Du musst die Welt nicht verstehen, wenn du sie fühlst. Wenn du die Welt fühlst, kannst du sie erkennen, ohne sie verstehen zu müssen. Da es uns aber anders beigebracht wurde, sind wir das nicht gewöhnt und wehren uns sogar dagegen. Die einzige Variante, die wir kennen, ist das Verstehen oder das Verständnis über den Verstand. Wir denken, wir könnten die Welt begreifen, indem wir über sie nachdenken. Das ist aber nur ein Zugang und es ist der langsamste und der schlechteste. Es gibt einen viel, viel besseren. Bei dem verstehst du keine Details. Du kannst es auch nicht gut erklären, aber du hast ein Gefühl dafür. Und genau darüber läuft dieses “Verständnis” in Anführungsstrichen. Über dein Gefühl verstehst du die Welt viel schneller und viel besser als über den Verstand. Und es gibt auch einen Trick, wie das noch besser geht: Indem du fühlst, während du handelst. Du legst dich also nicht in dein Bett und versuchst, die Welt fühlend zu begreifen, sondern du bewegst dich in der Welt und fühlst, was sie in dir auslöst. Durch die Kombination von Handlung und Fühlen erlebst du das erste Mal etwas, was du so noch nie erlebt hast. Es kommen nämlich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit große Zweifel, ob das, was du da tust, richtig sein kann. Und da musst du einfach stur bleiben. Es ist richtig. Es ist nicht nur richtig, es ist sogar besser. So wie du es bisher getan hast, war es schlechter. Ganz einfach deshalb, weil es unbewusst war. Sobald du das tust und Handlung mit Fühlen verbindest, merkst du überhaupt, was dir alles im Weg steht. Und du merkst vor allem, dass du dir selbst gar nicht vertraust. Du vertraust deinem Gefühl nicht. Dein Verstand erklärt dir, dass du entweder es nie verstehen wirst, weil du zu dumm bist, oder dass du noch Bücher lesen musst, damit du es so verstehst, wie es richtig ist. Ich habe ein Beispiel aus meinem eigenen Leben für dich. Als ich 2017 begonnen habe, mich mit Bitcoin und Kryptowährungen zu beschäftigen, habe ich mich ausschließlich auf der praktischen Ebene, also auf der Anwendungsebene, damit beschäftigt. Ich bin kein Programmierer, ich kann keine Programmiersprachen. Ich kann überhaupt nicht verstehen, was technisch genau abläuft. Aber was ich konnte, war, diese Technologie in der Praxis anzuwenden. Und währenddessen habe ich gefühlt und deshalb kamen Erkenntnisse, die jetzt, sieben Jahre später, durch Softwarespezialisten, durch Menschen, die sich 10.000 Stunden angeblich mit Bitcoin beschäftigt haben, bestätigt werden. Ich wusste das aber nicht, weil ich Bücher gelesen habe oder viele Vorträge angeschaut. Ich wusste das, weil ich erlebt und dabei gefühlt habe. Und ich habe dabei etwas erlebt, was mich bis heute fasziniert. Es gibt nämlich keine Kryptowährung. Es gibt keine Coins. Das sind alles Vorstellungen. Es gibt tatsächlich nur eine einzige Sache und das sind Passwörter. Deshalb heißt es Kryptographie. Da wird auch nichts übertragen. Da wird nur über Passwörter der Zugang geregelt. Ich dachte lange Zeit, ich bin wahrscheinlich verrückt. Und ich habe mich überhaupt nicht getraut, das so zu äußern. Erst als ich mit "Kryptogold" begonnen habe, kam das Vertrauen in meine eigene Erfahrung, weil ich gemerkt habe, dass andere noch nicht einmal ansatzweise verstanden haben, was Kryptografie und Bitcoin sind. Ich dachte immer, ich müsse es erst einmal auf der technischen Ebene verstehen. Das ist für mich aber nicht möglich. Diesen Teil lasse ich komplett aus und den habe ich sozusagen übersprungen. Ich habe aber gefühlt, was es bedeutet, wenn man seine Passwörter verliert. Und ich habe gefühlt, was es bedeutet, wenn man sie wiederfindet. Und ich habe gefühlt, was es bedeutet, wenn man versucht, mit den Passwörtern eine Wallet wiederherzustellen und es funktioniert nicht. Ich habe gefühlt, was es bedeutet, wenn man deshalb denkt: "Alles ist verloren." Und ich habe gefühlt, was es bedeutet, als alles wieder da war. Und nach diesem Prozess, der mehrere Monate gedauert hat, wusste ich, was Bitcoin ist und was es nicht ist. Ich wusste, dass es keine Coins gibt. Und zwar unabhängig davon, was die Experten sagen. Ich hatte alles bereits gefühlt, bevor es mir ein Experte erklärt hat. Und obwohl ich zu diesem Zeitpunkt bereits über zehn Jahre vertraut war mit dem Fühlen meiner Gefühle, gab es immer noch Neues zu entdecken. Der Begriff "Bitcoin" ist also falsch, weil es keinen Coin gibt. Das habe ich vor sechs oder sieben Jahren herausgefunden und gestern bekam ich die Bestätigung. Und die kann ich dir jetzt vorlesen: "Wie bei jeder Software handelt es sich bei diesem Begriff, also Bitcoin, um eine Metapher. Ein Begriff aus der objektorientierten Programmierung, der von der Person, die die Funktion des Programms beschreibt, willkürlich ausgewählt wurde, basierend auf einem von Dutzenden von Anwendungsfällen, die in der akademischen Literatur fast ein Jahrzehnt lang vor seiner Veröffentlichung diskutiert wurden. Es handelt sich dabei genauso wenig um eine Münze, also einen Coin, wie eine Serverfarm eine Cloud, also eine Wolke, ist.” Solange du glaubst, dass dich das Lesen von Fachartikeln voranbringen wird, hast du noch nie versucht, in der Praxis zu fühlen. Ich kann dir das nur herzlich empfehlen, denn dann verstehst du die Welt, weil du sie fühlst.