Wissenschaft ist das Gegenteil von Vertrauen: Wissenschaft ist Zweifel. Ein Wissenschaftler, der der Wissenschaft vertraut, ist keiner. "Man muss der Wissenschaft vertrauen", ist die unwissenschaftlichste Aussage aller Zeiten. Denn ein Wissenschaftler ist ein neugieriger und experimentierfreudiger Zweifler. Er traut sich alles, wirklich alles in Frage zu stellen. Ohne diese Fähigkeit ist er kein Wissenschaftler. Ein echter Wissenschaftler braucht noch nicht einmal die Bestätigung durch die anderen Wissenschaftler oder ganz generell durch andere. Er ist sich selbst genug. Er freut sich so sehr an seiner Wissenschaft, an seiner Fähigkeit, neugierig und experimentierfreudig zu zweifeln, dass er niemand anders dafür braucht. Er forscht und recherchiert aus eigenem Antrieb. Kein Geld der Welt kann ihn locken. Was ihn lockt, ist der Zweifel, der Widerspruch, die Neugier, das Experiment. Er will auch nicht die Menschheit retten mit seinen Erfindungen. Er will Spaß und Freude während seiner Experimente und falls er etwas findet, was für andere hilfreich ist, dann ist das eine ganz nette Nebenerscheinung. Falls du glaubst, dass es an jeder Universität normal sei, dass Wissenschaftler entsprechend forschen dürfen, empfehle ich dir ein Buch von Robert B. Laughlin. "Das Verbrechen der Vernunft. Betrug an der Wissensgesellschaft." In diesem Buch schreibt er Folgendes: "Man kann an keiner Universität der Welt Physik studieren, denn alles, was dort unterrichtet wird, ist zur einen Hälfte widerlegt und zur anderen Hälfte irrelevant. Die wahre Physik findet hinter verschlossenen Türen der Labors, der Rüstung, der Industrie statt. Diese arbeiten mit Naturgesetzen, die den normalen Universitätsprofessoren oder Universitäten nicht bekannt sind.” Robert Laughlin ist übrigens kein Verschwörungstheoretiker oder Schwurbler, sondern Physiknobelpreisträger. Und er bestätigt damit, dass an den meisten Universitäten echte Wissenschaft gar nicht stattfinden kann. Wenn du glaubst, dass das nur für die Physik gilt, weil er nur für die Physik sprechen kann, dann glaubst du auch, dass es Korruption nur in Italien gibt, weil es dort die Mafia gibt. Als wären bestimmte Prinzipien nicht allgemein erkennbar. Interessanterweise interpretieren wir alles, was uns erschüttern würde, als Ausnahme. Wir wollen so sehr an die Welt unserer Kindheit glauben, dass wir nicht in der Lage sind, Wahrheit zu erkennen. Deshalb sind die Aufklärer unserer Zeit meist einsame Rufer im Wald. Und alle anderen rufen: "Vertraue der Wissenschaft!"