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    23.12.2023AQ 2220
    »Wenn glückliche Menschen nicht konsumieren und wenn Storytelling verkauft, dann brauchst du Anti-Storytelling.«
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    Wenn glückliche Menschen nicht konsumieren und wenn Storytelling verkauft, dann brauchst du Anti-Storytelling. Es heißt, dass glückliche Menschen nicht konsumieren oder zumindest wenig konsumieren. Storytelling heißt nichts anderes, als eine Geschichte zu erzählen. Und in der Werbung sagt man, dass gutes Storytelling verkauft. Das heißt, je besser die erzählte Geschichte, desto mehr wird verkauft. Wenn beides stimmt, braucht man zum Glücklichsein Anti-Storytelling. Und siehe da: Es ist eine spirituelle Methode, raus aus der Geschichte. Diese spirituelle Richtung heißt "Advaita" oder "No Mind", also kein Verstand. Ich war mal auf einer spirituellen Messe und da gab es verschiedene Vortragsräume, die hatten Namen und auf einem stand "No Mind". Und ich habe mir nur gedacht: Was steht denn dann bei den anderen? Das machte für mich überhaupt keinen Sinn, denn "No Mind" kannte ich von meinem Lehrer und ich verstand gar nicht, was dann auf den anderen Räumen stehen sollte: "Mit Mind? Der spirituelle Verstandes-Raum? Lasst uns über Spiritualität nachdenken?" Ich habe es nicht verstanden und ich verstehe es bis heute nicht. Denn Spiritualität ist tatsächlich Anti-Storytelling. Du nimmst dem Leben die Geschichte. Damit bleibt das Leben pur in seiner Essenz zurück. Selbstverständlich gelingt das mal besser und mal weniger gut. Aber das macht nichts, denn die Richtung stimmt. Wenn ich eines gelernt habe und auch auf die Gefahr hin, dass ich überhaupt nicht spirituell bin, aber meine Geschichten haben mir nicht geholfen. Und damit meine ich nicht, dass du keine Geschichten mehr erzählen darfst. Es geht darum, wie du sie erzählst und warum du sie erzählst. Ob du in der Geschichte gefangen bist oder ob du sie für deine Freiheit verwendest. Gefangen bist du in der Geschichte, wenn sie dein Verstand wie ein Hamster im Hamsterrad wieder und wieder wiederholt, ohne dass sich dabei irgendetwas verändert, ohne dass du eine Distanz zur Geschichte dadurch bekommst. Und du wiederholst sie nur, um immer wieder den gleichen Schmerz zu fühlen. Und klar, das kommt vor. Wir machen das so, wir sind es so gewöhnt und es bringt auch nichts, künstlich dagegen anzugehen, falls es gerade so ist. Aber du kannst dich immer wieder an dich erinnern, denn du bist hinter der Geschichte. Du bist nicht die Geschichte. Du bist nicht die Gedanken. Du bist nicht die Handlungen. Und du bist auch nicht deine Gefühle. Wenn du glücklich sein willst, musst du also auf deine Geschichte verzichten. Zumindest auf deine Geschichte, so wie du sie bisher verwendet und sogar missbraucht hast. Mit dieser Methode kommt natürlich eine Herausforderung. Du musst herausfinden: Was ist alles eine Geschichte? Wo wird dir eine Geschichte erzählt? Und je genauer du das untersuchst, desto mehr merkst du, dass das überall der Fall ist, weil Menschen gerne Geschichten erzählen. Nicht nur die Menschen, die du kennst, sondern auch Menschen, die du nicht kennst. Und sogar die Medien. Sogar die Nachrichten erzählen dir eine Geschichte. Und sie hätten gerne, dass du sie glaubst und für wichtig und relevant hältst. Denn nur dann bist du unglücklich und konsumierst. Unglücklich bist du steuerbar. Die Abwesenheit von Glück hat immer die Anwesenheit einer Geschichte als Voraussetzung. Ohne Geschichte kein Unglück. Mit Geschichte bist du immer bestrebt, einen Ausweg aus der Geschichte zu finden. Du identifizierst dich mit der Geschichte und denkst wirklich, du müsstest eine Lösung finden. Die Lösung liegt im Anti-Storytelling. Keine Geschichten mehr.