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    1.8.2024AQ 2442
    »Die Welt erzieht uns zu Schauspielern.«
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    Die Welt erzieht uns zu Schauspielern. Als wir Kinder waren, wurde unser Echtsein bestraft. Selbst wenn wir das nur unbewusst mitbekommen haben, haben wir es sehr deutlich gemerkt. Und wir haben uns zu unserem Vorteil angepasst, weil unser Leben davon abhängt, dazuzugehören. Und da wir das selbst sehr gut gelernt haben dadurch, haben wir es auch bei anderen angewandt und andere ebenfalls zu Schauspielern erzogen. Als Erwachsene erwarten wir es regelrecht, dass andere Menschen schauspielern. Wir erwarten keine echten Menschen. Wir erwarten, dass sie so tun, als ob, dass sie gute Miene zum bösen Spiel machen. Und wir erwarten vor allem, dass sie uns unser eigenes Schauspiel widerspruchsfrei abkaufen. Wir wollen auf gar keinen Fall, dass unser Schauspiel auffliegt und aufgedeckt wird. Schließlich hat uns genau dieses Schauspiel unser Überleben gesichert. Wir halten es also für uns selbst für notwendig. Und wir glauben auch, dass es für andere notwendig ist, damit alles hübsch zusammenpasst. Diesen ersten Teil verstehen vor allem die Rebellen. Und die sagen dann: "Ja, genau, ich passe mich nicht mehr an! Ihr könnt mich alle mal!" Und während das durchaus eine gesunde Reaktion sein kann, übersehen sie etwas. Sie glauben nämlich, dass ihr ursprünglicher Wesenskern der eines Rebellen sei. Und das ist falsch. Der Rebell wurde erst notwendig, weil die Welt uns zu Schauspielern erzieht. Würden die Menschen von uns nicht erwarten, dass wir ihnen etwas vorspielen, bräuchten wir auch keine Rebellen sein. Der Rebell wird erst notwendig durch eine kranke Gesellschaft. Er ist kein Wesenskern des Menschen. Und es gibt auch einen Beweis dafür. Und falls du ihn nach dieser Erklärung wirklich noch brauchst, Ricardo Leppe hat davon berichtet, dass es Völker gibt, die keine Pubertät kennen. Also die kennen natürlich die Phase, in denen die Körper der Kinder erwachsen werden. Aber sie kennen keine Pubertät, wie wir sie kennen. Diese Zeit, in der bei uns die Eltern oder Jugendlichen schwierig werden, existiert einfach nicht. Die Eltern bekommen keine Probleme mit ihren Kindern und die Kinder bekommen keine Probleme mit ihren Eltern. Die haben einfach die ganze Zeit ein wunderbares Verhältnis. Es gibt für die Kinder keine Notwendigkeit, rebellisch zu werden, weil die Eltern nicht verlangen, dass sie ihnen etwas vorspielen. Der Rebell wird immer nur notwendig durch ein falsches Umfeld. In einem echten, authentischen Umfeld ist der Rebell vollkommen überflüssig. Verrückterweise wird in unserer Gesellschaft die Rebellion zweimal gefördert. Als Allererstes durch den Zwang, etwas vorzuspielen. Und dann wird diese Rebellion auch noch ausgenutzt und gesteuert. Das sind dann die sogenannten Jugend- und Protestbewegungen, die im natürlichen Zustand überhaupt nicht vorkommen würden. Und sie werden nur deshalb notwendig, weil der Mensch von sich selbst entfremdet wird. Ohne diese Entfremdung gibt es keine Rebellion und alles bleibt in seiner natürlichen Harmonie.