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    12.12.2023AQ 2209
    »Gedanken erschaffen keine Realität.«
    0:0010:19
    Gedanken erschaffen keine Realität. Gefühle tun es. Ohne Gefühle hätten Gedanken keine Substanz. Du kannst denken, was du willst. Und einige tun das auch! Wenn du dabei nichts fühlst, hat es keine Bedeutung. Und es ist auch ein Unterschied, ob du denkst, dass du etwas fühlst oder ob du tatsächlich bewusst im Körper wahrnimmst, was du fühlst.Würden Gedanken tatsächlich einfach so Realität erschaffen, könntest du keinen Gedanken denken, ohne dass er sich sofort verwirklicht. Das kannst du in deiner eigenen Realität ganz einfach überprüfen, ob das stimmt. Du hattest mit Sicherheit in deinem Leben schon einmal unfassbar schöne und unfassbar furchtbare Gedanken und keiner dieser Gedanken wurde zu deiner erlebten Realität.Wenn Menschen so etwas hören, dass Gedanken angeblich Realität erschaffen, gibt es eine sehr einfache, aber auch problematische Reaktion. Ab diesem Zeitpunkt trauen sie sich nämlich nicht mehr, negative Gedanken zu denken. Und sie tun damit so, als würden alle Gedanken Realität werden. Jeder Mensch, der seine sieben Sinne beieinander hat, kann das überprüfen. Wir können nicht unbedingt überprüfen, wie es tatsächlich ist, aber wir können überprüfen, wie es ganz sicher nicht ist.In dem Szenario "Gedanken erschaffen deine Realität" fehlt das wesentliche Element und das sind deine Gefühle. Woran der Verstand aber denkt, wenn er das hört, ist etwas vollkommen anderes. Er bekommt nämlich entweder Angst vor der Zukunft oder er freut sich auf eine bessere Zukunft, wenn er seine Gedanken mit den richtigen Gefühlen verbindet. Tatsächlich ist mit dieser Aussage dein jetziger Zustand gemeint. Die Gedanken, die du jetzt gerade hast, erschaffen nicht deine erlebte Realität. Die Gefühle, die du jetzt gerade hast, tun das schon. Sie erschaffen deine Realität in diesem Moment.Es gibt da diesen großen Witz der Manifestationslehre. Und der hat damit zu tun, dass jede gute Manifestationsanleitung den folgenden Punkt beinhaltet: »Du musst dich jetzt bereits so fühlen, als wärst du am Ziel angekommen.« Wenn du das kannst, stellt sich die Frage: Wofür willst du dann noch das Ziel erreichen?Solange du im Verstand gefangen bist, wirst du das nicht verstehen. Du wirst dein Streben verteidigen wollen und du wirst denken: »Aber was spricht denn dagegen? Ich kann mir doch Ziele setzen und ich kann mir doch eine tolle Zukunft ausmalen!« Und du kannst dabei nicht sehen, dass das dein Ego ist, das weg von hier will, weil es das, wie es jetzt ist, gerade nicht aushalten will. Es will das, was jetzt gerade ist, nicht fühlen. Und nur deshalb wünscht es sich andere Gefühle. Könntest du alle Gefühle bedingungslos wahrnehmen und hier sein lassen, so wie sie sind, gäbe es keinen Grund für Manipulation mehr.Gefühle erschaffen die Realität nicht so, wie die meisten Menschen bei diesem Zitat denken. Gefühle erschaffen die Realität nicht in der Zukunft, sondern sie erschaffen sie jetzt in diesem Moment, weil du sie fühlst. Und die meisten Menschen wollen sie nicht fühlen und damit schaffen ihre Gefühle ebenfalls ihre Realität. Und ihre Realität ist, dass sie im Widerstand zu ihren Gefühlen sind.Gefühle erschaffen deine Realität ohne äußere Realität und deine Reaktion auf die Gefühle erschafft ebenfalls deine Realität ohne äußere Realität. Ohne Widerstand und ohne Verdrängung würden wir Gefühlskaskaden fühlen. Wir hätten jede Menge zu tun und wären unfassbar beschäftigt damit, unsere Gefühle einfach nur wahrzunehmen. Gefühle sind nicht die absolute Realität, sondern der Schlüssel zur Tür in die tatsächliche Realität.Ich habe dazu ein Experiment für dich. Der Verstand bewertet beide Aussagen falsch. Ganz egal, ob du sagst, Gedanken erschaffen deine Realität oder Gefühle erschaffen deine Realität, er macht immer das Gleiche damit. Beobachte dich also, wie dein Verstand auf diese beiden Zitate reagiert. Mach das ruhig ein paar Stunden oder ein paar Tage immer wieder und halte die Audio jetzt an und komm danach zurück.Dein Verstand reagiert nämlich so, dass er aus beidem etwas machen will. Das ist das, was der Verstand nicht versteht. Wenn du deinem Verstand sagst: »Gedanken erschaffen deine Realität!«, dann will er sofort bessere Gedanken denken. Oder er will vermeiden, schlechte Gedanken zu denken. Er will auf jeden Fall irgendetwas daraus machen. Und wenn du ihm sagst: »Gefühle erschaffen deine Realität!«, dann will er etwas mit deinen Gefühlen tun. Und das ist nicht gemeint damit. Das ist der Wahnsinn des Verstandes, den du jetzt vielleicht erkennen kannst.Der Verstand ist der Drang in dir. Es ist der, der dir Angst macht. Und es ist der, der dich antreibt. Es ist der Teil, der dich nicht ruhig werden lässt und der aus der Wahrnehmung deiner Körperempfindung einen weiteren Job macht. Eine Aufgabe, die du erfüllen musst, damit sich endlich etwas verändert.