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    10.1.2024AQ 2238
    »Durch Gerechtigkeit ist endlos viel Unrecht passiert.«
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    Durch Gerechtigkeit ist endlos viel Unrecht passiert. Die Idee von Gerechtigkeit ist ein Ego-Konstrukt, das für Unrecht sorgt.Es gibt keine Gerechtigkeit, weil Leben individuell ist. Die Idee der Vereinheitlichung von Leben sorgt für die größte Ungerechtigkeit. Denn wenn jemand etwas nicht erreichen kann aus eigener Kraft und er hätte es aber gerne gerecht, dann bedeutet das, dass man es dem, der es aus eigener Kraft erreicht, nehmen muss, damit es wieder gleich und gerecht ist.Die Idee von Gerechtigkeit sorgt also nicht nur für Mittelmaß, sondern für absoluten Tiefststand. Die Idee von Gerechtigkeit ist der große Gleichmacher. Und diese Gleichmacherei kann keine Anhebung sein, weil die Forderungen nach Gerechtigkeit und Gleichheit von denen kommen, die sich unterlegen fühlen. Die Idee von Gleichheit und Gerechtigkeit geht von der größten Fehlannahme überhaupt aus.Es ist eine Fehlannahme, die in den meisten von uns so tief verankert ist, dass wir es uns gar nicht anders vorstellen können und auch nicht wollen. Es ist die Idee eines luxuriösen Lebens in Untätigkeit. Das ist die unreflektierteste Idee und Wunschvorstellung, die es überhaupt gibt. Der Ursprung dieser Idee liegt entgegen der Vermutung vieler nicht in unserer Faulheit. Der Ursprung dieser Idee liegt in unserem Schmerz, weil uns beigebracht wurde, dass wir tätig sein müssen und dass wir uns unseren Tätigkeitsbereich nicht einfach so aussuchen können und uns dabei schon gar nicht an unserer Freude orientieren dürfen.Nichts ist für unser Verhältnis zur Welt und zu den Menschen verhängnisvoller als diese Beschneidung. Durch diese falsche Wahl kommt es zu derart vielen Fehlannahmen, dass wir überhaupt nicht mehr in der Lage sind, klar zu denken. Angetrieben sind wir dabei ausschließlich von unserem Schmerz, den wir fühlen, weil wir von Anfang an nicht so sein durften, wie wir sind, weil wir nicht wählen durften, was wir wollten und weil wir deshalb jetzt nicht tun, was uns bereichert.Nichts ist fataler als die Anpassung des Menschen an den Arbeitsmarkt. Es ist die schlimmste, falsche und allem zugrundeliegende Wahl. Diese falsche Wahl ist der einzige Grund, warum wir nicht zufrieden sind und warum wir uns Gleichheit und Gerechtigkeit wünschen. Denn nur unsere eigene Unerfülltheit bringt uns auf die schräge, abgefahrene und total abwegige Idee von Neid. Erfüllte Menschen können nicht neidisch sein. Der Großteil der Menschen ist aber neidisch, weil unerfüllt.Sozialismus und Kommunismus entstehen also nicht aus dem Wunsch nach Gleichheit und Gerechtigkeit. Sozialismus und Kommunismus entstehen durch Unerfülltheit. Ein Mensch, der ein erfülltes Leben lebt, will anderen nicht sagen, wie sie leben sollen. Er hat auch keine Forderungen an andere. Er will von ihnen weder Materielles noch ein bestimmtes Verhalten. Seine Erfüllung sorgt dafür, dass er in sich ruht und überhaupt nicht auf abwegige Ideen von Gleichheit und Gerechtigkeit kommt.Um Erfüllung zu finden, gibt es kaum ein besseres Mittel, als die Idee von Gleichheit und Gerechtigkeit sofort zu vergessen. Erinner dich jedes Mal, wenn du neidisch wirst, daran, dass der Neid nicht am Erfolg des anderen liegt. Dein Neid liegt einzig und allein an deiner Unerfülltheit. Das ist kein Vorwurf, sondern eine Tatsache. Ein erfülltes Leben wirst du nur erreichen, wenn du bereit bist, dieser Tatsache ins Auge zu sehen.