Es ist ein Unterschied, ob du dich darüber beschwerst, wie es ist, oder ob du erkennst, wie es ist. Solange du dich darüber beschwerst, wie es ist, bist du im Gefängnis. Sobald du erkennst, dass es so ist, bist du frei. Der Unterschied liegt in deinem Gefühl. Wenn du dich beschwerst, fühlst du dich ausgeliefert. Und wenn du dich ausgeliefert fühlst, hast du keine Hoffnung auf Änderung. Du kannst dir noch nicht einmal vorstellen, dass es anders sein könnte. Und weil du es dir nicht vorstellen kannst, änderst du auch nichts. Diese Situation ist von ganz vielen Ja-Abers gekennzeichnet und sie beinhaltet auch viel Sturheit. Denn selbst wenn Lösungen an dich herangetragen werden, haben sie für dich einen Haken. Du beschwerst dich dann darüber, dass das zwar eine Lösung ist, aber keine, wie du sie dir vorstellst. Du hättest gerne, dass sich die Welt von heute auf morgen ändert und das Problem einfach verschwindet. Und das, obwohl du in deinem eigenen Leben feststellen kannst, dass das noch nie funktioniert hat und noch nie eingetreten ist. Ein Problem lässt sich immer nur auf der individuellen Ebene lösen und die meisten Lösungen beinhalten einen Haken und an genau den willst du dich nicht anpassen. Du willst darauf bestehen, dass es eine Lösung ohne Haken geben muss. Und die kann es nicht geben, denn sonst gäbe es kein Problem. Das Problem existiert ja gerade deshalb, weil du dich in einem bestimmten Bereich weigerst, flexibel zu sein, weil du lieber jammerst, als eine Lösung zu finden. Manche nennen das dann Pragmatismus. Ich sehe das anders. Ich stelle die Frage: "Wie wichtig ist mir eine Lösung?" Und wenn die Lösung eines Problems die oberste Priorität hat, dann gibt es nichts, was mich aufhalten kann. Dann fallen alle Ja-Abers entweder weg oder ich arbeite an ihnen. Ich schaue sie mir genau an und ich entscheide, ob ich wirklich an ihnen festhalten will. Und dann gibt es eine einfache Möglichkeit zu erkennen, ob ich bereit bin für die Lösung. Solange ich an den Ja-Abers festhalte, bin ich nicht bereit. Und das ist kein Vorwurf. Das wird viel zu oft falsch eingesetzt. Das ist die Befreiung, nämlich: "Ah, okay, ich bin noch nicht so weit. Es ist mir noch nicht wichtig genug. Ich muss mich jetzt also gar nicht für eine Lösung des Problems entscheiden. Ich kann noch warten." Und dann kommt das tatsächliche Problem. Dann kommt dein Verstand, der sagt: "Nein, das ist trotzdem ein blödes Problem und wir müssen es loswerden." Und das, obwohl du gerade erst erkannt hast, dass es dir noch nicht wichtig genug ist. In dieser Reaktion des Verstandes, der sich einfach die ganze Zeit beschweren will, liegt immer unser tatsächliches Problem. Das Problem liegt nie in den Umständen, sondern immer in der Reaktion unseres Verstandes auf die Probleme. Ein Verstand, der nicht bereit ist, in Anwesenheit von Problemen zu entspannen. Dein Verstand wird nie bereit sein zu entspannen. Aber sobald du entspannst, merkst du den Unterschied, denn du wirst dich über Probleme nicht mehr beschweren. Du wirst erkennen, wie es ist. Und das ist bereits die Lösung. Alles andere, alles, was darauf folgt, sind nur Folgeerscheinungen deiner Lösung. Wenn du dich von einem Problem löst, entspannst du dich. Und diese Entspannung ist die Lösung, nach der du gesucht hast.