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    5.4.2024AQ 2324
    »Nur ein arroganter Verstand beschwert sich über Wiederholungen spiritueller Wahrheit.«
    0:005:48
    Nur ein arroganter Verstand beschwert sich über Wiederholungen spiritueller Wahrheit. Überall sonst steht er auf Wiederholungen. Im Vergleich zu den meisten Künstlern sprechen spirituelle Lehrer vollkommen frei und ohne Manuskript. Die meisten Künstler, Musiker, Comedians haben dagegen ein festes Programm, das sie wieder und wieder wiederholen. Trotzdem finden das die Menschen schön oder lustig, je nachdem. Wenn ein spiritueller Lehrer sich wiederholt, was eigentlich viel häufiger der Fall sein müsste, dann findet das ein arroganter Verstand langweilig oder er beschwert sich in irgendeiner Form darüber. Er hat das ja schon einmal gehört. Das weiß er schon. Hat es ihm auch geholfen, dass er schon weiß, welche Musik jetzt dann gespielt wird? Hat er sich auch darüber beschwert, dass der Witz wiederholt wurde? Oder ist die Musik immer noch schön und der Witz immer noch lustig? Wahrheit kann gar nicht oft genug wiederholt werden. Natürlich sagt dir dein Verstand, dass du das schon weißt und dass du das schon so oft gehört hast und langsam, aber sicher ist es langweilig. Es geht aber nicht darum, ob du es weißt und ob du es oft gehört hast. Es geht darum, ob du es lebst und ob es damit und dadurch zu deiner gelebten Realität geworden ist. Und ja, es gibt leider auch spirituelle Lehrer, die haben tatsächlich ein Programm. Die wiederholen sich nicht nur, weil es notwendig ist, sondern auch, weil sie es auswendig gelernt haben. Diese Lehrer sind für mich keine. Sie schreiben tatsächlich bei anderen ab und sammeln ihr spirituelles Wissen, um es dann in ihren eigenen Büchern in abgeänderter Form zu wiederholen. Das ist keine gelebte Spiritualität. Das hat mit Spiritualität noch nicht einmal etwas zu tun. Das ist eine ganz andere Leistung. Diese Menschen können sich Dinge gut merken. Es fällt ihnen auf, wenn etwas inspirierend ist und das wiederholen sie dann gerne. Und so sehr sie behaupten, dass ihnen all das, worüber sie schreiben, geholfen hat, so wenig ist das möglich. Denn so viele Methoden, sie sammeln, und so viele Bücher, wie sie schreiben, können sie selbst nicht leben. Wenn dich diese Wiederholungen nerven, dann ist das mehr als verständlich. Spannenderweise sind diese Wiederholungen aber die gefeiertsten. Es sind die, die am besten ankommen. Das Nicht-Gelebte und deshalb Nicht-Verkörperte, das Auswendig-Gelernte und das Wunsch-Gedachte kommen gut an, weil das das Leben der meisten am besten widerspiegelt. So muss sich im Kern nichts verändern, wenn man etwas verändert. Von gelebter und deshalb verkörperter, nicht auswendig gelernter Wahrheit kann man gar nicht genug bekommen, weil es noch nicht dem eigenen Leben entspricht und weil sich etwas verändern muss, wenn man etwas verändert. Erst wenn Spiritualität nicht mehr dem Denken entspringt, hat sich tatsächlich etwas verändert und man könnte sagen: "Das kenne ich ja schon. Das ist eine Wiederholung." Lustigerweise will man das dann nicht mehr sagen, weil man den Effekt der wiederholten spirituellen Wahrheit lebt.