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    12.3.2024AQ 2300
    »Freiheit von der spirituellen Szene ist die wichtigste Voraussetzung für Spiritualität.«
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    Freiheit von der spirituellen Szene ist die wichtigste Voraussetzung für Spiritualität. Für den heutigen Audioquickie habe ich kein Zitat. Ich möchte dir vollkommen frei erzählen, was heute passiert ist und wie es bei mir passiert, was bei mir passiert. Ich komme gerade aus der Intensiventbildung. Wir hatten unseren sonntäglichen Zoom und in diesen Zooms erfahre ich dann immer, was Menschen denken, dass spirituell sei. Ich habe ja keine Ahnung von Spiritualität. Ich kenne mich nicht aus. Ich weiß nicht, was allgemein anerkannt ist. Und ich weiß auch gar nicht, was Spiritualität wirklich sein soll. Aber ich höre dann seltsame Ideen. Die kommen teilweise aus dem therapeutischen Bereich, teilweise aus der spirituellen Szene und obwohl ich Spiritualität nicht kenne und gar nicht weiß, was das sein soll, zumindest nicht so wie alle anderen das wissen, so sehr weiß ich, was es nicht ist. Und wenn ich dann von Teilnehmern zum Beispiel höre, dass ihnen gesagt wurde, sie müssten in ihren Kindheitsschmerz zurückgehen, sie müssten das Gefühl von damals noch einmal fühlen, dann könnte ich durchdrehen. Und ich bin auch ein bisschen durchgedreht. Was wir tun, um etwas zu erreichen, ist so absurd, viel absurder als das, was notwendig wäre. Du musst nicht dorthin zurück. Das geht auch gar nicht. Was aber geht, ist, das zu erleben, was jetzt hier ist. Das bedeutet, Therapeuten und Lehrer, die dir sagen, du musst irgendwohin zurückkehren oder du musst irgendetwas Altes noch abholen, du musst den Schmerz deiner Kindheit nochmal fühlen ... Alles absoluter Blödsinn! Es ist furchtbar. Es ist grauenvoll. Und ganz sicher keine Spiritualität, sondern einfach nur die alten Programme in neuen Schläuchen. Es ist die gleiche Programmierung wie immer. Nämlich, dass es noch etwas zu tun gibt, etwas anderes als das, was jetzt gerade hier ist. Und es scheint so zu sein, als seien die gesamte spirituelle Szene und auch viele andere Szenen immer noch durchsetzt davon. Es ist wie ein Virus, der nicht aufhört, sich zu verbreiten. Ein Virus des Geistes. Es wird von Generation zu Generation weitergegeben. Und damit treiben wir dann die nächste Sau durchs Dorf. Das heißt dann ‘transgenerationales Trauma’. Es ist aber immer das Gleiche. Du kommst hierher unschuldig. Du bist ein unbeschriebenes Blatt. Und anschließend wirst du beschrieben. In den meisten Fällen geschieht das nicht sehr freundlich, nicht sehr zuvorkommend und rücksichtsvoll, von achtsam brauchen wir gar nicht sprechen. Achtsamkeit ist dann schon wieder der nächste Blödsinn. Die nächste Sau, die durchs Dorf getrieben wird, weil es falsch verstanden wird. Nicht weil Achtsamkeit falsch ist, sondern weil unsere Haltung sich nicht ändert, sondern nur die Methode. Wir versuchen dann, achtsam dem anderen klar zu machen, was wir gerne hätten und wie er und dass er unsere Bedürfnisse gefälligst befriedigen sollte. Und wir sagen nicht mehr 'gefälligst', wir sind dann ganz freundlich. Wir beschreiben es unfassbar sanft. Und so verarschen wir uns die ganze Zeit selbst, weil wir die Methoden, also das Äußere verändern, der Inhalt bleibt aber der gleiche. Und deshalb geht es uns beim Fühlen der Gefühle genauso. Da kommen dann Therapeuten und Lehrer und Coaches, die sagen dir, dass du noch einmal durch dein Kindheitstrauma gehen musst. Was für ein Scheiß! Wie können wir so hohl sein? Das kannst du und der andere gar nicht wissen. Du weißt nicht, was für dich dran ist, was du erfahren musst, um frei zu sein. Das geht nur, wenn du frei von Programmen bist. Dann organisiert sich dein Leben ganz von alleine. Und es werden genau die Gefühle kommen, die du fühlen musst. Nicht darfst, musst! Sie sind ja schon da. Du kannst dich nur entscheiden, falls du dich entscheiden kannst, sie nicht zu fühlen, indem du sie weiterhin verdrängst. Das geht. Die meisten entscheiden sich gar nicht dafür, sondern sie verdrängen, ohne dass es ihnen klar ist. Mit dieser Idee, dass du noch einmal durch irgendwelche Gefühle durch musst, verpasst du dann die Gefühle, die schon die ganze Zeit da sind. Denn um die kümmerst du dich dann nicht. Du bist ja