Wahrheit hat mit Fakten nichts zu tun. Wahrheit ist das, was du fühlst. Es gibt keine Wahrheit jenseits deines Gefühls. Es gibt keine Wahrheit jenseits deiner Körperempfindung. Wenn du etwas fühlst, ist das die Wahrheit. Und wenn du es nicht fühlst, ist es keine Wahrheit. Und das ist vollkommen unabhängig davon, wie die Fakten sind. Fakten sind emotionslos. Fakten mit Emotion ergeben Wahrheit oder Lüge. Die objektive Wahrheit oder die Möglichkeit von objektiver Wahrheit, die wir uns einbilden, existiert nicht, weil unser Erleben nicht im Rahmen von Fakten stattfindet. Wir erleben emotional. Das bedeutet, wir erleben durch Gefühle und Gefühle sind Körperempfindungen. Wir erleben, indem wir denken, reden, handeln und dabei etwas fühlen. Und selbstverständlich fühlen wir auch etwas, wenn wir etwas lesen oder anderen zuhören. Wenn sich das gut anfühlt, empfinden wir es als Wahrheit. Wenn es sich nicht gut anfühlt, empfinden wir es als Lüge. Es gibt ein wesentliches Gefühl, das uns vollkommen durcheinanderbringt. Denn an sich ist es sehr einfach. Es fühlt sich gut an, dann ist es wahr für dich, dann kommst du näher, entwickelst Interesse. Es fühlt sich nicht gut an, dann ist es nicht wahr für dich, du entfernst dich und beschäftigst dich nicht mehr damit. Aber es gibt ein Gefühl, eine Körperempfindung, die bringt uns durcheinander. Wir nennen sie Angst. Und obwohl sich Angst nicht gut anfühlt, folgen wir ihr. Wir folgen der Angst. Das bedeutet, wir hören auf sie. Wir nehmen die Angst nicht als das, was es ist, ein unangenehmes Gefühl, sondern wir wollen dann sogar noch mehr Angst. Wir steigern uns rein in Gedanken, die Angst auslösen. Das machen wir, weil wir auf Angst programmiert sind. Tatsächlich würde uns die Angst zeigen, welchen Weg wir nicht gehen sollten. Die Angst verwirrt uns so sehr, dass wir alle anderen Gefühle nicht mehr wahrnehmen oder einordnen können. Jeder, der ein einziges Mal wirklich auf der Erfahrungsebene angekommen ist, weiß, dass Wahrheit nichts mit Fakten zu tun hat. Wir können das sogar in unserem eigenen Leben beobachten. Wir können Fakten mit 20 Jahren hören und sie fühlen sich gut an. Und wir können die gleichen Fakten zehn Jahre später hören und sie fühlen sich nicht mehr gut oder sogar sehr schlecht an. Die Fakten haben sich nicht geändert, aber unser Gefühl dazu. Und unser Gefühl sind keine Gedanken. Die Gedanken kommen erst anschließend nach dem Gefühl. Für manche Menschen wirkt es so, als würden die Gedanken die Gefühle auslösen. Das liegt daran, dass sie alles, was vor den Gedanken kommt, nicht wahrnehmen können. Ihre Gedanken sind sehr schnell und sie geben den Gedanken sehr viel Bedeutung. Sie halten die Gedanken für extrem wichtig. Das ist ein Verdrängungsmechanismus. Zuerst hast du etwas gefühlt. Und sobald du ein Fühlender bist, entdeckst du all diese Mechanismen von ganz alleine. Du merkst, dass Wahrheit nicht objektiv sein kann, weil du subjektiv im Gefühl, in der Körperempfindung erlebst. Es gibt kein Erleben unabhängig von deinen Körperempfindungen. Es gibt kein Erleben innerhalb der Fakten. Fakten sind emotionslos. Du bist es nicht.