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    13.2.2024AQ 2272
    »Wenn du versuchst, die Angst zu kontrollieren, kontrolliert sie dich.«
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    Wenn du versuchst, die Angst zu kontrollieren, kontrolliert sie dich. Alles, was du versuchst zu kontrollieren, kontrolliert dich. Und alles, was du bereit bist zu fühlen, verliert die Kontrolle über dich. Die meisten Menschen leben in dem Zustand, dass sie das Leben kontrollieren wollen. Sie wollen ihr gesamtes Leben kontrollieren. Sie wollen die Entscheidungen treffen. Sie wollen bestimmen, wann was dran ist und wann was gemacht wird. Sie leben schon so lange in der Illusion ihres Egos, dass sie gar nicht mehr merken, dass es nie nach ihrem Willen geht. Und das, obwohl sie ständig unzufrieden sind, denn nichts oder nur sehr wenig klappt so, wie sie es sich vorstellen. Sie scheitern also ein ums andere Mal mit ihren Vorstellungen. Dann sind sie unzufrieden und meckern und anschließend versuchen sie wieder manipulierend einzugreifen. Der einzige Grund, warum sich Menschen elend fühlen, ist der Versuch, in ihr Leben einzugreifen, ihr Leben zu steuern. Und damit sind nicht die Bereiche gemeint, in denen sie von sich selbst aus motiviert sind und es an sich auch gar kein echter Eingriff ist, sondern es geht um die Bereiche, in denen sie unzufrieden sind und wo sie dringend eingreifen wollen, ohne zu merken, dass es noch nie funktioniert hat, dass sie eingegriffen haben. Wenn du damit beginnst, die Kontrolle aufzugeben, dann kommt dein Verstand mit Horrorszenarien. Er erzählt dir, dass du dann nie wieder für irgendetwas motiviert bist. Für eine gewisse Zeit kann das auch der Fall sein. Aber bei den meisten Menschen kommt eine innere Motivation, die sie nicht machen müssen und auch nicht machen können. Spiritualität ist im Wesentlichen jede Kontrolle aufgeben. Es gar nicht erst versuchen, gar nicht erst damit anfangen, kontrollieren zu wollen. Das kann eine Zeit sehr unmotiviert oder sogar depressiv wirken. Und es kann auch sein, dass du dich eine ganze Weile zurückziehen musst. Und irgendwann, nach einer ganzen Weile der Hingabe und der Aufgabe der Kontrolle, übernimmt dein Leben. Tatsächlich übernimmt es in der ersten Sekunde, in der du die Kontrolle abgibst. Du darfst nur nicht den Fehler machen, dass du die Lethargie, die Unlust oder sogar die Depression verurteilst. Dein Leben hat bereits übernommen. Und es gibt in jedem Leben eine Zeit für Aktivität und eine Zeit für Inaktivität. Und wenn du die letzten Jahre oder gar Jahrzehnte sehr aktiv warst und dein Leben übernimmt, dann macht es sehr viel Sinn, dass du erst einmal ruhst. Das Problem an der Ruhe ist nie die Untätigkeit. Das Problem an der Ruhe sind die Gedanken, die dir sagen: “Diese Untätigkeit sollte möglichst schnell wieder vorbei sein. Du solltest doch dringend wieder funktionieren. Und vor allem solltest du so funktionieren wie vorher.” Es soll sich also gar nichts verändern. Du willst einfach nur funktionieren. Wie ein Roboter. Und das bist du nicht. Du versuchst aber schon dein Leben lang, dich und dein Leben so zu kontrollieren, als wärst du ein Roboter. Deshalb muss es so sein, dass dich alles, was du kontrollieren willst, im Griff hat und dich kontrolliert. Erst dann, wenn du den Wunsch nach Kontrolle abgibst, verliert alles, was du vorher noch kontrollieren wolltest, seine Macht über dich.