die ganze Zeit damit beschäftigt, irgendwie wieder in dein Kindheitstrauma zurückzukommen. Dass dich dein Chef gerade genervt hat, deine Frau und deine Kinder dir auf den Zeiger gehen oder dein Mann und deine Kinder kriegst du dann gar nicht mit, denn du willst ja dein Kindheitstrauma endlich noch einmal fühlen. Und die Gefühle, die hier wären, verdrängst du dann weiterhin. Und so landen wir mit den besten Absichten im absoluten Wahnsinn und keiner kriegt es mit. Alle tun so, wie wenn alles vollkommen okay wäre. Das ist aber nicht okay. Das ist der gleiche Scheiß wie schon immer. Da hat sich gar nichts verändert. Da gibt es irgendeinen, der behauptet zu wissen, was für dich dran wäre. Das kann er nicht wissen. Wenn noch nicht einmal du weißt, was dran ist, beziehungsweise besser gesagt, du könntest wissen, was dran ist. Und es ist auch ganz einfach, das herauszufinden. Aber das will keiner. Sie wollen alle Rebirthing machen und nochmal ins Kindheitstrauma reingehen und was weiß ich alles. Aber das fühlen, was jetzt hier ist, das, was dran ist, es ist dran, weil es hier ist, das wollen sie alle nicht. Das bedeutet, es ist ein einziger Verdrängungszirkus und der hört durch die neuen Methoden nicht auf. Ganz im Gegenteil, es wird sogar noch schlimmer, weil du jetzt plötzlich auch noch den Stress hast, dass du ein bestimmtes Gefühl fühlen musst und dass du eine bestimmte Situation in deinem Leben aufarbeiten musst. Wie bescheuert können wir eigentlich sein? Ich finde das unfassbar. Und ich kriege das immer erst mit, wenn Teilnehmer mir erzählen, was sie so gehört haben, wer welche Übungen macht und so weiter. Die simpelste Methode oder den einfachsten Trick, den wendet keiner an, den will keiner wahrhaben: Das wahrnehmen, was jetzt gerade hier ist. Sonst nichts. Nicht mehr und nicht weniger. Der Grund, warum dir das so wenige sagen, ist zweigeteilt. Erstens gibt es nicht viele Menschen, die das gemeistert haben. Es gibt zwar auch Meditationslehrer, die Meditation nicht gemeistert haben, aber bei diesem Ding geht es halt ans Eingemachte. Du musst es wirklich tun, um es lehren zu können. Du musst echte eigene praktische Erfahrung haben. Und der zweite Grund ist, dass es sich so einfach anhört, dass die potenziellen Lehrer denken: "Das braucht ja nicht lang, da bleiben die Leute nicht bei mir. Da kann ich kein Geld damit verdienen. Das ist ja zu einfach!" Obwohl sie selbst die Erfahrung haben, wie unfassbar schwierig es ist. Der Verstand denkt immer, er muss Leistung bringen, er muss etwas abliefern, er muss Programm haben. Er kann sich nicht vorstellen, dass es genügt zu sein, so wie du bist. Das bedeutet ja nicht, dass du nicht mehr sprichst. Es bedeutet nur, dass du dich nicht mehr verstellst, dass du das sagst, was durch dich gesagt werden will. Mir ist es in acht Jahren noch nicht langweilig geworden, obwohl ich gefühlt immer wieder das Gleiche sage. Und je mehr ich von dieser sogenannten spirituellen Szene mitbekomme, desto mehr merke ich, dass meine Arbeit gerade erst begonnen hat. Oh mein Gott! Es ist unfassbar. Und alle rennen durch die Gegend und denken, sie seien jetzt spirituell. Ich denke kein einziges Mal am Tag, dass ich spirituell bin, auch nicht einmal in der Woche, auch nicht einmal im Monat und auch nicht einmal im Jahr. Das ist kein Gedanke, der mir kommt. Und dann gibt es Menschen, die denken, sie hätten eine spirituelle Praxis. Ich finde das unfassbar lustig. Wie können wir so drauf sein? Haaa! Und dann denken wir auch in der Spiritualität: "Heute mach ich es richtig. Heute mach ich es richtig. Heute mach ich meine Morgenroutine und ich hab schon meditiert. Und jetzt wird es ein super Tag." Oh Gott! Haaa ... Alle wollen immer nur den nächsten super Tag erleben. Was ist los mit euch? Erlebt doch mal einen echten Scheißtag, aber erlebt ihn wirklich. Seid doch mal wirklich dabei, wenn ihr einen echten Scheißtag habt und genießt den. Hängt euch so richtig rein. Lasst euch durchhängen. Keine Ahnung. Macht irgend, irgendwas, was ihr verurteilt, was euer Verstand sagt: "Ah, kannst nicht den ganzen Tag auf der Couch liegen!" Doch, mach das mal! Steh mal um zwölf auf statt um sechs. Schlaf mal richtig aus. Iss ungesunde Sachen. Mach es nicht richtig. Diese ganzen Knödelwascher mit ihren Routinen. Ernsthaft jetzt? Willst du dein Leben als Routine? Kein