Du hast einen Absolutheitsanspruch. Für das heutige Thema habe ich noch kein echtes Zitat. Ich hätte fast gesagt: "Du hast einen Absolutheitsanspruch." Das Problem daran ist, dass das kein Ego verstehen wird. Solche Zitate werden vom Ego ganz im Gegenteil liebend gerne missbraucht. Deshalb möchte ich es dir ganz privat unter uns erklären. Ohne große Öffentlichkeit. Also sage ich es dir jetzt noch einmal unter uns: "Du hast einen Absolutheitsanspruch." Dieses Zitat beinhaltet ein riesengroßes Problem. Kein Ego wird das Zitat verstehen und jedes Ego wird dieses Zitat falsch auslegen. Es geht vom Prinzip her um eine ganz einfache Sache. Aber nur, wenn man sie beobachten kann. Und beobachten kann man sie nur, wenn man fühlen kann. Und fühlen kann man vielleicht nur, wenn man den Verstand verlassen kann oder den Verstand verlassen will. Es gibt in deinem Leben keine Relativität. Du erlebst das, was du erlebst, nicht relativ, sondern absolut. Du erlebst es so, wie du es erlebst und nicht anders. Und zwar keinen Millimeter anders. Du hast auch nichts anderes als dein eigenes Erleben, dein eigenes absolutes Erleben. Und dieses absolute Erleben wird dir durch Relativierung ausgetrieben. Es wird dir gesagt: "Du musst auch an die anderen denken." Und es wird dir gesagt: "Du musst dich in die anderen hineinversetzen." Das ist aber überhaupt nicht möglich, denn du weißt nicht, was die anderen gerade fühlen. Und du weißt auch nicht, was sie gerade denken. Deshalb sagt man dir: "Es ist wichtig, mit den anderen zu sprechen, um zu erfahren, was sie fühlen und was sie denken." Das Problem dabei ist, die sind alle in ihrem Ego gefangen. Die denken und fühlen alles Mögliche und alles Unmögliche. Und du auch. Mit dieser Relativierung versuchen die Menschen, die anderen zu verstehen, bevor sie sich verstanden haben. Sie versuchen, die anderen zu heilen, bevor sie sich selbst geheilt haben. Und diese Anleitung, die du da als Kind bekommst, die organisiert dir einen ausgemachten Hirnfick. Denn das, was da von dir verlangt wird, kannst du nicht leisten. Es ist schlicht und ergreifend nicht möglich. Es ist ja noch nicht einmal denen möglich, die dir das empfehlen. Sie empfehlen dir etwas, das sie selbst nicht können. Und das wissen sie noch nicht einmal. Sie denken, sie könnten das. Sie könnten alle mit einbeziehen und sie könnten alles relativ sehen. Diese Relativierung ist aber gegen deine Natur. Deine Natur ist: Du bist Bewusstsein, das wahrnimmt. Und du nimmst auf deine eigene individuelle Art und Weise wahr. Du nimmst nicht so wahr, wie andere wahrnehmen. Und es hat keinen Wert, wenn du so wahrnimmst, wie andere wahrnehmen. Außerdem geht das gar nicht. Und da die ganze Welt wahnsinnig ist, behaupten sie, dass dein Absolutheitsanspruch, also dein absolutes individuelles Erleben dein Ego sei. Dabei ist es das Ego, das dir das erklärt. Falls du es gerade noch nicht denkst, helf ich dir und sag dir, was das Ego der meisten Menschen in diesem Zusammenhang denkt. Vielleicht erwischst du dich ja selbst dabei. Die vollkommen falsche Annahme des Egos ist folgende: Wenn jeder nur in seiner eigenen Welt lebt, dann gibt es keine Gemeinschaft. Dann denkt jeder nur an sich. Dann ist jeder egoistisch und es ist für die anderen nicht gesorgt. Tatsächlich ist für jeden gesorgt, weil jeder in diesem absoluten Erleben bleiben darf. Es ist die falsche Annahme des Egos, dass der Mensch schlecht sei. Und diese Annahme lebt das Ego aus, indem es dir verbietet, einen Absolutheitsanspruch zu entwickeln. Tatsächlich wirst du viel versöhnlicher und viel fähiger, mit Menschen klarzukommen, wenn dir klar ist, dass es für dich stimmt, so wie du es erlebt hast. Denn dann kannst du jedem anderen zugestehen, dass es für ihn nicht stimmt, dass es für ihn anders ist, weil er in seinem absoluten Erleben anders erlebt als du, was ja auch notwendig ist, denn sonst bräuchte es ihn gar nicht. Dann könnten wir ja auf alle anderen verzichten. Kollektivismus schadet deiner spirituellen Entwicklung. Die Idee, dass du dich um andere kümmern musst, schadet deiner spirituellen Entwicklung. Und nein, das heißt nicht, dass du nie wieder jemandem etwas Gutes tun darfst. Das ist nur das verrückte Ego, der vollkommen durchgeknallte Verstand, der so etwas denkt. Wenn du wieder auf dich schaust, wenn du dein Erleben wieder als relevant einstufst, dann wirst du viel umgänglicher und nicht schwieriger. Schwierig sind wir jetzt. Schau dir die Welt an! Schau dir die Menschen an! Schau dir an, wie sie streiten! Schau dir an, wie sie Krieg führen! Nicht nur im Großen, ganz oft im Kleinen ... enorme Kriege. Wir sind auf Relativismus hereingefallen. Dieser Relativismus bildet unser Ego und das sagt uns dann, dass wir uns alle anpassen müssen, sozialverträglich sein müssen, denn sonst geht die Welt zugrunde. Ist dir klar, dass dadurch niemand seine Stärken ausbauen kann und dass jeder, der seine Stärken lebt, als furchtbarer Egoist gesehen wird? Der Relativismus ist die beste Möglichkeit, Menschen kleinzuhalten, weil sich niemand etwas traut. Und genau das geschieht bei jeder Entwicklung in Richtung Kollektivismus.