Stabilität, die dir von außen gegeben wird, ist keine. Es ist dabei egal, ob es sich um physische oder psychische Stabilität handelt, ob es sich um materielle oder immaterielle Stabilität handelt. Eine der wichtigsten psychischen, immateriellen Stabilitäten, die wir denken zu brauchen, ist unser Weltbild. Dieses Weltbild wird uns von Anfang an von außen gegeben. Und selbst falls sich dieses Weltbild einmal verändert, bleibt es trotzdem in einem gewissen Rahmen. Die meisten Menschen sind nicht bereit für das ultimative Experiment, ihr Weltbild sterben zu lassen. Die Menschen lieben ihre stabilen Weltbilder. Und sie merken nicht, dass sie genau darüber steuerbar sind, weil Weltbild-Stabilität einer der wichtigsten äußeren Faktoren ist, falls du in dir nicht stabil bist. Verrückterweise ist das aber gar kein äußerer Faktor, sondern ein äußerer Faktor, der zu deinem inneren Faktor wurde. Dir wurde gesagt, wie es ist, wie die Welt aussieht, wie sich die Menschen verhalten, wozu das alles hier ist, welchen Sinn das macht oder ob es einen Sinn macht. Und du hast das übernommen. Das ist jetzt alles nicht mehr außen. Das ist jetzt in dir. Du hältst es für dein Weltbild. Und selbst falls du dein Weltbild schon einmal verändert hast, hast du es nie komplett in Frage gestellt. Wenn doch, dann weißt du, wovon ich spreche. Dann ist etwas in dir gestorben, als dein Weltbild in dir zusammengebrochen ist. Du hattest eine tiefe Krise. Du hast viele Schmerzen gefühlt. Und du hast gemerkt, dass du dich nicht mehr anpassen kannst. Viele Menschen bleiben in dieser Phase gewissermaßen hängen. Sie haben die nächste und für mich auch letzte ultimative Erkenntnis nicht. Es ist egal, ob du irgendwo hineinpasst. Du musst dich gar nicht anpassen. Du musst es noch nicht einmal irgendjemand erzählen. Die meisten werden dich sowieso nicht verstehen. Erst wenn du diesen Schritt erfolgreich gemeistert hast, bist du vielleicht bereit für den nächsten, weil er nicht mehr notwendig ist. Erst dann kannst du Menschen berühren und vielleicht werden dich einige verstehen. Zumindest werden dich aber einige fühlen können. Sie werden dich fühlen können, weil du nicht mehr mit Verbitterung sprichst, weil du nichts mehr von ihnen willst. Du bist jetzt stabil in dir und unabhängig von Stabilität, die dir von außen gegeben wird. Du bist sogar so stabil, dass du von einem neuen Weltbild erfahren kannst und du kannst dieses Weltbild annehmen oder ablehnen. Du kannst es integrieren und du musst dazu gar nicht deine anderen Weltbilder verändern. Sie können koexistieren. Du bist so stabil in dir, dass sich deine Fähigkeit, Weltbilder zu integrieren, immens erweitert hat. Deine Stabilität ist weder von angeblichen Fakten noch von Weltbildern abhängig. Du kannst mit jeder Vorstellung umgehen. Du kannst auch jede Vorstellung annehmen oder ablehnen. Vollkommen ausschließen kannst du sie nicht mehr. Denn durch die Integration von echtem Wissen, also von deiner Erfahrung, weißt du jetzt wirklich, dass du nichts weißt. Du weißt es auf Erfahrungsebene. Es ist kein philosophischer Spruch mehr. Und trotzdem kannst du Vorlieben für bestimmte Weltbilder haben. Weltbilder sind jetzt dein Hobby, eine Leidenschaft, Freizeitbeschäftigung und Spaß. Sie geben dir keine Stabilität mehr, weil du sie nicht mehr in etwas Äußerem oder von außen Gegebenem suchst. Du trägst sie in dir. Damit sind Weltbilder sogar vollkommen überflüssig geworden. Du brauchst sie nicht mehr. Du kannst dich damit beschäftigen, aber nur aus Freude. Die Stabilität ist jetzt woanders. Dort, wo sie hingehört. In dir.