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    27.7.2024AQ 2437
    »Spiritualität, die sich am Kunden orientiert, ist keine.«
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    Spiritualität, die sich am Kunden orientiert, ist keine. Das wichtigste Kennzeichen der Mainstream-Spiritualität ist ihr Versuch, den Erwartungen der Kunden gerecht zu werden, den Kunden alle Wünsche zu erfüllen und sogar von den Lippen abzulesen, das zu liefern, was sie gewohnt sind, weil die anderen das liefern. Mainstream-Spiritualität ist kundenorientiert und deshalb keine Spiritualität. Spiritualität ist der Abbau des Egos. "Den Erwartungen gerecht werden" ist der Aufbau des Egos. Spiritualität kann nicht das sein, was du magst und was du gut findest. Wenn du Spiritualität beschissen findest, steigt sogar die Wahrscheinlichkeit, dass es tatsächlich spirituell ist. Spiritualität kann und darf deinem Ego nicht schmeicheln. Doch genau das wird überall gemacht. Es wird dir genau das angeboten, was du gut findest. Doch das, was du gut findest, ist ja das Alte. Wie soll so Neues in dein Leben kommen? Deshalb kann es keine Mainstream-Spiritualität geben. Es setzt sich ja nur das durch, was die meisten gut finden. Und das, was die meisten gut finden, baut auf dem auf, was sie kennen. Spiritualität, die dich nicht aus den Latschen haut, kann keine sein. Die allgemein anerkannte und weit verbreitete Spiritualität ist immer Sedierung. Es ist die Fortführung des Altbekannten. Es ist alter Wein in neuen Schläuchen. Hübsch verpackt, wundervoll aufbereitet, in kleinen Häppchen, sodass du auf gar keinen Fall überfordert bist. Und damit wird sogar noch geworben. Alles wird dir bequem und mundgerecht präsentiert. Es wird dir sogar versprochen, dass es kein großer Aufwand sein wird. Alles kann wie immer ganz normal weiterlaufen. Du kannst ganz normal weiterhin arbeiten gehen, in deinem Umfeld bleiben. Nichts muss sich verändern. Und du kannst dadurch spirituell werden, dass du geführte Meditationen machst und Arbeitsbücher ausfüllst, in denen du dann dein Traumleben skizzierst, wie es in fünf oder zehn Monaten oder Jahren sein sollte. Es gibt nichts Absurderes, als diese Vorgehensweise Spiritualität zu nennen. Spiritualität ist keine Veränderung in deinem Leben. Spiritualität ist verwirklichte Erkenntnis. Und verwirklichte Erkenntnis ist etwas anderes als nachgeplapperte Erkenntnis. Verwirklicht wird Erkenntnis nur in einem Prozess, den man als Marinieren beschreiben kann. In dieser Zeit kommt nichts Neues dazu. Es muss wirken. Du musst es sein lassen, wie es ist. Und es muss in dich eindringen. Das hat nichts mit den überfrachteten Anleitungen der spirituellen Szene zu tun. Das kann vor allem auch nicht konsumiert werden. Mehr bringt nicht mehr, sondern weniger. Und dort, wo die vielen sind, bist du nicht unbedingt richtig aufgehoben. Denn dort, wo die vielen sind, werden Kundenwünsche und Erwartungen erfüllt. Wünsche und Erwartungen entspringen aber dem Ego und damit wird das gefüttert, was angeblich abgebaut werden soll. Das bedeutet nicht, dass Spiritualität nicht auch schön sein darf. Das bedeutet nicht, dass du dich nicht in einer angenehmen Umgebung befinden darfst. Aber der innere Prozess ist nicht so, wie er von der Mainstream-Spiritualität beschrieben wird. Wenn Spiritualität richtig beschrieben wird, wirkt sie auf die meisten Menschen überhaupt nicht anziehend. Sie wirkt nicht attraktiv. Attraktiv wirkt manchmal nur das Ergebnis. Doch das kann dir seriöserweise niemand garantieren.