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    7.5.2024AQ 2356
    »Dieses Leben ist keine Schlacht, die geschlagen werden muss.«
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    Dieses Leben ist keine Schlacht, die geschlagen werden muss. Es ist eine Übung in der Abkehr von deinem Verstand. Der Verstand, den ich meine, ist genau derjenige, der jetzt gerade protestiert und dir sagt, dass du ohne ihn viel schlechter dran wärst. Diesen Teil musst du lernen zu ignorieren. Und genau das ist eine der schwersten Übungen, die es gibt. Denn dieser Teil versichert dir ja glaubhaft, dass es ohne ihn nicht geht. Und er sagt dir, dass er doch immens hilfreich ist. Schließlich kann er rechnen, logisch sein und vor allem auf dich aufpassen. Und dabei merkt er nicht, wenn er seine Kompetenzen überschreitet. Du merkst nicht, wenn du ihm die Überschreitung der Kompetenzen zugestehst. Für viele Menschen scheint das die schwierigste Aufgabe überhaupt zu sein, einzuschätzen, wann welcher Teil gerade spricht und wann du den Verstand ignorieren solltest. Und da habe ich jetzt eine gute und eine schlechte Nachricht für dich. Die gute Nachricht ist, er überschreitet seine Kompetenzen in 99,99 % der Fälle. Die schlechte Nachricht: Er überschreitet seine Kompetenz in 99,99 % der Fälle. Und das bedeutet: Du musst ihn in die Schranken weisen. Und sobald du das tust, wird er noch heftiger protestieren als sowieso schon. Er wird dir die Hölle heißmachen. Und du musst lernen, ihn genau dabei zu beobachten. Er wird dir massiv aufs Dach steigen und dir Angst vor allem Möglichen und Unmöglichen machen. Er wird sich das Zepter nicht so leicht aus seiner Hand nehmen lassen. Und du wirst wieder und wieder auf ihn hereinfallen und glauben, er sei du. Du wirst dich mit ihm identifizieren und du wirst vielleicht sogar denjenigen verfluchen, der dir geraten hat, ihn zu ignorieren. Nur die Entwicklung der Fähigkeit, den Verstand zu ignorieren, führt überhaupt dazu, dass du ihn das erste Mal sinnvoll einsetzen kannst. Sinnvoll eingesetzt dient dir dein Verstand. Es gibt aktuell nur sehr wenige Menschen, bei denen das der Fall ist. Den meisten Menschen schadet der Verstand. Er ist wie ein Virus in deinem Geist, der sich einmal festgesetzt hat und seitdem nicht mehr loslassen will. Dummerweise hast du dich sogar mit ihm identifiziert. Du denkst wirklich, du seist er. Diese Stimme ist so laut und so gewaltig, dass du kaum etwas anderes mitbekommst. Er setzt sich also einfach aufgrund seiner Dominanz durch. Dein Job ist es, ihn so lange zu ignorieren, bis du merkst, dass es einen anderen Teil gibt, der feiner wahrnehmen kann. In Momenten der puren Wahrnehmung kann es sogar sein, dass du komplett aus dem Verstand herausfällst. Erst dann merkst du den Unterschied zwischen Denken und Fühlen. Dann ist das, was ich meine, in deinem Erleben angekommen. Ab diesem Zeitpunkt wirst du dich automatisch daran erinnern, weil der Unterschied so deutlich ist. Du kannst dann zwar noch im Alten hängen bleiben und versumpfen. Aber du kannst nicht mehr leugnen, dass du es bereits einmal anders erlebt hast. Ab diesem Zeitpunkt hast du den Unterschied zwischen der Schlacht, die du bisher geschlagen hast, und der Übung in der Abkehr von deinem Verstand selbst erlebt und gefühlt. Dann besteht das heutige Zitat nicht mehr aus Worten, sondern ist deine gelebte Erfahrung.