Die pure Essenz erfährt sich nicht. Erfahren kannst du nur etwas, das von der Essenz verschieden ist. Nur das lässt sich erleben. Die Essenz selbst ist nicht fühlbar und deshalb nicht erlebbar.Sie muss mangels besserer Worte etwas Neutrales sein. Es muss das Erlebte vollkommen unbefangen und unvoreingenommen aufnehmen können, erleben können. Es kann nicht befangen sein. Es kann keine Meinung haben. Es darf dem Erlebten überhaupt nicht im Weg stehen. Und es ist deshalb nicht erlebbar. Aus diesem Grund ist es absurd, sich alles wegzuwünschen.Der Wunsch, ausschließlich in Frieden oder Licht und Liebe zu sein, ist ein absurder. Denn du bist hierhergekommen, um den Kontrast von deiner Essenz zu erfahren. Da unternehmen wir diese große Anstrengung, in die Welt der Kontraste einzutauchen und das Einzige, was uns einfällt, ist, uns entweder vollkommen reinzusteigern oder so schnell wie möglich wieder rauszuwollen. Stattdessen könnten wir die Kontraste einfach nur wahrnehmen. Wir könnten mit den Kontrasten damit genau das machen, wofür sie gedacht sind.Ein Kind im Mutterleib kennt weder warm noch kalt. Es kennt auch nicht Hunger und Durst. Es gibt nur eine Temperatur und konstante Sättigung, um dann in die Welt der Kontraste einzutauchen. Warm und kalt, Hunger und Durst und alle anderen Gegensätze kennenzulernen.Würdest du in der Einheitserfahrung bleiben, würdest du nichts erfahren. Dieses Leben ist aber ganz offensichtlich dafür da, keine Einheitserfahrung zu machen, sondern die Kontraste zu erleben. Das heißt nicht, dass eine Einheitserfahrung ausgeschlossen ist, aber sie muss nicht von Dauer sein. Und du kannst in die Welt der Kontraste zurückkehren. Du kannst dir das so vorstellen, wie wenn du ein Spiel spielst.Wenn dir ein Spiel nur eine einzige Erfahrung ermöglicht, würdest du es gar nicht spielen, so langweilig wäre es! Und wäre der Ausgang des Spiels bereits vorher klar, würdest du gar nicht erst anfangen. Und genauso verhält es sich beim größten aller Spiele ... deinem Leben.