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    29.3.2024AQ 2317
    »Die Katastrophe ist unsere Heilung.«
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    Die Katastrophe ist unsere Heilung. Das, was wir unser Leben lang vermeiden wollen, was wir als negativ und falsch einstufen, ist tatsächlich unsere Heilung. Wenn wir das erleben, was wir die ganze Zeit und unter allen Umständen vermeiden wollten, können wir das erste Mal feststellen, dass unsere Angst unberechtigt war. Zumindest dann, wenn wir aufmerksam sind. Dann können wir nämlich feststellen, dass wir nichts oder nur ganz wenig so erleben, wie wir es uns vorher angstvoll vorgestellt haben. Wir erleben, wie es sich tatsächlich anfühlt im Vergleich zu den vorher vorgestellten Gefühlen. Außerdem erleben wir in der sogenannten Katastrophe durch den Kontrast, wie es vorher bereits die ganze Zeit in uns war. In der Katastrophe drängt unser Innerstes nach außen. Alles, was vorher in uns versteckt war, geschlummert hat, von uns unterdrückt wurde, kann jetzt nicht mehr zurückgehalten werden. Es bahnt sich seinen Weg an die Oberfläche. Jesus hat diese Katastrophe bewusst gesucht und herbeigeführt. Ich möchte seinen Weg nicht empfehlen. Aber falls die Katastrophe hier ist, könntest du sie das erste Mal zumindest nicht verdrängen. Wenn du nicht mehr verdrängst, kannst du das erste Mal auch das erkennen, was viel zu oft viel zu lapidar erwähnt wird, nämlich die Geschenke. Und zwar die Geschenke, die wirklich hässlich verpackt sind. Deshalb will ich das auch nicht so einfach abtun und als Leichtigkeit hinstellen, denn es ist keine. Wenn du das Geschenk nicht sehen kannst, macht es überhaupt nichts. Du brauchst dann auch nicht künstlich dankbar sein. Das ist alles spiritueller Bullshit. Das sagen dir Menschen, die entweder selbst etwas überspringen wollen oder die dir beibringen wollen, wie du etwas überspringen kannst. Du sollst nichts überspringen. Du brauchst auch nicht so tun, als ob. Als könntest du das Geschenk sehen. Als wärst du dankbar. Als würdest du die Situation nicht hassen, verteufeln oder ablehnen. Du brauchst auch anderen nicht sagen, dass die Katastrophe doch immer die Heilung ist. Denn auch für dich fühlt es sich noch nicht wie Heilung an. Es geht schlicht und ergreifend nur darum, die Katastrophe bewusst zu erleben. Jedes einzelne Gefühl als Körperempfindung wahrzunehmen und nicht mehr zu verdrängen. Erst dann und sehr wahrscheinlich auch erst im Lauf der jahrelangen Übung wirst du erkennen können, dass die scheinbare Katastrophe tatsächlich ein Geschenk ist, weil sie deine Heilung ist. Es hat keinen Wert, wenn du es künstlich behauptest, als hättest du es erkannt. Du musst bereit sein, die Katastrophe vollkommen intim in dir zu erleben. Ohne Aufhübschung, ohne Schönreden, so wie sie tatsächlich ist. Die Katastrophe bringt alles nach oben, was nach oben kommen muss. Du brauchst es dazu nicht einladen und sagen: "Es darf hier sein!" Es kommt so oder so. Es ist schon hier — unabhängig davon, ob du es willst. Der Unterschied besteht nur darin, ob du bewusst wahrnimmst oder weiterhin unbewusst verdrängst. Und dazu gehört auch Schönreden. Schönreden ist nur das Gegenteil von Schlechtreden und macht keinen Unterschied. Bewusst Wahrnehmen macht den entscheidenden Unterschied.