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    12.4.2024AQ 2331
    »Solange es dir darum geht, spirituell zu erscheinen, bist du es nicht.«
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    Solange es dir darum geht, spirituell zu erscheinen, bist du es nicht. Wenn es dir darum geht, bei anderen spirituell anerkannt zu sein, als spirituell zu gelten, dann ist das die größte Hürde zur Spiritualität. Wenn du wirklich spirituell bist, geht es dir nicht um deine Außenwirkung. Es geht dir nicht darum, ob andere über dich sagen, dass du spirituell bist. Du gehst auch nicht zu deinen Verwandten, Bekannten und Freunden und erzählst ihnen, wie spirituell du jetzt bist. Stattdessen nimmst du dich von innen wahr. Du lebst von innen nach außen, nicht umgekehrt. Umgekehrt geht es auch gar nicht, aber wir können uns einbilden und so tun, als ob wir von außen nach innen leben. Tatsächlich findet auch das alles in uns statt. Es gibt also nur die Illusion, dass dich das Äußere beeinflusst oder wichtig wäre. Tatsächlich beeinflusst du dich immer selbst. Und wenn du die anderen beeinflussen willst, wie sie dich sehen und dass sie dich als spirituell anerkennen, dann ist das die falsche Orientierung. Dann legst du deinen Fokus, deine Aufmerksamkeit auf etwas, was nicht wesentlich ist. Wesentlich ist nicht, wie du dich siehst, sondern ob du dich siehst. Wie du dich siehst, findet in Gedanken statt. Ob du dich siehst, findet in deiner Beobachtung statt. Wie du dich siehst, ist ein Urteil. Ob du dich siehst, ist eine Beobachtung, die neutral ist. Du verurteilst dich nicht mehr und deshalb fällt auch die Notwendigkeit weg, dich selbst zu loben. Ganz seltsam und sogar vollkommen verrückt wird es, wenn du bei anderen Spirituellen als spirituell gelten willst. Da geht es dann darum, wer der bessere Spirituelle ist, wer es richtiger macht. Und das führt in den meisten Fällen zu spiritueller Heuchelei. Das bedeutet, du lebst es nicht, aber du behauptest es. Ich kenne keinen einzigen spirituellen Meister, dem es wichtig ist, ob und dass er als spirituell anerkannt wird. Ich habe aber schon spirituelle Lehrer kennengelernt, die ihre Spiritualität in Diskussionen verwenden wollen. Und das funktioniert nicht. Es wirkt nicht echt, wenn du mit der Diskussion dein Ego überspielen willst. Und wahrscheinlich hast du es auch schon bei anderen erlebt, dass es sich einfach nicht echt anfühlt. Lustigerweise würde es dir auch gar nichts geben, wenn du von allen als der Spirituellste anerkannt bist. Es hat überhaupt keinen Wert. Es bringt dir gar nichts. Es verändert nämlich entgegen unserer Annahme unser Leben überhaupt nicht. Das ist eine Sache, auf die die meisten Menschen, wenn überhaupt, dann erst sehr spät kommen. Anerkennung und Selbstliebe von außen können dir nichts hinzufügen. Nur dein plappernder Verstand, sprich dein Ego, hat etwas davon. Es kann sich dann die ganze Zeit selbst sagen: "Ich bin toll, ich bin wichtig, ich bin toll, ich bin wichtig." Oder auch: "Ich bin der Spirituellste hier. Ich bin der Spirituellste hier." All das hat keinen Wert. Es gibt dir gar nichts. Es ist auf Sand gebaut. Und es ist nicht spirituell, denn deine Aufmerksamkeit ist auf den anderen und nicht auf dir. Spiritualität ist die Fähigkeit, deine Aufmerksamkeit auf dich auszurichten. Selbst und besonders in Anwesenheit nicht spiritueller Menschen. Genau dann kannst du ganz besonders gut üben. Und Übung bedeutet nicht, dass du es können musst. Übung bedeutet nur, dass du es immer wieder versuchst. Im Lauf der Zeit verändert sich dadurch etwas. Wahrscheinlich so langsam und subtil, dass du es gar nicht mitbekommst. Und wenn du merkst, dass es dir plötzlich nicht mehr wichtig ist, ob du spirituell wirkst auf die anderen, dann hast du einen großen Schritt gemacht. Vor allem dann, wenn du dabei die Aufmerksamkeit auf dich richten kannst und vollkommen ehrlich zu dir selbst bist.