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    30.5.2024AQ 2379
    »Ich habe nichts gegen Reichtum, weil ich auch nichts gegen Armut habe.«
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    Ich habe nichts gegen Reichtum, weil ich auch nichts gegen Armut habe. Was viele bei meinen Zitaten nicht verstehen, was ich meine, findet nicht auf der Mir-doch-alles-egal-Ebene statt. Es findet auf der Ebene statt, dass alles erlebt werden kann, was sich zeigt. Ich behaupte auch nicht, dass das einfach ist. Es ist kein leichter Weg und keine Abkürzung. Aber es ist etwas, das funktioniert. Alles, was jetzt hier ist, bewusst wahrnehmen, nicht darüber nachdenken und Geschichten darüber erzählen, nicht in Leid oder Ekstase abdriften, sondern alles so erleben, wie es wirklich ist. Deshalb habe ich nichts gegen Reichtum, weil ich ihn genießen kann, wenn er jetzt hier ist. Und deshalb habe ich auch nichts gegen Armut, weil ich sie genießen kann, wenn sie jetzt gerade hier ist. Die eine Variante verstehen die meisten, denken sie. Sie verstehen sie gar nicht, denn sonst würden sie auch die zweite verstehen. Die meisten Menschen können verstehen, dass man Reichtum genießen kann. Das ist aber nur ihre Illusion, ihre Wunschvorstellung. Sie gehen davon aus, dass es so sein wird. Und sie finden die Idee, dass man Armut genießen könnte, geradezu pervers. Und die haben in mir einen beschissenen Sparringspartner gefunden. Denn ich habe es erlebt. Nicht als ganz tolles Wunder und alles war die ganze Zeit schön, sondern als eine wirklich harte Übung. Ich habe erlebt, was passiert, wenn in ungünstigen Umständen der Widerstand zur aktuellen Situation wegfällt. Auch dieser Wegfall war keine Magie und keine Errungenschaft. Es war eine Mischung aus Hingabe und Selbstermächtigung durch ‘stures in der Situation bleiben’, während ich meinen inneren Fokus verändert habe. Ich habe genauestens überprüft, was denn so schlimm und so beschissen an dieser Situation sein soll. Und je genauer ich diese Situation untersucht habe, desto deutlicher hat sich gezeigt, dass die schwierigsten Umstände die Gedanken sind. Die Gefühle waren noch nicht einmal ein Problem. Sie waren manchmal unangenehm, aber nicht unaushaltbar. Das Schlimmste war der Geist, der nicht hier sein wollte, der das, was gerade erlebt wurde, nicht erleben wollte. Und um das, was jetzt gerade hier war, nicht erleben zu müssen, hat er sich mit hypothetischen Gedanken beschäftigt, wie es besser wäre und was sich dafür verändern müsste. Der Verstand will das, was jetzt gerade hier ist, immer wegmachen. Da das nicht geht, steigert er sich in Gedanken rein. Er lenkt sich mit Hilfe von Gedanken und Wünschen ab. Es gibt Menschen, die sind sehr reich und denen geht es nicht gut. Und es gibt Menschen, die sind sehr arm und denen geht es gut. Natürlich gibt es auch das Umgekehrte. Es gibt Arme, denen geht es sehr schlecht und es gibt Reiche, denen geht es sehr gut. Daran kann man erkennen, dass es nicht von Armut oder Reichtum abhängt. Es hängt davon ab, ob du bereit bist, hier zu sein. Wenn du hier sein kannst, kannst du alles sein. Du kannst arm sein und du kannst reich sein und alles dazwischen. Und wenn du das kannst, wirst du genau das herausfinden: Dass es die Extreme gar nicht gibt, sondern dass alles dazwischen ist. Es gibt immer ein Weniger und es gibt auch immer ein Mehr. Deshalb wirst du immer dazwischen sein. Interessant wird es, wenn du auch wirklich mit drin und dabei bist. Dann ist das Dazwischensein kein notwendiges Übel mehr, sondern das Einzige, was existiert. Dann merkst du auch, wie sinnlos der Vergleich wird. Du musst den Vergleich als Konstrukt deshalb aber nicht ablehnen. Das ist künstlich spirituell. Du kannst immer noch vergleichen. Das ist die Fähigkeit deines Geistes. Und du kannst dich trotzdem wohl und zu Hause fühlen. Das ist die Fähigkeit deiner Seele.