Wenn die inneren Parasiten wegfallen, fallen auch die äußeren weg. Langsam, aber sicher fallen einigen Menschen die Verhaltensweisen anderer Menschen auf. Und da gibt es einige, deren Verhalten man durchaus als 'parasitär' bezeichnen kann. Wie immer ist es natürlich einfacher, wenn uns das bei anderen auffällt, wenn wir es außen sehen und dann anprangern, uns darüber beschweren und uns überlegen, wie wir diese Parasiten loswerden. Wie bei allen anderen Problemen auch ist das natürlich wieder einmal eine Übersprungshandlung. Wir wollen ein Problem lösen, das wir noch gar nicht in seinem gesamten Umfang erkannt haben. Bevor die äußeren Parasiten verschwinden können, müssen erst einmal die inneren weg. Es gibt zwei Formen von inneren Parasiten. Es gibt sie einmal als Lebewesen und als Geisteshaltung. Und mit beiden tun wir uns schwer. Für die meisten Menschen ist es eine unangenehme Vorstellung, dass da noch irgendetwas in ihnen lebt, was eigentlich sehr seltsam ist. Denn du bekommst es ja wie so vieles andere, was in deinem Körper passiert, gar nicht mit. Trotzdem ist ein gewisser Ekel damit verbunden und seltsamerweise auch eine ablehnende Haltung der Idee gegenüber, dass das möglich ist. Und das, obwohl jeder Hunde- und Katzenbesitzer seinen lieben Haustieren regelmäßig Entwurmungsmittel gibt. Als könnte es Parasiten nur in Tieren geben und nicht im Menschen! In der Medizin werden Parasiten tatsächlich nicht besonders behandelt, ganz ähnlich wie Vergiftungen. Interessanterweise ist es so, dass beim Ausleiten von Parasiten Gifte austreten, denn die Parasiten sind nicht umsonst da. Die übernehmen eine Aufgabe und in einigen werden Gifte gespeichert. Mit dieser Idee der inneren Parasiten tun sich Menschen seltsamerweise schwer. Und ganz ähnlich ist es ja auch mit den Parasiten oder den parasitären Verhaltensweisen im außen. Die wollen wir auch nicht wirklich wahrhaben. Wir verdrängen es lieber und schauen eher weg, als dass wir hinschauen und uns darum kümmern oder uns informieren, wie es denn funktioniert. Das könnten wir außerhalb von uns tun und das könnten wir auch in uns tun. Zumindest besser, als jeden Gedanken daran sofort zu verwerfen und von vornherein auszuschließen, dass so etwas möglich ist. Und die zweite Form der inneren Parasiten ist unsere Geisteshaltung. Mit der tun wir uns mindestens genauso schwer. Wir glauben, die anderen sind die Parasiten, denn das können wir ja sehr genau beobachten. Manche denken auch, sie selbst seien der Parasit. Das ist auch blöd und nicht hilfreich. Denn es geht nicht darum, dass du dich selbst schlecht machst und du solltest auch andere nicht schlecht machen. Du könntest durch die Parasiten, die du außerhalb von dir siehst, deine parasitäre Geisteshaltung erkennen. Das bedeutet nicht, dass du ein Parasit bist, sondern das sind die Eigenschaften, die du teilweise hast: Geiz, Gier, Neid, Ellenbogenmentalität, Konkurrenzdenken, Machtansprüche. All das, was wir nicht so gerne zugeben und was wir auch verurteilen. Mir geht es aber nicht darum, dass ich diese Eigenschaften verurteilen möchte. Es geht darum, dass du sie entdeckst und wahrnimmst und nicht so tust, als gäbe es das in dir nicht. In der heutigen Zeit wird ein Trick angewendet, damit dir beides nicht auffallen kann. Und dieser Trick lautet: »Wir alle sind die Parasiten. Wir alle fallen diesem Planeten zur Last. Wir sind zu viele und wir verbrauchen zu viel.« Und das sagen dir interessanterweise diejenigen, die am meisten verbrauchen. Das bedeutet, wenn schon: Die wenigen großen Parasiten beschweren sich über die vielen kleinen.