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    25.2.2024AQ 2284
    »Algorithmen sorgen für Inszenierung.«
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    Algorithmen sorgen für Inszenierung. Sogenannte Personen des öffentlichen Lebens oder alle, die das werden wollen, müssen sich an Algorithmen orientieren. Die meisten tun das unbewusst beziehungsweise unbeabsichtigt. Sie kriegen es gar nicht mit, denn das war schon immer so. Das ist gar nichts Neues. Algorithmen gab es lange, bevor es Computer gab. Algorithmen sind schlicht und ergreifend erwartete oder erzwungene Handlungsweisen. Die meisten Menschen orientieren sich einfach an dem, was funktioniert. Und es funktioniert das, was allgemein anerkannt ist, womit man gefühlt erfolgreich wird. Und immer wenn du etwas tust, was allgemein anerkannt ist, dann ist das ein kleines Erfolgserlebnis. Dann bekommst du eine Bestätigung, dass du es richtig gemacht hast. Und von dem ein oder anderen bekommst du vielleicht sogar eine Belohnung. Und damit fühlst du dich natürlich bestätigt. Wenn Inszenierung funktioniert, dann wird diese Inszenierung durchgeführt. Nicht unbedingt von allen, aber dann eben von denen, die öffentlich bekannt sind. Das ist ein Automatismus, von dem man abhängig wird und deshalb nur sehr schwer wieder wegkommt. Denn wir gewöhnen uns gern an die Bestätigung, die wir erhalten, an den Erfolg, den wir dadurch scheinbar produzieren, und an den Lebensstandard, der sich daraus ergibt. Man muss schon ein äußerst stabiler Zeitgenosse sein, nicht darauf hereinzufallen und auf den Applaus und die Bestätigung zu verzichten. Algorithmen führen immer zum Gegenteil von Authentizität. Sie führen zur Inszenierung. Auch bei den Spirituellen. Und zum großen Teil leider auch bei den spirituellen Lehrern. Es ist nun einmal viel einfacher, das anzubieten, was gerne angenommen wird, als das, was die Menschen vielleicht noch nicht verstehen oder wofür sie noch nicht bereit sind. Wer sich am einfachsten Erfolg orientiert, der wird immer auf den allgemeingültigsten Algorithmus hereinfallen, zum Beispiel dadurch, dass er einfach das wiederholt, was andere schon gesagt haben oder was als allgemein anerkannt gilt. Diesen Anpassungsdruck konnten wir in den letzten Jahren sehr gut beobachten. An anderen, aber auch an uns selbst. Dieser Anpassungsdruck ist überhaupt nicht neu. Der existiert schon immer. Und dieser Anpassungsdruck ist auch überhaupt nicht das Problem. Das Problem ist unsere unerkannte Anpassungsbereitschaft und auch das, was noch weit darüber hinausgeht, nämlich unser Anpassungswille und unser Anpassungsdrang. Wir wollen ankommen. Wir wollen gefallen. Wir wollen bestätigt werden. Und dieser Bestätigungsdruck, und von uns ausgehend Bestätigungsdrang, ist eine Falle. Diese Falle wird nicht von anderen aufgestellt, sondern von uns selbst. Und zwar indem wir alles tun und versuchen, um gut anzukommen, erfolgreich zu sein und dabei überhaupt nicht fragen, ob das, was wir dafür tun, uns entspricht. Ob wir wirklich so sind, wie es der Algorithmus von uns verlangt.