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    9.7.2024AQ 2419
    »Die Basis von Sucht ist nicht das Mittel, sondern der Wunsch, Schmerz zu vermeiden.«
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    Die Basis von Sucht ist nicht das Mittel, sondern der Wunsch, Schmerz zu vermeiden. Wir sind nicht süchtig nach Mitteln ohne Grund. Unsere Suchtmittel haben einen sehr guten Grund. Wir suchen ihre Hilfe, um das zu verdrängen, was wir erleben. Menschen, die eine Sucht haben, die ihre andernfalls erlebte Realität erfolgreich verdrängt, waren bei dieser Suche höchst erfolgreich. Sie haben gefunden, was sie gesucht haben. Und wir sollten sie beglückwünschen, denn wir haben das nicht gefunden und verdrängen auf andere Art und Weise. Die meisten von uns verdrängen durch Anpassung und Dissoziation. Und das halten wir für gesünder. Der Effekt ist aber der gleiche. Wir wollen uns mit der von uns erlebten Realität nicht beschäftigen. Wir wollen nicht fühlen. Jetzt bin ich kein Befürworter von Drogen. Ich bin aber auch kein Befürworter von Stockholmsyndrom, Unterwerfung und Dissoziation. Und wenn du aufgrund deiner Gefühle oder man sagt auch aufgrund deiner Meinung Angst hast, gesellschaftlich ausgeschlossen zu werden und dich deshalb anpasst, den anderen nach dem Mund redest und versuchst überhaupt gar nicht aufzufallen, dann ist das nicht besser, als Drogen zu nehmen. Drogen sind nur leichter erkennbar und deshalb leichter zu verurteilen. Deine Anpassung aufgrund von Angst bekommt außer dir niemand mit. Außer Menschen, die tiefer sehen. Menschen, die sich selbst in- und auswendig kennen und deshalb auch dich sehen können. Diese Menschen kannst du versuchen zu blenden und vielleicht gelingt es über einen gewissen Zeitraum. Aber ganz sicher nicht so lange, wie du es schaffst, den Rest der Gesellschaft zu blenden. Es wird ihnen auffallen, was du treibst. Sie werden es dir aber nicht sagen, außer du fragst sie. Diese Menschen sind gefährlich für dein Ego. Sie werden den üblichen Bullshit, den du vorbereitet hast, den du auf Lager hast, nicht einfach so hinnehmen. Dazu musst du aber bereit sein, dich zu konfrontieren. Du musst sie fragen. Du musst auf sie zugehen. Du musst offen sein für sie. Solange du Nebelbomben wirfst, sind sie für dich nicht zugänglich, weil du für sie nicht zugänglich bist. Sie durchschauen dich von Anfang an, aber du musst offen sein und es zulassen. Denn zu erkennen, dass du süchtig bist nach einem Mittel, das angeblich abhängig macht, ist im Verhältnis zu der Herausforderung, vor der du stehst, ein Spaziergang. Denn deine Sucht besteht in dem Wunsch nach Schmerzvermeidung durch Anpassung und Hörigkeit. Das zuzugeben ist der größte Schmerz, den du fühlen kannst. Denn das bedeutet, dass du dich selbst verraten hast. Und das kannst du nur dann zugeben, wenn du gleichzeitig erkennst, dass dich niemand mehr zu irgendetwas zwingen kann. Auch dann nicht, wenn du es dir noch so intensiv einbildest. Du bist frei, aber du bist wie ein kleiner Elefant, den man an einen kleinen Pflock angebunden hat und der nicht die Kraft hatte, sich davon loszureißen. Und obwohl er mittlerweile erwachsen ist und die Kraft hätte, hat er irgendwann aufgehört, es überhaupt zu versuchen. Und deshalb kann man ihn mit einer Kette, die er längst sprengen könnte, immer noch festhalten. Und wenn jetzt jemand zu diesem erwachsenen Elefanten geht und ihm sagt, dass er frei ist, dann protestiert der Elefant lieber, als die Wahrheit zu hören. Er lässt sich alle möglichen und unmöglichen Argumente einfallen, warum seine Sucht nach Anpassung und Unterwerfung vollkommen berechtigt ist. Und die stursten Elefanten verteidigen diese Überzeugung notfalls mit ihrem Leben. Wenn du die härteste, aber ehrlichste Begleitung willst, die du als sturer Elefant bekommen kannst, dann komm in die Intensiventbildung nach Arco.