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    24.4.2024AQ 2343
    »Sucht ist die Suche nach einer Lösung für die erlebte Realität.«
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    Sucht ist die Suche nach einer Lösung für die erlebte Realität. Sucht ist nicht der Fehler, sondern die Lösung. Sie ist der Erfolg, den wir nicht sehen können oder sehen wollen. Und deshalb verteufeln wir sie. Der Erfolg von Sucht ist die Möglichkeit, das, was wir normalerweise erleben würden, nicht mehr zu erleben oder anders zu erleben. Und für die meisten von uns gibt es aufgrund von Trauma einen guten Grund dafür, warum wir unsere erlebte Realität nicht erleben wollen. Bei dieser Verurteilung und daraus resultierender Verdrängung von Sucht sind wir nicht sehr intelligent. Wir erkennen nämlich nicht alle Süchte, sondern nur ein paar wenige. Die meisten Süchte sind uns überhaupt nicht klar. Wir können sie entweder nicht erkennen oder sie gelten gesellschaftlich sogar noch als erstrebenswert. Ein Heroinabhängiger wird viel eher verurteilt als ein Workaholic. Und Alkohol ist so sehr verbreitet und gesellschaftlich akzeptiert, dass es die meisten nicht einmal als Droge wahrnehmen können. Mit einer etablierten Sucht haben wir eine erfolgreiche Lösung für unser Problem gefunden und unser Problem heißt erlebte Realität und die erleben wir so aufgrund unseres Traumas. Und wegen diesem Trauma suchen wir eine Substanz oder eine Tätigkeit, die uns von dem Trauma ablenkt und uns hilft, die daraus resultierende erlebte Realität zu verdrängen. Selbstverständlich hat diese erlebte Realität wie immer nichts mit äußeren Umständen und alles mit unseren Körperempfindungen zu tun. Es gibt keine erlebte Realität jenseits und außerhalb deiner Gefühle. Und das Ziel der Sucht ist die Verdrängung oder Veränderung der Gefühle. Wir sind nicht in der Lage, alles wahrzunehmen, alles zu fühlen, was das Trauma in uns auslöst, und deshalb suchen wir nach Hilfe. Wir suchen nach einer Lösung unseres Problems. Wenn wir die Lösung gefunden haben und erfolgreich eine Sucht etabliert haben, dann ist das Dümmste, was wir tun können, uns dafür zu verurteilen und davon weg zu wollen. Es gibt nur einen einzigen Weg, wie du mit Sucht umgehen kannst, um sie loszuwerden. Und zwar, indem du sie nicht mehr loswerden willst, sondern vollkommen bewusst erlebst. Und zwar jeden einzelnen Schritt, jede einzelne Sekunde, vom Suchtdruck über die Beschaffung und den Konsum bis hin zur Reue und zum schlechten Gewissen. Jede Phase hat vollkommen unterschiedliche Gefühle und jede Phase muss bewusst erlebt werden. Du darfst keine einzige Phase auslassen oder überspringen und vor allem darfst du dich in keiner einzigen Phase verurteilen. Die Verurteilung ist Unbewusstheit beziehungsweise die Verurteilung führt zu Unbewusstheit. Und wenn du unbewusst bist, kannst du nicht mehr wahrnehmen. Du musst die Sucht in dein Bewusstsein holen. Du darfst sie weder verdrängen noch bearbeiten. Hilfreich ist nur die bedingungslose Wahrnehmung aller Aspekte von Sucht, das bedeutet, aller Verhaltensweisen, aller Gedanken und aller Gefühle. Deshalb musst du das vollkommen frei von Urteil machen. Nur so kannst du dir Sucht weder schön- noch schlechtreden. Denn beides ist nicht hilfreich. In der Dualität des Verstandes verstärkst du jede Sucht, vollkommen unabhängig davon, ob du sie positiv oder negativ siehst. Nur in der beobachtenden Neutralität deines Bewusstseins kann sich Sucht auflösen. Dazu darfst du aber auch nicht drängen. Du darfst nicht ungeduldig sein mit dir. Du musst alles so lange so bewusst erleben, bis auch alles hier sein darf. Nur dann hast du wirklich kein Urteil mehr in dir und musst dir das nicht künstlich selbst erzählen. Die positive Umformulierung deiner erlebten Realität hat in diesem Zusammenhang überhaupt keinen Wert. Wirklich befreien kann dich nur das bewusste Erleben der von dir gefundenen Lösung für deine erlebte Realität.