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    18.12.2023AQ 2215
    »Deine Berufung ist erst ein harter Kampf und dann ein Spaziergang.«
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    Deine Berufung ist erst ein harter Kampf und dann ein Spaziergang. Falls du in deinem Leben von deiner Berufung abgelenkt wurdest und sie nicht lebst, hat das Entdecken und Leben deiner Berufung überhaupt nichts mit irgendetwas Schönem zu tun. Du kannst nämlich nur dann deine Berufung finden und leben, wenn du alle gesellschaftlichen Konventionen und alle Programmierungen über Bord wirfst. Und zwar nicht im Widerstand, sondern vollkommen bewusst. Und das ist der härteste Weg, den es gibt, denn alle werden dir widersprechen, alle werden dich von deinem Vorhaben, deine Berufung zu leben, abhalten wollen. Und das noch bevor du weißt, was deine Berufung überhaupt ist. Wenn du deine Berufung leben willst, übst du überhaupt nicht deine Berufung zu leben. Du übst standhaft zu sein gegenüber einer vollkommen verkommenen Gesellschaft. ‘Verkommen’ meine ich nicht im moralischen Sinn, sondern in Bezug auf deine Berufung. Denn es gibt ja einen Grund, warum du deine Berufung nicht lebst. Und der Grund sind Menschen, die dich davon abgehalten haben. Menschen, die selbst nicht glücklich sind, halten dich davon ab, das zu tun, was dich glücklich macht. So etwas nenne ich verkommen. Viele Spiris werfen an dieser Stelle wieder ein: »Ja, aber Stefan, sie wissen es ja nicht besser!« Hält mich das davon ab, es korrekt zu analysieren? Hält mich das von der Erkenntnis ab, dass da das Problem liegt? Die meisten Menschen hält das ab und sie haben keinen blassen Schimmer, was ihnen blüht, wenn sie ihre Berufung suchen und leben wollen. Der Grund, warum du überhaupt suchen musst, bist nicht du. Der Grund, warum du deine Berufung suchen musst, sind andere. Menschen, die dich in deiner Kindheit stark beeinflusst und vor allem manipuliert haben. Sie haben es gut gemeint, aber sie haben es nicht gut gemacht. Und manchmal haben sie es noch nicht einmal gut gemeint. Der Grund für ihr Versagen ist aber egal. Wichtig ist, dass du erkennst, dass sie versagt haben. Denn in diesem Versagen liegt der Grund für dein Versagen. Und das Unfassbare und Unbeschreibliche ist jetzt, dass du noch einmal komplett versagen musst, um das zu überwinden. Du wirst in den Augen anderer alles falsch machen, was man falsch machen kann. Und im Vergleich zu früher darf dich das nicht mehr beeindrucken. Du musst durch den gesamten Schmerz deiner Kindheit noch einmal durchgehen. Du musst bereit sein, diesen Schmerz deiner Kindheit für immer zu fühlen. Er wird im Verlauf der Zeit vielleicht ein bisschen leichter, aber das darf nicht dein Ziel sein. Dein Ziel muss es sein, dich für diesen Schmerz zu öffnen. Du suchst überhaupt nicht deine Berufung. Du suchst den Schmerz deiner Kindheit. Wenn du diesen Schmerz ein paar Jahre gefühlt hast, ist der Rest ein Spaziergang.