Den Weg zu Gott kannst du nicht in einer Gruppe gehen. Den Weg zu Gott gehst du alleine. Methoden, Regeln und Vorschriften entfernen dich von Gott. Deshalb ist "obrigkeitshörig" so hinderlich auf dem Weg zu ihm. Methoden, Regeln und Vorschriften sind aber genau das, was in Gruppen gefördert wird, weil es immer irgendeinen gibt, der meint, etwas gemeinschaftlich organisieren und regeln zu müssen.Ich bin mir sicher, dass du diese Dynamik in Gruppen schon beobachtet hast. Es gibt immer einen, der es richtig gut organisieren möchte. Dieser Typ wird dann so eine Art Anführer und im dümmsten Fall ein Herrscher.Dieses Prinzip verwirklicht unser Verstand ja sogar ohne Gruppe. Das heißt, es gibt immer einen in dir, der irgendetwas regeln und besser machen will. Eine Instanz in dir, die dich besser organisieren möchte. Diese Instanz ist nicht bereit zu erkennen, dass alles schon gut ist, dass gar nichts mehr verbessert werden muss. Denn diese Instanz lebt von dem Stress in dir, den sie selbst auslöst.Du bist mit diesen Erkenntnissen schon genügend gefordert. Die Herausforderung für dich alleine auf dem Weg zu Gott ist groß genug. Du brauchst dafür nicht auch noch andere. Der Weg zu Gott ist der Weg in die Freiheit. Freiheit und Obrigkeitshörigkeit, also Gruppendynamik, passen nicht zusammen. Das heißt nicht, dass du nichts machen darfst, was vorgeschrieben ist, aber es muss aus dir kommen. Und das unterscheiden zu können, ist eine immense Entwicklung.Denn die meisten Menschen, die gegen Obrigkeitshörigkeit sind, sind im Widerstand. Und im Widerstand ist es fast ausgeschlossen zu erkennen, ob es eine Programmierung ist oder tatsächlich dein Weg in deine Freiheit. Die meisten Menschen können nicht unterscheiden, weil sie Angst haben, ohne es zu merken.Nach innen gehst du alleine. In einer Gruppe ist die Versuchung groß, nach außen zu gehen. Selbstverständlich meine ich damit nicht, dass du dich nie wieder mit anderen Menschen treffen darfst oder dass du dich nie wieder in Gruppen aufhalten sollst. Ich meine damit nur, dass dein Weg zu Gott nicht in einer Gruppe stattfinden kann, zumindest nicht in einer Gruppe, wie du Gruppen gewöhnt bist.Wir haben alle noch unsere alten Dynamiken abgespeichert und die warten nur darauf, aktiviert zu werden. Das ist auch und gerade eine Herausforderung in spirituellen Gruppen. In denen wütet dann das spirituelle Ego. Die Veränderung der Gruppe, also die Veränderung im außen, hat keinen Wert. Wir brauchen nicht bessere Gruppen. Wir brauchen selbsterkannte Menschen.Menschen, die sich selbst erkannt haben, brauchen keinen Herrscher mehr, sie brauchen niemand, der die Gruppendynamik für seine eigenen Ziele nutzt. Das heißt aber überhaupt nicht, dass sie nicht sozial sind oder nicht gruppenfähig, nicht teamfähig, sondern es bedeutet: Sie entscheiden selbst, was sie tun und was sie nicht tun. Und sie treffen diese Entscheidung nicht aufgrund einer Dynamik in einer Gruppe und auch nicht aufgrund der Rollen, die in einer Gruppe vergeben werden.Diese Rollen in einer Gruppe müssen gar nicht aktiv vergeben werden. Wir suchen uns die und wir leben diese Rollen in Gruppen aus. Und die meisten Gruppen unterstützen unsere Ego-Rollen. Wir leben also in einer Gruppe viel eher unser Ego aus. Es braucht ein hohes Maß an Bewusstheit, damit das nicht passiert.Und diese Bewusstheit übst du am besten für dich alleine, jenseits der Gruppe.