Scheiß jetzt? Das ist dein Ziel? Eine Routine. Weißt du, wann du eine Routine bekommst? Eine Routine bekommst du, wenn du es gern machst, wenn du Bock hast. Das ist dann aber keine Routine, denn du musst es nicht machen. Du musst dich nicht dazu zwingen. Du hast so Bock, du hast so Lust, dass du dich abhalten müsstest davon, um es nicht zu tun. Mach dir mal klar, was das für einen Unterschied im Gefühl macht. "Ah, ja, okay. Ich stell mir jeden Morgen um sechs den Wecker, dann steh ich auf, damit ich die Meditation rechtzeitig mach, weil das ist meine Morgenroutine. Und dann start ich mit ganz viel Selbstliebe in den Tag, weil das macht man so als Spiritueller. Und dann sage ich noch meine Affirmationen und meine Mantras und dann stell ich mir noch vor, wie schön das wäre, wenn ich, wenn sich in der Zukunft meine Wünsche erfüllen würden. Und dann wird es ein super Tag." Setz das mal in einen Vergleich zu: "Geil! Gut, dass ich aufgewacht bin. Es ist neun. Aber cool, dass ich wach bin, denn jetzt geh ich aufs Mountainbike und fahr vier Stunden Berg hoch und Berg runter und ich hab so Bock drauf. Nichts kann mich davon abhalten." Kein Date, kein Meditationskurs, keine Meditationssanleitung, keine geführte Meditation. Nichts kann dich abhalten. Du willst es so dringend, dass es kein Wollen mehr ist, sondern eine absolute Selbstverständlichkeit, weil es so schön ist. Alter Schwede, das ist eine Meditation. Und dabei kannst du auch Gefühle fühlen. Den ganzen Tag. Und dazu brauchst du dich nicht an deine Kindheit erinnern. Dazu kannst du immer das fühlen, was jetzt gerade hier ist. Halt doch verdammte Kacke nochmal dein Leben nicht für total bescheuert. Das ist nämlich das, was die Therapeuten in dem Fall machen: "Du musst wohin zurückgehen, weil dein Leben kann sich ja nicht organisieren. Das müssen wir jetzt, therapeutisch müssen wir dich jetzt dahin bringen." Und dann bringen wir dich dahin und dann hast du die scheiß Gefühle aus deiner Kindheit nochmal, aber die Gefühle, die die ganze Zeit da waren in deinem Leben, hast du immer noch verdrängt, hast du immer noch nicht gelernt, wie du mit denen umgehen kannst. Und 'Umgehen' ist schon wieder der falsche Ausdruck. Dein Umgang damit ist ja das Kernproblem. Du gehst damit um, du gehst drum herum. Du hast Übersprungshandlungen, Übersprungsgedanken, du hast Programme, die ablaufen, damit du das, was jetzt hier ist, nicht fühlen musst. Glaubst du nicht, dass dein Leben, ich sag 'dein Leben' mangels Worten, weil andere sagen 'Universum', 'Gott', 'Seele', was auch immer dazu, mir ist es scheißegal, wie du das nennst, glaubst du nicht, dass das, was dich geschaffen hat oder was du bist, auch egal, intelligent genug ist, um dich zurückzuführen, wenn du bereit dafür bist? Glaubst du wirklich, dass das nicht geht, wenn du dich hingibst? Glaubst du wirklich, dass du dann noch eine Anleitung brauchst? Noch einen Therapeuten, noch einen Coach, noch moderne Spiritualität mit den richtigen Ritualen und den richtigen Kartensets? Glaubst du das wirklich? Ich kann es mir nicht nur nicht vorstellen, ich weiß, dass es nicht stimmt. Als ich mal wissen wollte von meinem Lehrer, was bei mir passiert, was mit mir los ist, hat er einen Satz geschrieben, der mein Ego zerstört hat. Seine Antwort auf meine Frage, was bei mir los ist und ob das jetzt psychisch, physisch oder seelisch ist, meinte er lapidar: "Mach dir keine Sorgen. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass dein Körper stirbt.” Ein scheiß Satz für dein Ego. Aber ich habe die Wahrheit davon gefühlt. Nicht, dass ich sterben wollte und nicht, dass ich im Frieden damit wäre, dass ich sterben werde, aber der hat mir die ‘Wadln’ nach vorne gerichtet, wie man in Bayern sagt. Er hat mich ausgerichtet. Lass dich nicht verrückt machen. Und vor allem lass dich nicht fehlleiten. Du kannst einfach davon ausgehen, dass 99 % Fehlleitung sind. Ich hatte das unfassbare Glück, die unfassbare Ehre, einen Lehrer zu finden, einen Lehrer zu treffen, der mich nicht fehlleitet. Ein Lehrer, der nichts anderes will als meine Freiheit. Ein Lehrer, der selbst so frei ist, dass er gar nicht die Möglichkeit hat, Abhängigkeiten aufzubauen. Und ein Lehrer, der frei ist von der spirituellen Szene. Denn Freiheit von der spirituellen Szene ist die wichtigste Voraussetzung für Spiritualität.