Konsequenzen sind Fantasien, um Menschen zu unterdrücken. In unserer Kindheit haben sich unsere Eltern Konsequenzen ausgedacht. Und ganz ähnlich läuft es jetzt wieder. Es sind imaginierte, vorgestellte Konsequenzen. Sie sind künstlich, menschengemacht. Es sind keine echten natürlichen Konsequenzen. Wir tun aber so, als wären die künstlichen, von uns ausgedachten naturgegeben. Und das sind sie nicht.Es sind einfach nur wilde Ideen unseres Verstandes, der verzweifelt versucht, eine logische Begründung zu finden, die es tatsächlich nicht gibt. Zum Beispiel eine logische Begründung, warum du etwas nicht darfst. Und dabei ist es vollkommen egal, ob es sich um Süßigkeiten, Fernsehen oder auch Rausgehen handelt. In deiner Kindheit wurdest du mit diesen Fantasien unterdrückt.Und bevor du jetzt durchdrehst, weil du Kinder hast, tu mir und vor allem dir einen großen Gefallen. Hör dir das, was ich sage, nicht aus der Perspektive einer Mutter oder eines Vaters an, sondern hör es dir aus der Perspektive des Kindes an, das du sehr gut kennst, denn du hast es erlebt.Ich verstehe, dass du jetzt in einer anderen Situation bist und dass die eine große Herausforderung sein kann. Eben genau deswegen, weil es eine widersprüchliche Geschichte ist, dass du es einmal als Kind erlebt hast und es nicht verstehen konntest. Und jetzt erlebst du es als Erwachsener und tust so, als würdest du es verstehen und als müsstest du es so machen.Es geht mir dabei überhaupt nicht darum, deine Erziehungsmethoden zu kritisieren oder irgendeine Art von Perfektion von dir zu fordern, die es nicht gibt. Es geht mir ausschließlich darum, die erlebte Realität wahrzunehmen und anzuerkennen.Wenn es für dich als Kind nicht so war, dann ist das überhaupt kein Problem. Ich will dich nicht davon überzeugen, dass du an etwas glauben sollst, was du nicht erlebt hast. Ich möchte dich nur an etwas erinnern, bei dem die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass du es erlebt hast. Deine Eltern haben sich Erklärungen ausgedacht, warum etwas schlecht für dich ist. Es war aber nicht tatsächlich schlecht, sondern sie wollten dir etwas einfach nicht erlauben. Dafür gab es keine vernünftigen Gründe, außer ihr Gefühl. Da sie aber nicht gelernt haben, sich an ihrem Gefühl zu orientieren, haben sie es versucht, logisch zu begründen. Deshalb mussten sie eine Fantasie als Erklärung heranziehen.Die wahre Erklärung wäre ganz einfach gewesen: "Es fühlt sich für mich schlecht an, dir das zu erlauben!", oder "Ich habe Angst, dass dir etwas passiert." Stattdessen wurde dir mit Konsequenzen gedroht, die ausgedacht waren. Sie waren gar nicht echt. Vielleicht haben deine Eltern dir Angst gemacht, weil sie Angst hatten. Und mit diesen Emotionen wirst du programmiert. Und du musst dabei einen Teil von dir abspalten, denn es gibt ja auch noch deine Intuition. Und deine Intuition ist eindeutig und sehr klar. Du weißt, wann du Angst haben solltest und wann du auch Angst hast und wann nicht. Und wenn du keine Angst hast, dir aber Angst gemacht wird, dann wirst du auf eine bestimmte Art und Weise schizophren.Und damit das nicht passiert, tust du einfach so, als würde es den anderen Teil, der sehr genau weiß, was Sache ist, nicht geben. Du unterdrückst ihn zugunsten deiner primären Bezugspersonen, was in der Regel deine Eltern sind. Du lebst eine Lüge, weil du es lieber den Menschen recht machen willst, denen du gefallen willst und musst, damit du gut versorgt wirst. Und selbstverständlich auch deshalb, weil du sie liebst und deine Liebe so groß ist, dass du lieber dich selbst und deine eigene Erfahrung hinten anstellst.All das ist von keiner Seite bewusst. Das ändert aber nichts daran, dass es passiert ist. Und es hat keinen Sinn, allen Beteiligten zu verzeihen, bevor du die Wut, die Ohnmacht und die Trauer gefühlt hast, die diese Situation in dir auslöst. Erwachsen zu werden bedeutet, der Wahrheit ins Auge zu sehen. Und die Wahrheit ist: Du wurdest belogen und betrogen.