Glaubenssätze sind unüberprüfte Gedanken, die wir für wahr halten. Diese unüberprüften Gedanken, die wir Glaubenssätze nennen, sind aber gar nicht der aktive Teil unseres Schmerzes. Der aktive Teil unseres Schmerzes sind die Gefühle, unsere Körperempfindungen. Und erst wenn wir unsere Gefühle erklären wollen, kommen die sogenannten Glaubenssätze. Diese Glaubenssätze macht unser Verstand also nachträglich. Sie sind gar nicht in unserem Unterbewusstsein. Sie sind nämlich zum Zeitpunkt des Schmerzes gar nicht präsent, weder unterbewusst noch bewusst. Zum Zeitpunkt des Schmerzes ist all das präsent, womit wir versuchen, den Schmerz zu verdrängen. Das sind teilweise Gedanken und teilweise Handlungen. Und diese Gedanken und Handlungen sind uns zum größten Teil nicht bewusst. Das heißt, der Verdrängungsmechanismus ist unser Unterbewusstsein. Die aktiven Teile des Verdrängungsmechanismus sind uns nicht bewusst. Und das, obwohl wir ihre Auswirkung wahrnehmen und sie teilweise sogar vehement und absichtlich einsetzen. Das geht nur, weil wir diese Mechanismen für normal und sinnvoll halten. Wir können sogar dazu stehen, was wir denken und wie wir handeln, während wir verdrängen wollen. Das Unbewusste ist also nicht das Versteckte. Das Unbewusste ist das Offensichtliche. Das, was zum Vorschein kommt, ohne dass es uns bewusst ist. Was wir wirklich unbewusst in uns tragen, sind die Körperempfindungen. Und weil wir die nicht fühlen wollen, gehen wir mit Gedanken drüber. Wir versuchen, unsere Körperempfindungen durch Gedanken und Handlungen zu verdrängen. Jeder Gedanke, der unangenehme Gefühle hervorruft, ist nur der nächste Gedanke, dessen Ursache, nämlich die Körperempfindung, du nicht wahrnehmen willst. Es ist immer umgekehrt, wie uns der Verstand erzählt. Die Angst kannst du im Körper fühlen. Glaubenssätze kannst du gar nicht wahrnehmen, bis du darüber nachdenkst. Und selbst wenn sie unbewusst existieren, dann sind sie nicht der aktive, auslösende Teil deines Schmerzes. Sie sind Gedanken, die du dir anlässlich einer Körperempfindung machst. Sie machen eines ganz sicher nicht: Sie lösen nicht die Körperempfindung aus. Körperempfindungen sind tiefer als Gedanken. Körperempfindungen und Gedanken können Pingpong spielen, also hin und her wechseln. Aber die Gedanken sind nicht tiefer als die Gefühle. Es bringt also nichts, an deinen Gedanken zu arbeiten oder deine Gedanken zu verändern und zu optimieren, denn dadurch ändern sich die Gefühle nicht. Du brauchst auch deine Gefühle nicht bearbeiten oder optimieren. Es genügt, wenn du dich ihnen zuwendest, indem du ihnen deine Aufmerksamkeit schenkst.