Weihnachten ist die tiefste Programmierung, die es gibt. Nein, ich will dir nicht Weihnachten nehmen. Ich will es dir geben. Das ist keine Aussage für oder gegen Weihnachtsfeiern. Es geht darum, die Programmierung zu erkennen. Ein einheitliches Fest, das fast schon gefeiert werden muss, weil es ja so schön ist.Mal ganz ehrlich: Liebst du Weihnachtsfeiern? Liebst du Weihnachten? Dann liebst du gar nicht Weihnachten. Du liebst das, was gemacht wird. Vielleicht liebst du Schnee und Lichter. Vielleicht liebst du es, Bäume zu schmücken. Oder vielleicht liebst du Geschenke. Du schenkst gern oder du empfängst gerne. Du triffst dich gerne mit Menschen. Und du liebst Glühwein oder Lebkuchen.All das hat rein gar nichts mit Weihnachten zu tun. Das heißt nicht, dass es verkehrt ist. Das heißt nicht, dass du es nicht tun darfst. Ganz im Gegenteil: Wenn du es liebst, solltest du es öfter tun als nur an ein paar Tagen im Jahr. Das traust du dich dann allerdings auch wieder nicht. Denn spätestens Heilige Drei Könige ist Weihnachten vorbei. Schnee mit Lichter gibt es auch im Januar und vielleicht sogar noch Februar und März. Stollen kannst du auch das ganze Jahr backen und deine Wohnung kannst du ebenfalls immer dekorieren, so wie es dir gefällt.Und jetzt überleg dir mal, wie viel Stress du dir machst, dass du das, was du liebst, an genau den vorgeschriebenen Tagen im Jahr machst. Nicht dann, wenn dir danach ist. Nicht dann, wenn es für dich dran ist, sondern dann, wenn der Kalender ein Datum anzeigt. Du orientierst dein Leben ernsthaft an den Daten von anderen, denn das ist nicht dein Termin. Der steht da schon immer. Du hattest keinerlei Einfluss darauf. Du hattest kein Mitspracherecht. Du hast es nicht entschieden. Du hast die Daten von anderen übernommen, die Daten, wann du feierst beziehungsweise wann du das machst, was du gerne tust.Das heißt ja nicht, dass du an den Daten von anderen nicht auch etwas machen darfst, was du gerne tust. Ganz im Gegenteil. Aber das, was du so gerne machst, das solltest du viel öfter tun. Und du solltest dich dabei nicht an den Terminen von anderen orientieren. Nein, ich will dir nicht Weihnachten nehmen. Ich will es dir geben, indem ich dir die Programmierung nehme. Und selbstverständlich kann ich das nicht. Ich kann dir keine Programmierung nehmen, aber ich kann sie dir aufzeigen. Sehen wollen musst du selbst. Viel zu viele Menschen denken, ich sei absichtlich provokativ. Ich würde gerne provozieren. Ich sei ein bisschen extrem und viel zu radikal. Wenn du das, was ich beschreibe, so bezeichnest, dann ist das für mich vollkommen in Ordnung. Gemeint ist es nicht so. Es ist auch kein Konzept oder Programm. Du kannst mir auch jederzeit widersprechen und protestieren: »Nein, Weihnachten ist keine Programmierung!« Oder du kannst erkennen, was ich wirklich meine. Dann merkst du, es geht dabei gar nicht um Weihnachten. Es geht um tiefe Programmierung und automatisierte Abläufe. Dinge, die man so macht, weil man sie so macht, weil sie alle so machen und weil das jetzt halt gerade so dran ist.Und dann schau dir an, wie sehr sich die Menschen weigern, ihr angeblich fröhliches Weihnachten anschließend auch nur ansatzweise zu reflektieren. War es wirklich fröhlich bei der Schwiegermutter? Wenn ja, allerherzlichsten Glückwunsch. Du solltest absolut nichts verändern. Bist du wirklich freiwillig hingegangen? Wenn ja, herzlichsten Glückwunsch! Du solltest absolut nichts verändern. War es wirklich fröhlich oder doch wieder stressig? Wenn es fröhlich war, herzlichen Glückwunsch. Du brauchst absolut überhaupt nichts verändern. Das Einzige, was du verändern müsstest, wäre ehrlich zu sein. Ehrlich zu dir selbst.Irgendjemand, den du nicht kennst, hat ein Fest erfunden. Und er hat dir sogar vorgegeben, wie du es zu feiern hast. Mit einem Baum in deiner Wohnung, mit Lichtern dran. Es ist egal, ob das Tradition ist und welche Tradition das ist. Wesentlich ist: Entspringt es wirklich dir? Kannst du jedes Jahr wieder frei von schlechtem Gewissen und drohendem Vorwurf entscheiden, wie du feiern möchtest? Oder gibt es Pflichttermine? Musst du am 24. feiern? Warum nicht am 21., 14. oder 28.?Das Einzige, was du momentan wahrnehmen könntest, welche Zeit es ist, ist nicht Weihnachtszeit. Du könntest wahrnehmen, dass es kalt ist. Und du könntest sehen, dass bald Vollmond ist. Und du hättest vielleicht gezählt, den wievielten Vollmond es bereits kalt ist. Sonst wüsstest du gar nichts. Du kennst keinen Wochentag und kein Wochenende. Und die Anzahl der Tage würdest du vom Vollmond oder vom Neumond aus zählen. Du wüsstest auch nicht, wie alt du bist. Man musste es dir sagen. Du weißt nicht, wann du geboren bist. Das kann gelogen sein. Das Einzige, was du sagen könntest: »Ich bin x Jahre alt, seit ich zählen kann.« Und wann hast du zählen gelernt? In welchem Alter? Das weißt du nicht, denn vorher konntest du noch nicht zählen. Geburtstag feiern ist also auch eine Programmierung. Und Weihnachten ist ja nichts anderes als der Geburtstag Jesu.All das bedeutet nicht, dass ich gegen etwas bin. Aber weil ich diese tiefste Programmierung sehen kann, wundert mich gar nichts. Es kann auch nichts mehr kommen, was mich noch wundern würde. Denn in dieser Programmierung ist alles Weitere angelegt. Wir funktionieren genau so, wie es von uns verlangt wird. Selbst dann, wenn wir Freude empfinden wollen.