirklich physisch nicht verlassen kannst, dann stimmt es trotzdem nicht auf der geistigen Ebene. Auf der geistigen Ebene kannst du jeden Clown ignorieren und jeden Zirkus verlassen. In den meisten Fällen ist das sogar die bessere und die viel wichtigere Übung, denn du nimmst dich ja immer mit. Das bedeutet, wenn du den Zirkus verlässt und du gehst woanders hin, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du dort wieder einen Clown triffst und plötzlich merkst, dass du immer noch im Zirkus bist. Der größte Zirkus findet in dir statt. Und den Menschen ist das Potenzial, ihre Gefühle zu fühlen und dadurch in der Lage zu sein, die Gedanken zu ignorieren, nicht klar. Dieses Potenzial ist immens. Es verändert Welten. Es verändert deine Welt sogar dann, wenn du im Zirkus bleibst und immer noch der gleiche beschissene Clown auftritt. Deine Fähigkeit, den Clown zu ignorieren, verändert als Allererstes dich, aber auch den Clown. Je größer die Ebene wird, desto eher gehen wir davon aus, dass wir keine Wahl hätten. Zumindest physisch nicht. Viele Menschen sind tief davon überzeugt, dass sie in Deutschland bleiben müssen, sogar in ihrer Stadt bleiben müssen. Und das stimmt auch nicht. Du kommst überall hin, wo du hinkommst. Jeder Ort dieser Welt, den du erreichen kannst, kann deine Heimat sein. Es ist möglich, dass du diesen Gedanken ablehnst und für dich für unmöglich hältst. Das bedeutet aber nicht, dass es unmöglich ist. Wenn du dich aber entscheidest zu bleiben und der Clown regt dich auf, dann hast du immer noch die wichtigste Möglichkeit: Du kannst üben, den Clown zu ignorieren. Das geht am besten dadurch, dass du alle Gefühle im Körper fühlst, die dieser Clown in dir auslöst. Wenn du das ein paar Jahre gemacht hast, wirst du erstaunliche Veränderungen feststellen. Du merkst zum Beispiel, dass du den Clown im Wesentlichen durch die Art deiner Gedanken interpretiert oder sogar kreiert hast. Du warst bisher nicht flexibel bei der Wahl deiner Gedanken über diesen Clown, weil er dich so aufgeregt hat. Die Gefühle, also deine Körperempfindungen haben dich an deine Gedanken gebunden. Wenn du deine Gefühle unabhängig von deinen Gedanken wahrnehmen und fühlen kannst, dann wirst du geistig mental flexibler. Das klingt jetzt vielleicht voll komisch für dich, aber wenn du den Effekt mal erlebst, dann merkst du ganz genau, was ich meine. Du realisierst einfach im Lauf der Zeit, dass du die Wahl hast, was du denkst und dass es an dir liegt, diese Wahl zu treffen und dass du daraus sogar ein Spiel machen kannst. Du kannst gerade das denken, was du magst. Und nicht das, was deine Programmierung bisher vorgegeben hat. Denn die Programmierung wirkt über deine Gefühle, über deine Körperempfindungen. Und während du am Anfang noch total sauer auf die ganze Shit-Show warst, ganz egal in welchem Bereich, kannst du dich plötzlich über diese Shit-Show amüsieren. Du merkst außerdem, dass du auch mal rausgehen kannst eine rauchen, ein bisschen frische Luft schnappen und dann wieder zurückgehst in den Zirkus, wo immer noch dieser saudoofe Clown auftritt, den du aber mittlerweile ganz anders wahrnimmst. Du merkst, dass er auch nur ein Gefangener seiner eigenen Programmierung ist. Und das nutzt du nicht, um es dir schönzureden oder um dich überlegen zu fühlen, was leider im spirituellen Bereich oft vorkommt, sondern es ist dir vollkommen klar. Es ist ganz einfach zu sehen. Du merkst, du sitzt mit dem Clown im gleichen Boot. Wenn du das wirklich fühlst, dann fühlst du dich weder unterlegen noch überlegen. Und ab diesem Zeitpunkt kannst du viel besser beobachten. Das liegt daran, weil du dich besser beobachten kannst. Die meisten Menschen machen den Fehler, dass sie bei der Beobachtung der Welt sich selbst aus der Gleichung herausnehmen wollen. Sie wollen so tun, als wären sie der neutralste aller Beobachter. Als könnten sie objektiv sagen, wie es ist. Und das ist niemals möglich. Und trotzdem kannst du im Lauf dieses Prozesses immer tiefer sehen. Tief zu sehen funktioniert nur, wenn kein Urteil dabei ist. Je weniger Urteil, desto tiefer siehst du. Nur derjenige, der sich selbst gut beobachten kann, kann auch andere gut beobachten. Zu merken, dass du im gleichen Boot sitzt, bedeutet übrigens nicht, dass du gleich bist oder das Gleiche tun musst. Und trotzdem ist es sehr wahrscheinlich, dass du für einige andere auch dieser Clown bist. Und auch damit kannst du dich im Lauf der Zeit anfreunden. Der Clown und der Zirkus finden genau wie alles andere in unserem Leben ausschließlich auf Gefühlsebene statt. Sie sind deshalb auch nur auf Gefühlsebene zu meistern. Jeder andere Versuch, den Clown und den Zirkus zu eliminieren, funktioniert höchstens temporär.