Kommunikation ist Gefühlsübertragung. Wir kommunizieren nicht mit Worten. Wir kommunizieren mit Energie. Seltsamerweise versteht das kaum jemand, weil wir ständig reden. Aber hinter diesen Worten, die wir sprechen, liegen Gefühle. Und deshalb ist es so lustig, wenn Menschen behaupten, dass du bestimmte Worte nicht mehr verwenden sollst, damit sich etwas verändert. Das Einzige, was sich verändern kann, ist deine Energie. Wenn sich deine Energie verändern kann, dann geht das unabhängig von den Worten. Wenn sich deine Energie nicht verändert und du veränderst deine Wortwahl, dann hast du nichts verändert. Es bringt nichts, deine Worte zu verändern, um etwas zu verändern. Dann tust du nur so, als hättest du etwas verändert. Und das ist die alte Falle. Das ist der nach außen gerichtete Präsentationswahn des Verstandes. Er will, dass alle sehen, wie sehr du dich verändert hast. Und hören müssen sie es auch. Und deshalb veränderst du nicht nur deine Wortwahl. Du säuselst ab sofort auch nur noch. Du sprichst ganz heilig die ganze Zeit. Dabei merkst du nicht, wie dich dein Verstand verarscht und wie das überhaupt nicht authentisch ist. Jeder, der halbwegs fühlen kann, merkt spätestens jetzt endgültig, dass du ein Fake bist, dass du nicht authentisch bist, sondern inszenierst. Schau dir die spirituelle Szene an! Sie ist voll von Floskeln. Sie verwenden alle die gleichen Worte und selbstverständlich sagt von denen keiner mehr ‘Scheiße!’ und ‘Fick dich!’ Gott bewahre! Wie kannst du so etwas nur sagen! Sie verstehen alle nicht, dass Spiritualität nicht öffentlichkeitswirksam präsentierbar ist. Sie verstehen nicht, dass du durch die veränderte Wortwahl gar nichts veränderst. Meistens kleisterst du damit nur etwas zu oder streichst es rosa an. Beides ist keine echte innere Veränderung und deshalb nur oberflächlich und sehr leicht durchschaubar. Was wir in der Kommunikation versuchen, ist nicht, den anderen von unserer Meinung zu überzeugen, sondern von unseren Gefühlen. Und wir hätten gerne, dass er das Gleiche fühlt, dass er mit uns mitfühlt. Deshalb wünschen wir uns Bestätigung. Nicht weil wir recht haben wollen, sondern weil wir in unserem Gefühl bestätigt werden wollen. Und das wollen wir nur, weil wir in unserem Gefühl, unsere gesamte Kindheit, verunsichert wurden. Uns wurde gesagt, dass wir mit unserem Gefühl nicht richtig liegen. Und nur deshalb wünschen wir uns die Bestätigung unseres Gefühls von anderen. Denn dann fühlen wir uns das erste Mal angenommen, so wie es unser Leben lang schon sein sollte. So wie uns unsere Eltern annehmen hätten sollen, was sie aber nicht konnten, weil sie mit dem Schmerz ihrer eigenen Kindheit beschäftigt waren. Jedes Kind und da vor allem die Erstgeborenen triggern ihre Eltern. Die Eltern werden besonders durch das erste Kind an all ihre unerlösten Kindheitsgefühle erinnert. Wenn sie das verstehen, ist das ihre Heilung. Wenn sie das nicht verstehen, kämpfen sie gegen das Kind. Und sie wünschen sich von dem Kind das, was sie sich schon ihr gesamtes Leben von anderen wünschen und was sie von ihren Eltern bekommen hätten müssen: Die Bestätigung ihrer Gefühle. Ein Kind kann aber die Gefühle seiner Eltern nicht bestätigen, weil es noch nie erlebt hat, wie das ist, da die Eltern nicht in der Lage sind, die Gefühle des Kindes zu bestätigen. Woher soll es also diese Kapazität nehmen? Da die Gefühle des Kindes von seinen Eltern konstant missachtet, ignoriert und übergangen werden, wird das Kind diese Fähigkeit, die Gefühle von anderen bestätigen zu können, genauso nicht lernen wie seine Eltern. Und seine Eltern werden ein Leben lang versuchen, ihre Gefühle vom Kind bestätigt zu bekommen. Diese Dynamik ist für jedes Missverständnis und für jeden Streit verantwortlich. Jede Kommunikation ist der Versuch der Gefühlsübertragung und der Bestätigung des Gefühls.