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    7.2.2024AQ 2266
    »Selbstbewusst ist derjenige, der nicht vergleicht.«
    0:006:15
    Selbstbewusst ist derjenige, der nicht vergleicht. Üblicherweise stellen wir uns unter 'Selbstbewusstsein' etwas sehr Seltsames vor. Wir denken nämlich, derjenige, der den Raum betritt und dabei denkt: “Ich bin der Geilste hier!”, der sei selbstbewusst. Das ist aber kein Selbstbewusstsein. Das ist Unsicherheit. Denn nur unsichere Menschen vergleichen sich mit anderen. An dieser Stelle bietet sich eine Nuance meiner Lehre an. Ich möchte dir einen Unterschied erklären. Ich habe gerade etwas gesagt, von dem es sehr wahrscheinlich ist, dass dein Verstand denkt: “Ah, genau. Nur die Unsicheren machen das und ich bin ja nicht unsicher. Und Unsicherheit ist ja auch blöd.” Oder etwas Ähnliches. Das ist nicht, was gemeint ist. Es bedeutet, dass du dir nur dessen bewusst sein musst, dass du dich vergleichst, weil du unsicher bist. Wenn dir das auffällt, genügt das bereits. Es geht nicht darum, die Unsicherheit zu verdrängen oder zu überspielen oder durch Bewusstsein all deine Unsicherheit aufzulösen, sondern einfach zu merken: “Ah, okay. In dem Bereich vergleiche ich mich immer wieder mal. Da bin ich also unsicher. Ich entlarve mich selbst. Ich entdecke etwas.” Das ist keine Verurteilung, das ist noch nicht einmal eine Schwäche. Ganz im Gegenteil: Nur starken Menschen fällt auf, wie sie sind und warum sie so sind. Und die Stärksten können das dann sogar so stehen lassen. Nur schwache Menschen versuchen, ihre Schwächen sofort zu verändern. Und wenn sie das nicht schaffen, versuchen sie, ihre Schwächen zumindest zu verstecken. Schwache Menschen versuchen, an ihrem Selbstbewusstsein zu arbeiten. Starke Menschen interessiert nur noch ihr Bewusstsein. Und wenn schwache Menschen an ihrem Selbstbewusstsein arbeiten, dann erscheint das manchmal so, als wären sie im Lauf der Zeit selbstsicherer geworden. Das ist aber alles künstlich und mit viel Anstrengung verbunden. Und es ist vor allem überflüssig. Denn wenn du in einen Raum gehst und dich nicht vergleichst, dann kann dir auch nicht auffallen, ob du gerade der Beste oder der Schlechteste bist. Und dann kann dir nicht auffallen, dass du gerade vielleicht der Schlechteste bist und dann musst du nicht denken: “Ich bin der Beste hier!”, um das auszugleichen. Ein selbstbewusster Mensch ist sich seiner selbst bewusst und er weiß, dass er sich gar nicht vergleichen kann. Und er weiß das nicht auswendig, weil er sich dann nicht vergleichen muss, sondern er weiß es wirklich. Er kann sich nicht vergleichen. Und dabei geht es nicht darum, dass er keinen Vergleich ziehen kann. Denn der Vergleich, der gemeint ist, ist ein Gefühl. Es ist ein Gefühl, das auftaucht, wenn man sich vergleicht und sich nicht ebenbürtig fühlt. Ein selbstbewusster Mensch kennt entweder dieses Gefühl nicht mehr oder ihm ist vollkommen klar, dass dieses Gefühl nichts mit dem anderen zu tun hat. Beides ist Selbstbewusstsein und hat also gar nichts mit der eigenen Selbsteinschätzung zu tun, sondern mit Selbstbeobachtung und dem Grad des Bewusstseins.