"The planet is fine. The people are fucked." George Carlin »Der Erde geht es gut. Die Menschheit ist am Arsch.« Das ist vielleicht ein bisschen extrem ausgedrückt, aber ich hätte es ganz ähnlich formuliert. Vor allem würde ich dazu sagen: »Der Erde geht es gut. Kümmer dich um dich selbst und nicht um die Erde. Die ist viel zu groß für dich. Du kannst die Probleme, die es angeblich oder tatsächlich gibt, gar nicht überblicken. Das liegt nicht im Rahmen deiner Möglichkeiten. Was dagegen sehr wohl im Rahmen deiner Möglichkeiten liegt, bist du. Du mit deinen Problemen, mit deinen Themen, mit deiner Angst.«Die Erde retten zu wollen, ist eine Übersprungshandlung und damit ein Verdrängungsmechanismus. Mit der Erde ist alles okay. Wegen der Erde brauchst du nicht durchdrehen. Du könntest auch erkennen, dass deine Sorgen um die Erde ziemlich arrogant und, wie es George Carlin in seinem Programm gesagt hat, auch reine Selbstsucht sind. Es geht den Menschen, die die Erde retten wollen, immer nur um sich, um ihre Angst vor ihrem eigenen Untergang. Wer das wirklich nicht sehen kann, sollte sich noch einmal mit seinem Ego beschäftigen. Du könntest herausfinden, woher alle Ängste kommen.Es gibt nur eine sinnvolle Art zu helfen und die ist angstfrei. Die ist auch frei von Helfersyndrom und vor allem frei von Gutmenschentum. Ein Gutmensch fordert etwas von anderen. Ein guter Mensch macht es selbst. Sollte die Erde tatsächlich untergehen, dann ganz sicher nicht wegen uns und dann kannst du den Untergang ganz sicher nicht aufhalten. Wir sind in etwa so groß wie Flöhe oder maximal Ameisen in einem riesengroßen Experiment, das wir nicht überblicken können. Wir können es nur in uns erleben. Und darum geht es. Allerdings ist unser Erleben mitunter derart manipuliert, dass es schon lange nicht mehr echt ist. Wir haben Angst vor Phantomen, die nicht existieren.Es gibt für unser Ego kein großartigeres Spiel als die Angst vor dem Untergang. Die 5-vor-12-Panik ist eine der tiefsten Programmierungen. Die meisten Menschen lieben sie. Sie können und wollen nicht ohne diese Angst. Und so hat jede Generation ihre eigenen Weltuntergangsszenarien. Und jede Generation wird wieder aufs Neue geprägt von ultimativen großen Bedrohungen. Etwas, das so groß ist, dass du nur die Illusion entwickeln kannst, dieses Problem zu lösen, das aber in Wahrheit natürlich gar nicht existiert. Und falls es existieren würde, so groß und unüberschaubar ist, dass du weder die Ursache noch die Lösung dafür finden kannst.Ganz egal, wer diese Bedrohungen erfindet, andere oder du, sie müssen so groß sein, damit du sie nicht lösen kannst, denn sonst wären es keine Bedrohungen. Eine echte Bedrohung ist nur etwas Unlösbares. Ein Problem, das du nicht in den Griff bekommen kannst. Es muss dir über den Kopf wachsen und du musst dich ohnmächtig dabei fühlen. Das ist eines der wichtigsten Gefühle bei diesen Pseudo-Bedrohungen. Ohne deine Ohnmacht funktioniert das gesamte Spiel nicht.Wenn dir also das nächste Mal jemand Angst machen möchte vor der Zukunft, erinnere dich daran: »Der Erde geht es gut. Die Menschen sind am Arsch.«