Mein Menschenbild ist immer mein Selbstbild. Das gilt natürlich umgekehrt auch. Das heißt: »Mein Selbstbild ist immer mein Menschenbild.« Aber ich rolle es mal von der Seite des Zitates auf: Willst du, dass sich etwas ändert, willst du dich selbst verändern, dann ändere dein Menschenbild! Wenn du dein Menschenbild veränderst, veränderst du auch dich. Die Veränderung deines Menschenbildes ist sogar die größte Veränderung, die du erleben kannst.Und es verändert dich nicht nur deshalb, weil du anschließend ein Mensch mit einem neuen Menschenbild bist, sondern weil die Veränderung des Menschenbildes dich selbst verändert. Sobald du ein anderes Menschenbild hast, geschieht eine kaskadenförmige Transformation. Es wirkt sich sofort auf dich aus, du wirkst dich dadurch sofort auf andere aus, das wirkt sich wieder auf dich aus und so weiter und so fort.Das einzige Problem dabei: Wir verändern unser Menschenbild nicht gerne. Es ist sogar eine der schwierigsten Herausforderungen für uns, denn wir können das nicht künstlich machen. Wir können nicht so tun, als ob. Es muss eine echte Veränderung in uns stattfinden. Und da stellt sich die Frage: Wie geht das? Wie kann ich etwas in mir verändern, das so fest in mir verankert ist und das ich so ungern loslassen möchte, dass sich alles in mir gegen eine Veränderung wehrt?Und die Lösung dazu ist die Umkehrung des Zitats: »Mein Selbstbild ist immer mein Menschenbild.« Du kannst es verändern, indem du dein Selbstbild veränderst. Für die meisten Menschen klingt das mindestens genauso schwierig, wie ihr Menschenbild zu verändern. Die Lösung liegt darin, dass du dich selbst so genau wie möglich beobachtest und mit dieser Beobachtung auch nicht mehr aufhörst.Du musst für dich herausfinden, wie du wirklich bist. Und dann musst du herausfinden, ob sich das, also deine Entdeckung, von deinem Selbstbild unterscheidet. Dieser Prozess funktioniert nicht im Kopf. Das heißt, es bringt nichts, darüber nachzudenken. Dein Selbstbild ist kein Gedanke. Auch dein Menschenbild ist kein Gedanke. Dein Menschenbild ist ein Gefühl, wenn du an Menschen denkst oder wenn du Menschen triffst. Dein Selbstbild ist ein Gefühl, wenn du an dich denkst oder wenn du dich triffst.Deshalb zeigen viele Menschen ihr sogenanntes wahres Gesicht, wenn sie getroffen sind. Das musst du selbst machen. Du musst dich selbst treffen. Und damit meine ich nicht nur dir selbst begegnen, das ist dann das Ergebnis, sondern du musst bereit sein, dich selbst herauszufordern und dann in den Momenten der Herausforderung zu beobachten. Bei dieser Beobachtung musst du so genau sein, dass du dir selbst keinen Scheiß mehr erzählen kannst. Das heißt, das Ergebnis dürfen keine beliebig aneinandergereihten Gedanken sein, so wie du es gewohnt bist. Du brauchst dich auch nicht untersuchen, als wärst du ein Psychologe. Du musst erkennen, was wirklich in dir vor sich geht. Wenn du das erkannt hast, ergibt sich daraus ganz automatisch ein vollkommen neues Selbstbild. Das brauchst du gar nicht verändern, das verändert sich von selbst. Und da du ab diesem Zeitpunkt weißt, wie du bist, weißt du auch, wie alle anderen sind. In dem, was du bei dieser Untersuchung herausfindest, unterscheidest du dich nicht von anderen Menschen. Selbst dann nicht, wenn es andere Menschen bei sich noch nicht herausgefunden haben. Selbsterkenntnis führt immer zu tiefster Menschenkenntnis.