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    5.5.2024AQ 2354
    »Wohlfühlspiritualität ist die gleiche Falle wie Wohlfühlmaterialismus.«
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    Wohlfühlspiritualität ist die gleiche Falle wie Wohlfühlmaterialismus. Beides ist weitverbreitet, weil es nachgefragt wird. Es verkauft sich gut, weil wir die Illusion trotz Spiritualität nicht durchschauen wollen. Die ultimative Erkenntnis bedeutet zu erkennen, dass auch der Wunsch nach Veränderung, Verbesserung, Manifestation, Vergebung, Herzöffnung und so weiter innerhalb des Spiels stattfindet. Für den Verstand klingt diese Erkenntnis depressiv, obwohl sie alles andere als depressiv ist. Ein Verstand, der auf das Spiel mit der Angst steht, und jeder Verstand steht auf das Spiel mit der Angst, der steht auch auf das Spiel mit der Hoffnung. Wenn er dir gerade keine Angst macht, wünscht er sich Selbstermächtigung und Manifestation. Einfach deshalb, weil das ein perfekter Gegenpol zur Angst ist und er damit das Spiel aufrechterhalten kann. Das Spiel mit der Angst ist ein Vermeidungsspiel und das Spiel mit der Hoffnung ist ein Erreichungsspiel. So bleibst du beschäftigt und bist abgelenkt von Erkenntnis. Dadurch kommst du zu den bekanntesten Lehrern, aber nicht zu den besten Lehrern unserer Zeit. Die besten Lehrer unserer Zeit haben die wenigsten Anhänger. Die besten Lehrer wollen nicht, dass du dich wohlfühlst und deshalb fühlen sich viele dort auch nicht wirklich wohl. Die besten Lehrer wollen, dass du was erkennst. Sie wollen dir etwas weitergeben. Etwas, das sie selbst erkannt haben. Und zwar, dass dich Spiritualität nicht rettet. Zumindest nicht so, wie wir es gewohnt sind und wie wir es uns ausdenken. Die Mainstream-Spiritualität ist immer noch ein Vermeidungsmechanismus von Spiritualität. Sie verhindert spirituelle Erkenntnis. Sie hüllt dich in eine rosa Wolke aus Begierden, Verlangen und Wünschen, die du durch Spiritualität in der Zukunft erreichen sollst. Sie verwendet in der Werbung absichtlich deine emotionalen Trigger, um zu erreichen, dass du etwas kaufst. Ihre Protagonisten kommen selbst nicht klar damit, dass Armut genauso in Ordnung ist wie Reichtum, dass die Wahrnehmung ungeliebter Gefühle genauso okay ist wie die Wahrnehmung geliebter Gefühle. Obwohl sie behauptet, sie wäre frei von Urteil, hat sie das immer noch. Sie unterteilt in wertvolles Leben und nicht so wertvolles Leben. Sie sagt das auch genau so! Sie spricht von einem gut gelebten Leben. Und damit kriegt sie dich. Denn wer hätte nicht gerne die Illusion eines gut gelebten Lebens? Und das, obwohl es das niemals geben kann. Denn du beurteilst immer nachträglich, was in der Vergangenheit gut gelebt war. Dabei ist dir der Maßstab gar nicht klar. Ist ein Leben wirklich nur dann gut gelebt, wenn du dich immer wohlfühlst oder zumindest so häufig wie möglich? Oder ist ein gut gelebtes Leben, wenn du alles so bewusst wie möglich erlebst? Ganz egal, wie du diese Fragen für dich beantwortest: Wohlfühlspiritualität hemmt dich dabei genauso wie Wohlfühlmaterialismus.