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    11.7.2024AQ 2421
    »Wenn Menschen Liebe gepredigt wird, lernen sie nicht lieben, sondern predigen.«
    0:006:23
    »Wenn Menschen Liebe gepredigt wird, lernen sie nicht lieben, sondern predigen.« Alice Miller Verstehst du jetzt, warum in der Mainstreamspiritualität nichts Spirituelles passieren kann? Verstehst du jetzt, warum die Spirituellen alle kommentieren, statt das, was sie von den Lehren gehört haben, zu leben? Verstehst du jetzt, warum es in der spirituellen Szene alle besser wissen? Sie haben die falschen Vorbilder. Denn der Großteil der Lehrer ist damit beschäftigt, zu predigen. Natürlich nicht alle, aber die meisten. Und wenn sie nicht predigen, dann haben sie zumindest eine große Vision. Und sind wahnsinnig intensiv damit beschäftigt, anderen zu helfen und die Welt zu heilen. Du lernst nie das, was gepredigt wird. Du lernst immer predigen. Du lernst das Verhalten derjenigen, die du beobachtest und bewunderst. In der Spiritualität geht es aber nicht um dein Verhalten. Es geht um deinen Einzug in dein Inneres. Es geht nicht darum, wie du nach außen erscheinst, ob du glücklich, erfolgreich und visionär erscheinst. Es geht darum, wie du innerlich tatsächlich bist und ob du das, wie du bist, aushalten kannst. Ob du in der Lage bist, dich so zu fühlen, wie du dich jetzt fühlst. Das ist die mächtigste Übung, die es gibt. Alles andere bringt dich weg von dem, worum es geht. Wir haben meistens die falschen Vorbilder. Wir legen Wert auf unsere Erscheinung. Wir wollen beeinflussen, was andere von uns halten. Und daran passen wir unser Verhalten an. Dabei interpretieren wir doppelt. Erstens interpretieren wir, was bei anderen gut ankommt. Und zweitens interpretieren wir, wie wir uns verhalten müssen, damit das bei den anderen ankommt. Und das, was wir da interpretieren, sind immer wir. Wir denken das. Wir meinen das. Wir interpretieren das. Nicht für die anderen, für uns. Wenn du also anderen etwas vorspielen willst, willst du dir selbst etwas vorspielen. Wenn du anderen imponieren willst, willst du dir selbst imponieren. Wenn du als erfolgreich gelten willst, willst du dich selbst als erfolgreich bewerten. All das, was du von außen willst, bekommst du innen. Und das ist leichter und gleichzeitig schwieriger. Denn dich selbst als erfolgreich zu bezeichnen, ist sehr einfach. Ob dann dein Gefühl mit dieser Aussage dir selbst gegenüber konform geht, ist eine andere Sache. Und so merkst du, dass es dir immer nur um die Gefühle geht. Es ging dir noch nie um etwas anderes. Du konntest es nur nicht sehen und du hast es falsch interpretiert. Alles, was du dir von anderen gewünscht hast und tatsächlich dir selbst geben wolltest, war immer nur ein anderes Gefühl als das Gefühl, das jetzt gerade hier ist. Um aber andere Gefühle fühlen zu können, musst du erst einmal in der Lage sein, das fühlen zu können, was jetzt hier ist. Ohne diese Fähigkeit kannst du außen und innen so viel umbauen, wie du willst. Du wirst niemals zum Ziel kommen. Und du wirst von anderen immer das lernen, was sie machen und nicht das, was du lernen willst. Du wirst immer lernen zu predigen, statt zu lieben. Geh zu Menschen, die nicht predigen, sondern das tun, was du auch willst.