Alles, wovor wir Angst haben, ist längst eingetreten. Alles, wovor du Angst hast, muss dir bekannt sein. Sonst könntest du keine Angst haben. Das tatsächlich Unbekannte macht dir keine Angst. Wie könntest du vor etwas Angst haben, das du nicht kennst? Du kennst es ja nicht und weißt nicht, was es ist. Es gibt keine Angst vor dem Unbekannten. Es gibt nur Angst vor dem, womit du bereits eine schlechte Erfahrung gemacht hast. Immer dann, wenn du Angst vor etwas hast, schau genau hin. Du kennst es bereits. Du weißt ganz genau, was es ist. Du bist nicht unsicher, weil du nicht weißt, was dich erwartet. Du bist unsicher, weil du die Unsicherheit kennst, die das auslöst. Und da es immer schwierig ist, ganz allgemein zu sprechen, verwende ich jetzt einfach ein Beispiel. Du musst für dich selbst den Transfer hinbekommen, was es für dich bedeutet. Ich habe heute auf Telegram das folgende Zitat gepostet: "Du hast deine Einnahmen versteuert. Vom versteuerten Geld kaufst du dir etwas und zahlst dabei noch einmal Steuern. Wenn es dir dann gehört, zahlst du für den Besitz noch einmal jährliche Steuern und dann hast du Angst vor Bitcoin, weil es ein Pyramidensystem sein könnte." Wovor du bei Bitcoin Angst hast, ist nicht Bitcoin, denn du kennst ihn gar nicht. Du hast keine persönliche Erfahrung damit. Wovor du Angst hast, ist, dass dir das, was du schon sehr gut kennst, noch einmal passiert, dass es sich wiederholt. Du kennst es schon, ausgebeutet zu werden. Du willst es nur nicht wahrhaben. Wenn du es wahrhaben würdest, könntest du auf niemanden sauer sein, der mehr hat als du. Du könntest niemandem böse sein, der andere austrickst. Denn du würdest deine Rolle dabei erkennen. Du würdest erkennen, dass du mitmachen musst, aber du projizierst deine Angst lieber in die Zukunft, in das angeblich Unbekannte. Es ist dir aber nur unbekannt, weil du das, wie es jetzt gerade ist, nicht wahrhaben willst. Du willst die Dinge nicht beim Namen nennen. Und du willst deiner Einstellung einen sozialen Anstrich geben. Du willst so tun, als würdest du der Gemeinschaft gerne etwas geben. Und trotzdem suchst du nach der Möglichkeit, Steuern zu sparen. Und wenn nicht, warum gibst du dann nicht freiwillig mehr? Wann hast du das letzte Mal freiwillig mehr überwiesen, als du musst? Ein Stockholmsyndrom, das man sein gesamtes Leben lang erlebt, nimmt man nicht mehr wahr. Und man behauptet dann, das sei das Unbekannte, vor dem man Angst hat. Es ist dir so sehr bekannt, dass es zu deinem Eigenen geworden ist. Du hast es für dich vor dir und vor allen anderen gerechtfertigt, dass es gut ist, was mit dir passiert, was mit dir gemacht wird. Du hast nicht Angst vor der Zukunft. Du hast Angst davor, dass sich die Vergangenheit und die Gegenwart wiederholen. Das ist ein schauderhafter Prozess. Du müsstest jetzt gerade Angst haben. Doch diese Angst verdrängst du und projiziert sie in die Zukunft. Stattdessen könntest du die Angst, die jetzt gerade da ist oder zumindest da sein müsste, im Körper fühlen. Wenn du das tust, durchschaust du deine eigene Programmierung. Du weißt dann, warum du verdrängst und warum du lieber Angst vor einer Zukunft hast, als sie jetzt zu fühlen. Nichts Unbekanntes kann uns Angst machen. Wir haben immer nur Angst vor dem, wie es jetzt bereits ist.