»Wenn Menschen ihre eigenen Gefühle nicht kontrollieren können, versuchen sie das Verhalten anderer zu kontrollieren.« John Cleese (Monty Python) Lass dir das heutige Zitat auf der Zunge zergehen! “Wenn Menschen ihre eigenen Gefühle nicht kontrollieren können, versuchen sie das Verhalten anderer zu kontrollieren.” Kommt dir das bekannt vor? Ich kann in dem Zitat einen aktuellen Trend erkennen. Dieser Trend ist natürlich nicht neu. Dieser Trend ist unsere Programmierung. So sind die meisten von uns aufgewachsen. Unsere Eltern konnten ihre eigenen Gefühle nicht kontrollieren und haben deshalb versucht, unser Verhalten zu kontrollieren. So ist unsere Programmierung entstanden und deshalb können wir jetzt unsere eigenen Gefühle nicht kontrollieren und versuchen deshalb, das Verhalten anderer zu kontrollieren. Das können unsere Kinder sein, aber auch unsere Nachbarn oder einfach irgendein anderer Mensch, der sich nicht so verhält, wie wir denken, dass er sich verhalten sollte. Tatsächlich hat das überhaupt nichts mit seinem Verhalten zu tun, sondern ausschließlich mit unserer Unfähigkeit, unsere Gefühle zu kontrollieren. Ich weiß nicht, wie es John Cleese gemeint hat. Aber die Gefühle zu kontrollieren im Sinne von 'unterdrücken' bringt natürlich auch nichts. Echte Kontrolle gewinnst du über deine Gefühle nur dann, wenn du bereit und in der Lage bist, sie zu fühlen, sie wahrzunehmen. Und zwar jedes Gefühl in jeder Situation. Das ist natürlich ein hoher und anfangs unerfüllbarer Anspruch. Du brauchst die Latte dabei gar nicht so hoch hängen. Es genügt, wenn du jetzt damit beginnst. Es geht nicht um ‘immer’ und ob es gestern geklappt hat. Es geht nur um ‘jetzt’. Wenn du das tust, merkst du, dass du deine Gefühle gar nicht mehr kontrollieren musst. Sie können einfach hier sein. Und das ist die tatsächliche Kontrolle über deine Gefühle. Es ist keine Unterdrückung und auch keine Verdrängung, sondern die Fähigkeit, sie wahrzunehmen. Und diese Fähigkeit, mit deinen Gefühlen präsent zu sein, sieht dann unter Umständen aus, als könntest du sie kontrollieren. Ja, sogar als hättest du sie im Griff. Tatsächlich gibt es überhaupt nichts mehr zu kontrollieren, weil der Wunsch nach Kontrolle aus der Verdrängung entstanden ist. Und da du nicht mehr verdrängst, gibt es auch keinen Wunsch nach Kontrolle mehr. Selbstverständlich gibt es Bereiche, in denen dir das leichter fällt, und Bereiche, in denen dir das fast unmöglich erscheint. Beginne einfach mit den Bereichen, die dir leichtfallen. Das Zitat von John Cleese geht übrigens noch weiter. Und zwar folgendermaßen: "Unter supersensiblen Menschen kann man sich nicht entspannen oder spontan sein, weil man nicht weiß, was sie als Nächstes aufregen könnte. Jeder Humor ist kritisch, wenn man anfängt zu sagen: 'Oh, wir dürfen sie nicht kritisieren oder beleidigen.' Dann ist der Humor weg. Mit dem Humor verschwindet auch Augenmaß. Und dann leben wir meines Erachtens in ‘1984’." Wenn dich diese Worte auch an die aktuelle Zeit erinnern und an das, was momentan geschieht, dann weißt du, was diesem Geschehen zugrunde liegt. Jede Menge Menschen, die ihre Gefühle nicht fühlen können und deshalb versuchen, das Verhalten anderer zu kontrollieren.