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    18.4.2024AQ 2337
    »Nur Menschen, die sich unterlegen fühlen, wollen auf Augenhöhe kommunizieren.«
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    Nur Menschen, die sich unterlegen fühlen, wollen auf Augenhöhe kommunizieren. Auf Augenhöhe zu kommunizieren ist gar nicht möglich und im spirituellen Bereich sogar hinderlich. Ich erkläre dir gerne, warum. Wenn in dir der Wunsch entsteht, auf Augenhöhe zu kommunizieren, dann liegt das daran, dass du dich unterlegen fühlst. Ohne dieses Unterlegenheitsgefühl hättest du gar keinen Drang, auf Augenhöhe kommunizieren zu wollen. Denn es gibt ja nichts Negatives, was du ausgleichen willst. Du fühlst keine Unterlegenheit, also musst du dich auch nicht erhöhen. Und wenn du keine Unterlegenheit fühlst, muss sich der andere auch nicht auf deine Stufe erniedrigen. Wenn du dich unterlegen fühlst, gibt es ja nur zwei Möglichkeiten. Die eine ist: Es stimmt. Und die andere ist: Es stimmt nicht. Wenn du tatsächlich unterlegen bist, dann muss das ja gar nicht unbedingt etwas Negatives sein. Du stufst es nur negativ ein. Bei tatsächlicher Unterlegenheit kannst du nichts tun, um auf Augenhöhe zu kommen. Und der andere kann auch nichts tun, damit du mit ihm auf Augenhöhe bist. Er ist dir überlegen. Er kann nur so tun, als wäre das nicht so. Das ist also niemals echt. Der Wunsch, auf Augenhöhe zu kommunizieren, erzeugt also ein falsches Spiel. Der andere tut so, als wärst du auf Augenhöhe. Du fühlst dich für kurze Zeit wertgeschätzt, anerkannt, alles, was du sonst nicht fühlst. Und das ist alles nicht schlimm, nur halt nicht ehrlich und damit nicht authentisch. Der viel dümmere Effekt dabei ist folgender: Wenn du so tust, als wärst du auf Augenhöhe mit dem anderen, obwohl du es nicht bist und der andere tatsächlich mehr kann, mehr weiß, mehr drauf hat, weiser ist als du, dann kannst du von ihm ab diesem Zeitpunkt nichts mehr lernen. Denn du musst ja künstlich so tun, als wärst du so gut, weit fortgeschritten wie er. Und da er dieses Spiel dir zuliebe mitspielt, kann er dir auch gar nichts mehr sagen, was dir helfen könnte. Der Wunsch, auf Augenhöhe zu kommunizieren, sorgt also dafür, dass das Gefälle, der Niveauunterschied, ganz sicher, garantiert so bleibt. Wärst du in der Lage, diesen Wunsch nicht zu haben und könntest du die niedrigere Position vollen Herzens einnehmen, nennt man das in der Spiritualität Hingabe. Das ist also gar nichts Schlechtes und vor allem ist es für dich nicht von Nachteil, sondern im Gegenteil, es ist nur zu deinem Vorteil. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass du es mit einem authentischen Lehrer zu tun hast, der seine Position nicht ausnutzt. Das setze ich aber voraus. Und das musst du auch für dich beurteilen und herausfinden, welcher Lehrer für dich authentisch ist und der seine Position nicht ausnutzt. Erst dann, wenn du dich hingeben kannst, kann das, was der Lehrer zu geben hat, in dich hineinfließen. Und zwar genau wegen diesem vorhandenen Niveauunterschied. Der ist nicht demütigend, der macht dich auch nicht schlecht oder minderwertig, sondern empfänglich. Dieser Niveauunterschied sorgt dafür, dass du empfangen kannst. Vielleicht kannst du jetzt sehen, wie hinderlich der Wunsch, auf Augenhöhe zu kommunizieren, tatsächlich ist. Er fördert Spiritualität nicht, sondern verhindert sie. Auf Augenhöhe wollen nur diejenigen kommunizieren, die sich im spirituellen Bereich nicht entwickeln wollen oder die ihren Lehrer noch nicht gefunden haben. Der Wegfall des Wunsches, auf Augenhöhe zu kommunizieren, ist eines der sichersten Zeichen, dass du deinen Lehrer gefunden hast.