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    22.1.2024AQ 2250
    »Du kannst erst dann richtig gut werden, sobald du bereit bist, zuzugeben, was du nicht kannst.«
    0:008:21
    Du kannst erst dann richtig gut werden, sobald du bereit bist, zuzugeben, was du nicht kannst. So zu tun, als ob du alles oder fast alles könntest, hat keinen Vorteil, sondern im Gegenteil nur Nachteile. Als Allererstes dir selbst gegenüber. Denn du weißt dann nicht, in welchem Bereich du noch etwas lernen kannst oder sogar musst. Es hat aber auch einen Nachteil gegenüber den anderen, denn die wissen dann nicht, was du gut kannst. Du kannst ja alles. Was natürlich nicht stimmt! Niemand kann alles! Du willst nur so tun und das kann nur aus falschem Stolz entstehen. Es ist gar nicht notwendig, dass du alles kannst. Wie kommst du nur auf diese Idee? Erst wenn du zugeben kannst, was du nicht kannst, kannst du wieder etwas lernen. Und man kann dir vor allem das erste Mal helfen. Du kannst erst dann andere fragen, ob sie dir helfen können, wenn du vorher bereit bist zuzugeben: »Das kann ich nicht!«, oder »Ich kann es nicht gut genug!« Nicht zugeben zu können, was man nicht kann, ist kleingeistig. Und es hält dich gefangen. So hart das klingt, aber es ist die pure Wahrheit: Es ist eine Eigenschaft von Unerfolgreichen. Zugeben zu können, was du nicht kannst und in welchen Bereichen du Hilfe brauchst, ist eine Fähigkeit der Erfolgreichen. Die Idee, alles selbst können zu müssen, verhindert dein Wachstum. Du kannst nicht alles können. Warum solltest du es dann überhaupt versuchen? Alles ist ein Ergebnis von Kooperation. Und wenn du kooperierst, dann kooperiere mit den Besten. Kooperiere mit denen, die ihr Wissen gerne teilen und von denen du dich gerne bereichern lässt. Das ist die eigentliche Bereicherung. Die ist viel größer, als sie finanziell jemals sein könnte. Bereichernd ist das, was du lernst, nicht, was du verdienst. Es ist ja eine beliebte Übung, dir alle deine Stärken aufzuschreiben, um sie dir bewusst zu machen. Ich musste das nie tun. Deine Stärken offenbaren sich von selbst. Was ich dagegen tun musste und erkennen musste, waren meine Schwächen. Ich musste bereit sein, sie zuzugeben, bevor ich mich verbessern konnte. Diese Verbesserung fand dann nicht unter Druck statt, sondern mit dem Spaß meines Lebens. Als Cross-Country-Mountainbiker wusste ich zum Beispiel, dass meine Fahrtechnik nicht die allerbeste ist. Also habe ich mit Jugendlichen BMX trainiert und ich hatte viel Spaß. Ich habe mich in die Gruppe integriert. Ich habe mich willkommen gefühlt und wohl gefühlt, ohne dass ich jemals den großen Macker spielen musste. Es gab keine Notwendigkeit und keinen Grund, anzugeben, wenn ich besser als einige andere war. Es gab aber auch keinen Grund, mich schlecht zu fühlen, denn es gab natürlich andere, die waren besser. Es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich mich in einer Gruppe mit Jugendlichen und Kindern wohl gefühlt habe. Als 40-jähriger. Ich hatte dieses Gefühl in meiner Kindheit nie. Ich wollte immer dazugehören und mit diesem Dazugehören-Wollen war eine Menge Anstrengung verbunden. Und das hat dann eben dazu geführt, dass ich mich ausgegrenzt gefühlt habe, dass ich nicht dazugehört habe, dass ich mich immer verglichen habe. Mit 40 habe ich gelernt, das nicht mehr zu tun. Ich habe mich das erste Mal wohl gefühlt unter Menschen und ich konnte zugeben, was ich nicht kann. Und dann daran arbeiten. Und ich konnte auch zeigen, was ich kann, ohne anzugeben. Das war selbstverständlich nicht das Ergebnis des Trainings, zumindest nicht in diesem Bereich. Das war das Ergebnis von zehn Jahre gelebter praktischer Spiritualität. Und so bin ich jetzt in einer Situation, die ganz ähnlich ist. Ich konnte und musste zugeben, was ich nicht kann. Und da ich es zugeben kann, können es andere übernehmen und mir helfen. Und diese Menschen helfen mir gerne und mit großem Engagement. Etwas, das ich so bisher nicht kannte. Dazu musste ich erst bereit sein, zuzugeben, was ich nicht kann. Damit hat alles begonnen.