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    19.3.2024AQ 2307
    »Das Problem an der Lüge ist nicht die Wahrheit.«
    0:006:54
    Das Problem an der Lüge ist nicht die Wahrheit. Das Problem am Aufdecken einer Lüge ist nicht die eine Wahrheit, die dieser Lüge entgegensteht. Das Problem an der Lüge, die du geglaubt hast und deren dahinterliegende Wahrheit du jetzt erkennst, ist die Offenlegung von allen anderen Lügen. Wenn du diese eine Lüge erkennen würdest, dann müsstest du erkennen, dass du dein Leben lang belogen wurdest. Vielleicht nicht absichtlich und auch nicht bewusst. Vielleicht wussten sie es nicht besser und trotzdem haben sie dir die Lüge weitergegeben, die sie selbst geglaubt haben. Und bisher hat sich kaum jemand getraut, diese eine Lüge aufzudecken. Denn das Aufdecken einer einzigen Lüge würde das gesamte Kartenhaus zum Einsturz bringen. Das liegt daran, dass wir uns mit Lügen identifizieren. Das ist auch gar nicht schwer festzustellen. Du brauchst nur beobachten, wie schwer es Menschen fällt, eine Wahrheit aufzugeben. Wohlgemerkt eine Wahrheit, die eine Geschichte ist und die ihnen erzählt wurde. Eine Wahrheit, die sie nicht selbst erlebt haben, sondern eine Wahrheit, die sie glauben müssen, damit es für sie eine Wahrheit ist. Unser gesamtes Selbstbild basiert auf diesen Wahrheiten, die wir gar nicht selbst erfahren haben, beziehungsweise eben auf diesen Lügen. Denn die anderen haben es auch nicht erfahren. Ihnen wurde es auch nur erzählt oder gezeigt. Ob es so war oder ob es so ist, können wir oft gar nicht feststellen und haben wir meistens auch nicht überprüft. Wir haben es einfach geglaubt. Und das ist der entscheidende Punkt. Wir haben nicht etwas geglaubt. Wir haben jemandem geglaubt. Es waren Menschen, die uns das erzählt haben und die uns davon überzeugt haben. Nicht die Geschichte hat uns überzeugt. Die Menschen haben es getan. Und damit, mit diesem Gefühl der Überzeugung durch andere, sind wir identifiziert. Wir müssten die anderen der Lüge bezichtigen und wir müssten für uns selbst erkennen, dass wir so dumm waren, die Lüge zu glauben. Das ist kein Vorwurf, denn tatsächlich war es natürlich nicht Dummheit, sondern früheste Prägung, die vollkommen normal ist. Wenn du hierher kommst, bist du darauf angewiesen, dass es jemand mit dir gut meint. Und du bist darauf angewiesen, dass er dir das Richtige sagt, dass er dir die Wahrheit sagt. Wenn er die Wahrheit nicht kennt und eine Lüge verbreitet, dann ist das ebenfalls kein Vorwurf. Es ist nur so, dass es dann trotzdem nicht die Wahrheit ist. Du hast also jemandem geglaubt und deshalb kennst du die Wahrheit nicht. Um die Wahrheit jetzt kennenzulernen, müsstest du diese Nabelschnur noch einmal durchtrennen. Und auf diesen Prozess haben die wenigsten Lust. Du müsstest dich unabhängig machen von der Meinung anderer. Und während dir das bei einigen vielleicht sogar relativ leichtfällt, fällt es dir bei denen, die dich geprägt haben, am schwersten. Es kann sich sogar wie Verrat anfühlen, als würdest du andere und dich selbst verraten. Und das stimmt auch. Du verrätst die Geschichte. Die Geschichte, die nicht wahr ist. Daran siehst du, wie sehr wir mit der Geschichte, die wir nicht sind, identifiziert sind. Und das ist der Grund, warum so wenige Menschen die Lüge erkennen und an der Wahrheit interessiert sind. Es würde zum Einsturz ihres Selbstbildes führen. Und das findet kaum jemand gut.