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    19.1.2024AQ 2247
    »Etwas, das es nicht gibt, kannst du nicht leugnen.«
    0:007:13
    Etwas, das es nicht gibt, kannst du nicht leugnen. Wenn du behauptest, jemand würde etwas leugnen, dann musst du erst einmal beweisen, dass es das, was er leugnet, auch tatsächlich gibt. Wenn du dabei empirisch vorgehst, was nichts anderes bedeutet, als aufgrund deiner eigenen Erfahrung zu erkennen, dann wirst du sehr schnell feststellen, dass es in den meisten Fällen kaum möglich ist, zu beweisen, dass es das gibt, was du glaubst, dass jemand anderes leugnet. Das, was du aufgrund deiner eigenen Erfahrung und durch die Wahrnehmung deiner Sinne beweisen kannst, ist deutlich eingeschränkt. Wenn du tatsächlich empirisch vorgehst, dann merkst du, wie schnell du an deine Grenzen kommst. Den meisten Menschen fällt das nicht auf, weil sie etwas Nichtempirisches, also etwas, das sie nicht erfahren und nicht wahrnehmen können, für gegeben halten. Und das ist nichts anderes als Indoktrination. Sie glauben es, weil es ihnen gesagt wurde. Aufgrund deiner Erfahrung kannst du zum Beispiel sagen: »Ich sehe den Mond. Ich sehe meistens in der Nacht, aber zwischendurch auch tagsüber, ein Licht am Himmel.« Was du aber nicht sagen kannst, ist, was das ist. Du weißt nicht, was der Mond ist, aufgrund deiner eigenen Erfahrung. Du weißt es nur, weil es dir jemand gesagt hat. Und das ist kein echtes Wissen. Das ist Hörensagen. Und das wollen die meisten Menschen nicht wahrhaben. Das Licht in der Nacht, das wir Mond nennen, würde wohl kaum ein Mensch, der sehen kann, leugnen. Warum sollte er? Sobald er es wahrnehmen kann, kann er sagen: »Ja, da ist was. Ich sehe es.« Was er aber nicht sagen kann, ist, wie das heißt, was das genau ist, wie es funktioniert und vieles mehr. Er kann auch nicht wissen, ob dieses Licht schon einmal von Menschen besucht wurde. Er war nicht dabei. Er hat es nicht selbst erfahren. Für viele Menschen scheint das eine beinahe unüberwindliche Hürde zu sein, zuzugeben, was sie aufgrund von eigener Erfahrung tatsächlich wissen können und was sie nicht wissen können, was Einbildung oder Hörensagen ist. Da tun sich die Menschen unfassbar schwer, weil sie sich auf ihre Bildung so viel einbilden. Und das machen sie nur deshalb, weil die Bildung unter Schmerzen entstanden ist. Und wenn diese Bildung und damit diese Schmerzen keinen Wert hätten, dann wäre das ziemlich schlimm. Dann müssten wir uns eingestehen, dass wir umsonst gelitten haben. Wir haben ja aber daran geglaubt, dass es etwas bringt, dass es hilfreich ist, wenn wir für unsere Bildung leiden. Schließlich wurde dafür unsere gesamte Kindheit zerstört. Deine Bildung ist also etwas, das du auch nicht leugnen kannst, denn es gibt sie nicht. Was du aber leugnen kannst, ist deine Einbildung, denn die gibt es. Du hast unfassbar viele Vorstellungen von der Welt, die du nie selbst erlebt hast. Könnten wir zugeben, wie viel wir nicht wissen, würden wir uns zuerst ziemlich doof vorkommen und als Nächstes merken, dass wir kaum über etwas sprechen können. Bildung arbeitet mit der Methode der Wiederholung. Genau so, wie es Edward Bernays in seinem Buch ‘Propaganda’ beschrieben hat. Unsere Bildung ist also keine. Sie ist Propaganda, die an unseren Sinnen vorbeigeht und die wir glauben müssen, damit sie existiert. Ohne unseren Glauben daran existiert sie nicht. Und etwas, das nicht existiert, kannst du nicht leugnen.