»Es ist schwierig, Glück in sich selbst zu finden, aber es ist unmöglich, es irgendwo anders zu finden.« Arthur Schopenhauer Wir alle haben bisher aber woanders gesucht. Wir haben dort gesucht, wo es uns vorgegeben wurde zu suchen. Und wir haben diejenigen belächelt, die uns empfohlen haben, woanders zu suchen. Und falls wir doch begonnen haben, innen zu suchen, haben wir falsch gesucht. Es ist nicht so, dass irgendwo tief in uns vollkommen verschüttet das Glück auf uns wartet. Genauso wie wir das Glück außerhalb von uns nicht finden können, können wir es auch in uns nicht finden. Und wir können es nicht finden, weil wir denken, dass es etwas zu finden gibt. Wir suchen nach dem Glück wie nach einem Objekt. Als hätten wir irgendwo einen Schlüssel verlegt! Du kannst dir das wie in einer Wohnung von einem Messie vorstellen. Alles ist verdreckt. Es ist unfassbar unordentlich. Es wurde seit Jahren nicht mehr aufgeräumt. Und dann durchwühlst du die ganze Wohnung auf der Suche nach dem Glück. Und diese Metapher funktioniert sowohl für die äußere Suche als auch für die innere. Wir wühlen die ganze Zeit im Müll. Und wir durchstöbern ihn. Wir bringen ihn vom einen ins andere Zimmer. Aber wir vergessen und verpassen vollkommen, dass wir erst einmal den Müll rausbringen müssten. Nicht nur einen Teil davon, den gesamten Müll, alles entsorgen. Der Messie, dem die Wohnung gehört, ist unser Verstand. Und der versucht uns die ganze Zeit davon zu überzeugen, dass es doch genügt, wenn man nur 10 % macht oder nur ein Zimmer. Und er versucht die gesamte Zeit mit uns zu verhandeln und er besticht uns durch Versprechen. Versprechen, die er nie einhalten kann, weil er gar nicht weiß, wie es ist, weil er vollkommen den Durchblick verloren hat. Und er kann den Durchblick auch nie gehabt haben, denn sonst wäre die Wohnung nicht so vermüllt. Die vermüllte Wohnung ist ein Ausdruck seines Zustandes und er will es unter gar keinen Umständen zulassen, dass du den gesamten Müll aus der Wohnung bringst. Wenn du stur bleibst und die Wohnung trotzdem entmüllst, dann brauchst du das Glück nicht mehr suchen, weil jetzt Entspannung hier ist. All die mülligen Gedanken sind weg. Und du kannst gar nichts mehr suchen, weil alles offen vor dir liegt. Die Suche ist einfach weggefallen, weil die Suche nur im Müll möglich und notwendig ist. Nur solange du im Müll lebst, fragst du dich die ganze Zeit: "Warum?" Du suchst nach dem Sinn des Lebens. Du suchst nach dem Glück. Wenn der Müll weg ist, fallen die Fragen weg. Und nachdem ich dir jetzt diese Metapher erzählt habe, ist mir klar, dass das eine gute Beschreibung für meine Arbeit ist. Ich bin dein Müllmann. Und dein Verstand schafft es nicht, mir den Müll als etwas Wichtiges zu verkaufen. Ich gebiete dem Einhalt, der den Müll produziert. Und das funktioniert selbstverständlich nur, wenn du bereit bist. Und ich brauche deine Erlaubnis dafür. Ich bin nicht von meiner Berufung getrieben, der Müllmann zu sein. Und wenn ein Messie nicht bereit ist, dann hat es auch keinen Wert, wenn du ihm den besten Müllmann aller Zeiten schickst. Die saubere Wohnung hält dann maximal ein paar Tage. Und in kürzester Zeit sieht es wieder so wie vorher aus. Du musst also auch bereit sein zu lernen, wie du selbst dieser Müllmann wirst. Auf der Suche nach dem Glück ist der Müllmann wichtiger als der Pfadfinder. Der Pfadfinder ergötzt sich in der Suche. Der Müllmann macht die Suche überflüssig.