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    18.10.2023AQ 2154
    »Denkverbote sind Gefühlsverbote.«
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    Denkverbote sind Gefühlsverbote. Diese Denkverbote müssen noch nicht einmal gesetzlich festgeschrieben sein. Es genügt, wenn sie gesellschaftlich festgeschrieben sind. Zum Beispiel durch gesellschaftliche Ächtung, falls du sie aussprichst, die Gedanken, die verboten sind. Und was ich mit diesem Zitat meine, ist nicht, dass es Gefühlsverbote gibt. Ich meine damit den Mechanismus, wie Denkverbote funktionieren, wie der Ablauf dabei in dir ist. Wir trauen uns nicht, das zu fühlen, was diese Gedanken auslösen würden, ganz egal, was das ist. Und in den meisten Fällen sind das einfach nur weitere Gedanken, die dadurch ausgelöst werden. Im ersten Schritt ist es aber ein Gefühl, eine Körperempfindung, die du nicht fühlen willst. Zu dieser Körperempfindung sagen wir dann vielleicht "Unbehagen" oder "ich möchte nicht ausgeschlossen werden." Das ist die Angst, die dahinter steht. Aber das ist nicht die Körperempfindung. Wenn du bereit bist, die Körperempfindungen zu fühlen, kannst du alles denken und sagen, was du willst. Man könnte das auch einen inneren Zensor nennen, der sich da zu Wort meldet und der dich in die Schranken weist, falls du einen Gedanken äußern möchtest, der nicht populär ist. Du könntest zum Beispiel in Frage stellen, ob diejenigen, die verteufelt werden, wirklich so böse sind, wie man es sagt. Und in diesem Moment ist dir sofort klar, dass du dafür nur wenig Zustimmung bekommen wirst, wenn überhaupt. Das heißt, du würdest erst einmal alleine dastehen. Und auch das willst du nicht fühlen. Du willst nicht alleine sein, obwohl du es bist. Und zwar immer. Selbst dann, wenn dir andere zustimmen. Du hast nur nicht das Gefühl von Einsamkeit in deinem Körper und deshalb lehnst du bestimmte Gedanken ab und sagst dir: "Lieber nicht aussprechen!" Wir haben also nicht Angst zu denken. Wir haben Angst, unsere Gefühle zu fühlen. Und die Angst, unsere Gefühle zu fühlen, ist die Behinderung von Selbsterkenntnis. Und das machen nicht die anderen, das machen wir selbst. Da muss noch nicht einmal irgendjemand etwas gesagt haben, was du denken und äußern darfst oder nicht. Es genügen die Körperempfindungen, die du hättest, falls du es aussprechen würdest. Die Angst vor diesen Gefühlen hindert dich daran, es auszusprechen. Und so ist das nicht nur bei Tabuthemen, sondern bei allen Gedanken, die eine Körperempfindung in dir auslösen, bevor du sie ausgesprochen hast. Und so sorgt unsere Unfähigkeit, unsere Körperempfindungen wahrzunehmen, im Lauf der Zeit nicht nur dafür, dass wir unsere Gedanken nicht mehr aussprechen, sondern noch nicht einmal für uns selbst denken.