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    17.7.2024AQ 2427
    »"Die Belohnung für Anpassung ist, dass jeder dich mag, außer du dich selbst.«
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    "Die Belohnung für Anpassung ist, dass jeder dich mag, außer du dich selbst." Rita Mae Brown Was von dir erwartet wird, ist Konformität. Und diese Konformität wird belohnt. Die Menschen mögen dich, weil du in ihr Konzept passt. Und wenn diese Anpassung keinen Haken hätte, dann wäre alles wunderbar. Es wäre perfekt. Du würdest den Ansprüchen und Anforderungen nachkommen. Du würdest allen Erwartungen entsprechen, hättest Spaß dabei und wirst deshalb von allen gemocht. Dummerweise gibt es eine Kehrseite dieser Medaille. Und das beginnt gar nicht damit, dass du dich nicht magst. Es beginnt damit, dass du dich verleugnen musst. Und es beginnt damit, dass du dann gar nicht mehr weißt, was du willst. Deine Anpassung wirkt anfangs für dich gar nicht schlimm, denn an die erste Anpassung kannst du dich wahrscheinlich nicht mehr erinnern. Und seitdem lebst du angepasst. Und das ist auch nicht schlimm. Es fühlt sich nicht schlimm an. Und es wirkt sich anfangs noch nicht einmal aus. Je besser du dich anpassen kannst, desto später kannst du die Kehrseite der Medaille überhaupt erst entdecken. Wenn Menschen diese Kehrseite entdecken, dann sprechen sie von Midlife Crisis, Depression, Sinnsuche oder auch Burnout. All das sind nur die Symptome. Der Kern davon ist deine Anpassung, die du notfalls entgegen deiner eigenen Überzeugung durchsetzt. Du setzt dich gegen dich selbst durch. Eine ziemlich absurde Situation. Für die meisten Menschen ist es unmöglich, diese Situation zu begreifen und zu durchschauen. Sie suchen im Moment ihres Versagens lieber weiter nach äußeren Möglichkeiten, damit sie wieder in der Lage sind, sich anzupassen. Um diese Anpassung zu erreichen, sind sie sogar bereit, Medikamente zu nehmen. Sie gehen weiter lieber gegen sich selbst vor, als zu erkennen, dass das die Ursache für ihr Problem ist. Denn im Kern kannst du dich nicht anpassen. Dein Kern wird sich niemals anpassen. Er passt nicht dazu im Sinn von Gleichheit. Und trotzdem passt er dazu, aber nur im Sinn von Ergänzung. Das zu erkennen, ist der erste wichtige Schritt. Wenn du das dann auch leben willst, erscheint das als eine absolute Unmöglichkeit. Der Grund dafür ist sehr einfach. Du bekommst jede Menge Gegenwind, den bist du nicht bereit auszuhalten, geschweige denn zu fühlen. Und deshalb tendierst du ganz schnell wieder zur Anpassung. Denn das kennst du. Das ist dir vertraut, weil du es gewöhnt bist. An dieser Stelle gibt es immer wieder Menschen, die laut aufschreien und sagen: Nein:," Stefan, ich passe mich nicht an. Ich bin ein Rebell." Das ist erstens nicht damit gemeint. Und zweitens sind die Rebellen oft angepasster als alle anderen. Ein lustiges Beispiel sind südländische Männer. Die haben eine riesen Klappe. Und wenn Mama ruft, spuren die alle. Ein anderes Beispiel sind die Rebellen, die sich Anarchisten nennen, die aber gleichzeitig von Hartz vier abhängig sind. Das macht keinen Sinn. Ein Rebell muss unabhängig sein. Oder anders gesagt, ein abhängiger Rebell ist keiner. Es geht also nicht um das, was du nach außen zeigst, sondern um das, was du nach innen lebst. Und um dich selbst wieder mögen zu können, musst du unbedingt unabhängig von Belohnungen werden. Nur so wirst du auch unabhängig von Anpassung.