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    27.6.2024AQ 2407
    »Mentale Stabilität kommt nicht aus dem Geist.«
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    Mentale Stabilität kommt nicht aus dem Geist. Der Begriff 'mentale oder geistige Stabilität' ist auch vollkommen falsch gewählt. Was damit gemeint ist, ist nämlich kein stabiler Geist, sondern ein ruhiger. Und ruhig wird ein Geist erst, wenn es nichts mehr zu fühlen gibt, was er verdrängen muss. Das bedeutet entweder, dass keine Gefühle hier sind, oder dass du alle Gefühle fühlen kannst. Und das, ohne dass die Notwendigkeit der Verdrängung entsteht. Mentale Stabilität kommt also aus einem ruhigen Geist und ein ruhiger Geist kommt von emotionaler Gelassenheit. Emotionale Gelassenheit entwickelst du aber nicht durch das Verdrängen von Emotionen, sondern durch die Fähigkeit, jedes Gefühl so hier sein zu lassen, wie es jetzt gerade ist. Wenn wir die angestrebten Zustände falsch bezeichnen, sind wir natürlich nicht in der Lage, sie zu erreichen, denn wir wissen ja gar nicht, wo der Hund begraben liegt. Wir denken dann, wir müssten mental stabil sein. Und diese mentale Stabilität versucht ein in sich instabiler Verstand herzustellen. Das kann nicht funktionieren. Es wird erst ruhig, wenn die Notwendigkeit zu denken wegfällt. Instabiles Denken ist notwendig, solange wir uns in unseren Gefühlen nicht stabilisieren. Und auch die Stabilisierung in den Gefühlen findet nicht dadurch statt, dass wir sie stabil halten. Sie kommt dadurch, dass wir mit der Instabilität umgehen können und jederzeit bereit sind, Instabilität zu erleben, was ja nur bedeutet, wechselhafte Gefühle wahrnehmen statt verdrängen. Verrückterweise führt die Verdrängung von Gefühlen zu wechselhaften Gefühlen, denn das Gefühl wird ja durch einen Gedanken verdrängt, der sofort ein neues Gefühl hervorbringt. Die Grundlage für dieses Gefühl ist nicht der Gedanke. Der Gedanke ist der Auslöser. Diese Gefühle sind alle in uns und sie sind wechselhaft abrufbar durch Gedanken. Wenn du bereit und in der Lage bist, alle deine Gefühle zu fühlen, dann fällt als Allererstes die Wechselhaftigkeit der Gefühle weg. Wenn du keines deiner Gefühle mehr verdrängen musst, wirst du mental stabil. Dein Geist wird ruhig oder zumindest ruhiger. Nichts davon kannst du über mentales Training erreichen. All das ist Wahrnehmungs- und Aufmerksamkeitstraining. Das ist Spiritualität im eigentlichen Sinn und im Kern. Keine Methode, kein Gedanke und auch keine bestimmte Körperhaltung. Es ist deine Fähigkeit, die Aufmerksamkeit von den Gedanken abzuziehen. Dadurch erscheinst du mental stabil. Und das fühlt sich gar nicht besonders an, sondern normal.