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    6.7.2024AQ 2416
    »Die gefährlichsten Menschen sind die mit einer Vision.«
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    Die gefährlichsten Menschen sind die mit einer Vision. Eine Vision ist nur dann notwendig, wenn du mit dem, wie es jetzt gerade ist, nicht einverstanden bist. Wenn du mit dem, wie es jetzt gerade ist, nicht einverstanden bist, lebst du im Ego. Und wenn ein Ego eine Vision entwickelt, wird es gefährlich. Denn alles, was das Ego von der Welt weiß, hat es sich eingebildet. Und diese Einbildung sorgt dann für Verbesserungsideen. Aus dieser Einbildung entsteht die Idee von Optimierungsmöglichkeiten, während die Grundlage für diese Optimierungsmöglichkeiten aber gar nicht gesehen wird. Vor allem wird sie nicht überprüft. Das Ego kann seine eigene Grundlage überhaupt nicht überprüfen, denn das wäre sein Tod. Wenn nicht der sofortige Tod, dann zumindest der schleichende. Und damit diese Grundlage des Egos nicht zerstört wird, entwickelt es eine Vision. Diese Vision verstärkt dann sogar noch die Grundlage und sorgt dafür, dass sie konstant erhalten bleibt. Denn die Vision wird ja als etwas Positives angesehen und etwas, das positiv ist, kann doch keine falsche Grundlage haben. Es hat aber eine falsche Grundlage. Und das ist die Annahme, dass hier irgendetwas so ist, wie es nicht sein sollte. Alles ist so, wie es sein sollte, denn nur weil es so ist, besteht überhaupt die Möglichkeit, dass du dich erkennst. Menschen, die Spiritualität nicht leben, empfinden solche Sätze als einen Widerspruch, denn sie sind sehr wohl der Meinung, dass ganz dringend etwas geändert werden muss. Ich habe aber überhaupt nicht gesagt, dass nichts verändert werden darf. Veränderung geschieht jeden Moment. Und damit geschieht Veränderung aus dem Moment heraus und nicht aufgrund von einer Vision. Die Vision lässt uns an falschen Zielen festhalten, weil sie eine falsche Grundlage hat. Spontane Veränderung hat kein Ziel und damit auch keine falsche Grundlage. Menschen mit einer Vision haben außerdem die unangenehme Eigenschaft, andere mitnehmen zu wollen. Sie sind im jetzigen Moment auch nicht verfügbar, denn sie leben ja selbst die ganze Zeit in ihrer Vision. Sie identifizieren sich dann mit dieser Vision und damit identifizieren sie sich wieder einmal mit etwas, das sie nicht sind. Du bist bereits vor jeder Vision. Du bist sogar vor jeder Idee und vor jedem Gedanken. Und du bist auch vor jedem Gefühl. Du bist immer schon hier, bevor irgendetwas passiert. Wünsche und Visionen sind eine Ablenkung von dem, was immer schon hier ist. Menschen mit Visionen sind deshalb gefährlich, weil sie diese Vision aus der bestehenden Programmierung heraus entwickeln und vorantreiben. Aus dieser Programmierung heraus können sie ihre Vision niemals hinterfragen. Sie können sie höchstens ändern und eine neue Vision entwickeln. Der Tod des Egos ist der Tod jeder Vision. Nur ein ausgeprägtes Ego kann eine Vision überhaupt aufrechterhalten. In der Präsenz von immerwährender Wahrheit kann eine Vision nicht bestehen. Denn im Licht der Wahrheit weißt du nicht, wie es sein sollte. Oder besser und noch krasser ausgedrückt: Im Licht der Wahrheit weißt du, dass es genau so sein soll, wie es jetzt gerade ist. Diesen Tod will unser Ego nicht sterben und deshalb entwickelt es eine gefährliche Vision.