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    17.5.2024AQ 2366
    »Es ist immer nur die aktuelle Veränderung beobachtbar.«
    0:007:36
    Es ist immer nur die aktuelle Veränderung beobachtbar. Was wie eine Binsenweisheit klingt, ist für die meisten Menschen nicht realisierbar und in der Praxis nicht umsetzbar, was das bedeutet. Es bedeutet nämlich etwas, was den Verstand übersteigt. Denn der Verstand ist programmiert mit Stress, Aufregung, Widerstand. Und diese Erkenntnis bedeutet, dass sich das, was du als normal empfindest, auch schon verändert hat, bevor du es mitbekommen hast. Was du als normal bezeichnest, ist also nur deine erste Beobachtung. Alles, was du zum ersten Mal beobachtest und was sich wiederholt, wird für dich normal. Und zwar vollkommen unabhängig davon, ob es wirklich normal ist oder nicht. Das bedeutet, normal ist äußerst relativ. Und an der Stelle wird es richtig schön verrückt. Einige verwenden nämlich statt 'normal' den Begriff 'natürlich'. Als wüssten sie, was die ursprüngliche Natur ist, wie die ursprüngliche Natur gedacht ist und als könnten sie irgendeine Ahnung haben, wie es früher, bevor sie das erste Mal beobachten konnten, tatsächlich war. Ein Kind, das jetzt geboren wird, wird das, was du als Veränderung im Vergleich zu früher bezeichnest, nicht wahrnehmen können. Es wird das, was sich für dich verändert hat, als normal abspeichern. Es wird behaupten, das, was es beobachtet, sei natürlich. Wir denken dann, wir müssten das Kind aufklären und ihm sagen, dass das nicht stimmt, dass es eine Veränderung gab und das, was es jetzt beobachten kann, nicht natürlich ist. Wir kennen die echte, die wahre Natur. Wir kennen den Normalzustand, bevor es sich verändert hat. Und das stimmt. Aber nur so weit, bis wir erkennen, dass wir vergessen, dass es vorher auch schon anders war. Dass unsere Eltern uns das Gleiche erzählen müssen und deren Eltern auch und deren Eltern auch. Und so weiter. Ein ganz einfaches Beispiel: Natürlich kannst du feststellen, dass der Himmel anders aussieht als früher. Du kannst dich deshalb auch schlecht fühlen und sogar depressiv werden. In erster Linie wirst du das aufgrund einer optischen Veränderung. Du hältst diesen Himmel nicht mehr für normal und du behauptest: “Früher war er natürlich.” Was du damit meinst, ist aber nur: “Der Himmel war anders.” Du kennst ihn anders und so hat er dir besser gefallen. Ob er so normal und natürlich war, weißt du gar nicht. Auch dieser Himmel kann bereits unnatürlich gewesen sein. Etwas, was du dir kaum vorstellen kannst. Es kann zum Beispiel sein, dass Wolken noch nie natürlich waren. Doch das hältst du für vollkommen abgefahren und total ausgeschlossen. Aber nur deshalb, weil du ihn anders kennengelernt hast und weil du dich daran gewöhnt hast. Und weil dir niemand gesagt hat: "Früher sah das anders aus." Falls du dieses Beispiel nicht verkraften kannst, nimm irgendein anderes. Ich bin mir sicher, dass du in der Lage bist, ein Beispiel zu finden, auf das das heutige Zitat zutrifft, bei dem du es für dich erkennen kannst. Es geht bei diesem Beispiel nicht um Fakten, wissenschaftliche Erkenntnisse, Quellenangaben und so weiter. Es geht stattdessen um deine Fähigkeit, Veränderung richtig einzustufen. Es geht um die Erkenntnis, dass Veränderung ständig stattfindet und du nur die aktuellste Veränderung beobachten und bezeugen kannst. Es ist dabei egal, wovon oder von wem diese Veränderung ausgeht. Wichtig ist nur deine Erkenntnis. Du musst aufgrund deiner eigenen Beobachtung davon ausgehen, dass es schon immer so war, dass es sich schon immer verändert hat. Und zwar vollkommen unabhängig davon, ob du das gut und richtig findest.