Ein Friedensforscher forscht nach dem Frieden in sich. Ein echter Friedensforscher forscht nicht danach, wie Frieden in der Welt entsteht. Er forscht danach, wie Frieden in ihm entsteht. Wenn er das herausgefunden hat, entdeckt er ganz automatisch, dass es den Frieden in der Welt nicht mehr braucht, weil es die Welt, von der er vorher ausgegangen ist, dass er sie befrieden muss, in ihm nicht mehr gibt. Und er stellt auch fest, dass das noch nicht einmal etwas mit seinem Fokus zu tun hat.Er kann seine Aufmerksamkeit trotzdem immer noch auf den Unfrieden in der Welt richten, ohne dabei seinen inneren Frieden zu verlieren. Er muss dazu weder die Augen vor der Realität verschließen noch so tun, als wäre er friedlich, obwohl es in ihm brodelt. Er ist tatsächlich im Frieden. Er kann den gesamten Krieg in sich verarbeiten.So durchschaut er auch die angeblichen Tatsachenberichte immer mehr als inszenierte Geschichten und entlarvt sie als das, was sie sind: Pure Illusion. Das, was vorher die angebliche Realität war, bekommt Risse und wird brüchig. Die inszenierte Kriegsrealität weicht dem unausweichlichen tiefen inneren Frieden.Dabei verwende ich den Begriff des tiefen inneren Friedens nicht so, wie du ihn kennst. Ich verwende diesen Begriff nicht für ein inneres Gefühl, sondern für den Wegfall des inneren Krieges. Was dann zurückbleibt, ist nicht das, was wir uns im Kriegszustand unter tiefem inneren Frieden vorstellen. Was zurückbleibt, ist Neutralität.Das Neutrale will sich der Verstand nicht vorstellen. Er kann das Spiel nur mit einer Gegenposition spielen. Wenn es dir schlecht geht, will er, dass es dir gut geht. Und wenn es dir gut geht, hat er Angst davor, dass es dir schlechter gehen könnte. Wenn Krieg ist, wünscht er sich Frieden. Und wenn Frieden ist, hat er Angst vor Krieg. So ist er konditioniert. Nur deshalb projiziert er es außerhalb von dir.Ein Friedensforscher, der das nicht herausfindet, ist keiner.