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    29.6.2024AQ 2409
    »Ich sehe außen und fühle innen.«
    0:008:06
    Ich sehe außen und fühle innen. Dadurch löst sich die Welt, wie ich sie mir vorgestellt habe, auf. Wenn du außen wahrnimmst und innen fühlst, beginnst du, innen zu leben und nicht mehr außen. Selbstverständlich hast du schon immer innen gelebt und nicht außen, aber du hast es dir eingebildet. Du hast so getan, als käme die Welt auf dich zu, als gäbe es außerhalb von dir etwas, das du außerhalb von dir regeln musst. Das ist nicht der Fall. Es gibt außerhalb von dir nichts, was du außerhalb regeln kannst. Alles, was du außerhalb von dir regeln willst, musst du und kannst du nur in dir regeln. Selbst dann, wenn du versuchst, außerhalb von dir etwas zu regeln, regelst du es trotzdem in dir. Ein ganz einfaches Beispiel: Wenn du willst, dass der andere sich verändert, dann willst du das nicht für ihn, sondern für dich. Und nicht für dich außen, sondern für dich innen. Du willst, dass sich der andere verändert, damit du dich anders fühlst. Damit du das, was du fühlst, wenn er sich so verhält wie momentan, nicht mehr fühlen musst. Du willst durch die Regelung außerhalb von dir innere Gefühle verändern oder vermeiden. Es ging dir noch nie um die anderen. Es ging dir immer nur um dich. Und selbst in der spirituellen Szene wird das als negativ bewertet. Das ist schließlich Egoismus. Aber das stimmt nicht. Es kann dir um gar niemand anderen gehen als um dich. Denn du erlebst ja auch nur dich. Selbst dann, wenn du der Meinung bist, dass du gerade andere erlebst. Du erlebst andere in dir. Wenn du andere in dir erlebst, wie sollte es dir um die anderen gehen? Es sind deine Gefühle im Zusammenhang mit anderen. Diese Gefühle sind nicht außerhalb von dir. Sie sind in dir. Deshalb hat es gar keinen Wert, falls du es schaffst, die anderen zu verändern. Denn die Gefühle sind ja in dir. Falls du es schon einmal versucht hast, andere zu verändern und es ist dir gelungen und sie haben sich verändert, dann war das Gefühl trotzdem noch in dir. Vielleicht nicht im Zusammenhang mit dem, der sich verändert hat, dafür in einem anderen Zusammenhang, unter anderen Umständen, mit anderen Menschen. Was du also tatsächlich schon dein ganzes Leben lang versuchst, ist Gefühle aufzulösen. Du versuchst Gefühle zu verdrängen oder irgendwie wegzumachen. Nur die Methode ist fraglich. Du versuchst es bisher über die Veränderung von anderen. Und du kannst dir selbst die Fragen stellen: "Wie erfolgreich war ich damit bisher? Wie viel hat es mir gebracht? Wie sehr hat es mir geholfen, dass sich die anderen verändert haben? Weil ich es so wollte. Weil ich sie gebeten oder vielleicht sogar gezwungen habe." Welchen Wert hat das, wenn sich jemand dir zuliebe verändert? Erst einmal bist du erleichtert. Aber dann kommt das Gefühl zurück. Und dann wird das Gefühl entweder bei viel kleineren, banalen Dingen ausgelöst oder einfach bei anderen, in anderen Situationen. Und dann hast du es wieder, obwohl du es geschafft hast, außerhalb von dir etwas zu verändern. Es gibt nur einen einzigen Grund, warum wir das bisher falsch machen. Wir beobachten nicht genau genug. Wir sind nicht ehrlich zu uns selbst. Und man könnte sagen, wir sind verbohrt. Wir wollen nichts anderes ausprobieren. Und falls wir es ausprobieren, geben wir viel zu schnell auf. Wir sind Versprechen von Quick Fixes gewohnt. Wir wollen die eine schnelle Lösung. Und so basteln wir an unserem Flickenteppich, statt radikal zu den Wurzeln vorzudringen. Lieber bestehen wir weiter auf unserer Einbildung, auf der Welt, wie sie uns erklärt wurde und wie sie derzeit in uns erscheint, wie wir sie uns aber auch überwiegend einbilden. Wir kriegen das gar nicht mit. Man nennt das Überzeugung. Wir sind überzeugt oder wir glauben etwas. Das bedeutet, dass wir es nicht wissen. Wenn wir außen sehen und innen fühlen, werden wir wieder zu Wissenden und zu Weisen. Das ist alles, was die Welt braucht. Die Welt in dir, nicht die Welt außerhalb von dir.